Deutsches Unternehmen macht Bluetooth sicherer

| Redakteur: Michael Eckstein

Abgesichert: Durch Modifizieren des Kommunikationsprotokolls soll der BLE-Standard sicherer werden.
Abgesichert: Durch Modifizieren des Kommunikationsprotokolls soll der BLE-Standard sicherer werden. (Bild: clipdealer)

Security-Erweiterung Bluetosec soll Bluetooth-Standard fit für Alarmanlagen und Smart-Home-Anwendungen machen.

Bluetosec: Was nach bitter schmeckender Medizin klingt, ist eine Modifizierung des den Bluetooth-Low-Energy-Standards (BLE). Sie soll nach dem Willen der Entwickler von AMG Sicherheitstechnik BLE besser nutzbar machen für die Sicherheits- und Gebäudeautomatisierungsbranche.

Fraglos gehört Bluetooth zu den Standards, die unsere technologiegetriebene Welt nachhaltig verändert haben. Vom Brüllwürfel bis zum Smartphone – vor allem in der Telekommunikation und Unterhaltungselektronik kommt heute kaum ein Gerät ohne die Technik aus. Wenig Liebe schlägt ihr hingegen in der Smart-Home- und Sicherheitstechnik-Branche entgegen. Reichweite zu kurz, Stromverbrauch zu hoch, unsicher – so lauten häufig angeführte Argumente. Hier herrschen andere Technologien vor, zum Beispiel ZigBee, Z-Wave, HomeMatic und auch WLAN.

Andererseits hat Bluetooth den Vorteil, dass es im weltweit lizenzfreien 2,4-GHz-Band funkt und darauf basierende Produkte ohne Anpassungen global vertrieben werden können.

Manipulation ausgeschlossen

AMG Sicherheitstechnik hat das Kommunikationsprotokoll des BLE-Standards nun so modifiziert, dass die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger nach eigenen Angaben besonders gut gegen Manipulationsversuche abgesichert ist. Das Ergebnis hat sich das Unternehmen unter der Bezeichnung Bluetosec (BTS) patentieren lassen.

Nach dem Pairing zwischen Geräten (Anmeldung und Verifizierung) über eine eindeutige MAC-Adresse erfolgt der weitere Austausch von Statusmeldungen und Befehlen laut AMS ausschließlich über einen 16-stelligen spezifischen Code. Die Verschlüsselung erfolgt über das AES-128-Bit-Verfahren in Verbindung mit einem Secret-Key-Code. Weitergehende Daten würden nicht übermittelt, Manipulationsmöglichkeiten seien dadurch ausgeschlossen. Unbefugten sei es nicht möglich, Schadsoftware ins System einzuschleusen oder verbreitete Replay-Angriffe (Angriff durch Wiedereinspielung) zur Deaktivierung des Systems zu nutzen.

Größere Reichweite und in Zukunft noch schneller

Während die meisten Alarm- und Smart-Home-Anlagen die Frequenzbänder 433 und 868 MHz verwenden, basiert Bluetosec auf dem weltweit genutzten digitalen Bluetooth-LE-Standard im 2,4 GHz-Frequenzband. Durch die Modifikation soll Bluetosec nach Angaben von AMS Reichweiten von bis zu 250 m im Freifeld und bis zu 50 m innerhalb von Gebäuden erreichen. Mit dem neuen Bluetooth-5.0-LE-Standard seien sogar eine 4-fach größere Funkreichweite, doppelte Datengeschwindigkeit und 25 Prozent weniger Stromverbrauch realisierbar, gibt das Unternehmen an.

Die verbesserten Eigenschaften von Bluetosec gegenüber Bluetooth – geringer Energieverbrauch, große Funkabdeckung und hohe Datenübertragungsraten – sollen nach Ansicht von AMS Sicherheitstechnik ganz neue Systeme im Bereich Sicherheitstechnik und Smart-Home ermöglichen. Bluetosec sei bereits in unterschiedlichen Anwendungen im Einsatz, zum Beispiel im Brandschutz, in der Zugangskontrolle, der Smart-Home-Steuerung, in Notrufsystemen, in der Videoüberwachung und auch im Zeitmanagement.

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