Kabinettsbeschluss Deutschland baut Mikroelektronik-Förderung aus

Redakteur: Franz Graser

Die Bundesregierung hat das Rahmenprogramm „Mikroelektronik aus Deutschland - Innovationstreiber der Digitalisierung“ beschlossen. Es soll die forschungsintensive Mikroelektronik als deutsche Schlüsseltechnik und wichtigen Industriezweig stärken.

Firma zum Thema

Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU): „Die Mikroelektronik ist entscheidend für die gesellschaftliche Entwicklung.“
Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU): „Die Mikroelektronik ist entscheidend für die gesellschaftliche Entwicklung.“
(Bild: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung)

Das Programm unterstützt speziell die Entwicklung von Industrie 4.0, von Elektromobilität und automatisiertem Fahren, einer nachhaltigen und effizienten Energieversorgung sowie intelligenter Medizintechnik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das Programm bis zum Jahr 2020 mit rund 400 Millionen Euro.

Das neue Programm verbindet Forschung und Wirtschaft enger, um eine schnelle Anwendung der Forschungsergebnisse zu ermöglichen. Zudem wird die Technikkompetenz durch Nachwuchsförderung ausgebaut, etwa durch einen stärkeren Bezug zur industriellen Praxis in der akademischen Bildung.

Mit dem Programm berücksichtigt die Bundesregierung weiterhin die besondere Stellung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Mikroelektronik. Viele KMU sind auf Spezialgebieten wie der Sensorik, Antriebs-, Aufbau- und Verbindungstechnik oder der Systemintegration schon heute Marktführer. Ihre Expertise soll gestärkt werden, damit Deutschland seine Stellung als führender Standort, vor allem in der Industrieautomatisierung und der Medizintechnik, ausbauen kann.

Aus Sicht der Bundesregierung können gesellschaftliche Herausforderungen wie Energiewende und Elektromobilität ohne moderne Mikroelektronik nicht bewältigt werden. Deutschland als Hightech-Standort kann hier Vorbild sein. So beinhalten drei von vier Smartphones weltweit Sensoren aus Deutschland.

Nach Schätzungen werden im Jahr 2020 etwa 20 Milliarden Geräte in der Lage sein, Umweltdaten zu messen und untereinander austauschen. Zu erforschen, wie zukünftige Elektronik weniger Strom verbraucht, ist gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz.

„Kein Computer, kein Auto, keine Industrieproduktion, kein Personalausweis kommt heute ohne diese Technologie aus. Daher brauchen wir mehr Innovationen und Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft“, sagte Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka (CDU) nach dem Kabinettsbeschluss in Berlin: „Genau das wollen wir mit unserer neuen Initiative erreichen und unsere digitale Souveränität stärken.“

(ID:43878890)