Kryptoanalyse

Deutscher Codeknacker führt bei internationalem Krypto-Wettbewerb

| Redakteur: Franz Graser

Der deutsche Kryptographie-Experte Dr. Frank Schuhmacher führt im aktuellen Ranking des Kryptoanalyse-Wettbewerbs DPA Contest. Auf der Fachkonferenz COSADE in Paris wird die Rangliste Mitte April offiziell bekanntgegeben.
Der deutsche Kryptographie-Experte Dr. Frank Schuhmacher führt im aktuellen Ranking des Kryptoanalyse-Wettbewerbs DPA Contest. Auf der Fachkonferenz COSADE in Paris wird die Rangliste Mitte April offiziell bekanntgegeben. (Bild: SEGRIDS)

Der Bonner Kryptoanalytiker Dr. Frank Schuhmacher führt in der Rangliste des renommierten internationalen Codeknacker-Wettbewerbs DPA Contest. Beruflich berät er Hardwarehersteller, die ihre Produkte gegen Seitenkanal-Angriffe schützen müssen.

Der Thriller „Enigma“ des Beststellerautors Robert Harris aus dem Jahr 1995 hat den englischen Kryptoanalytikern von Bletchley Park ein spätes Denkmal gesetzt. Ihnen war es im zweiten Weltkrieg mit Hilfe der sogenannten Turing-Bombe gelungen, die Funksprüche der deutschen U-Boot-Flotte zu entschlüsseln. Der Erfolg der Kryptoanalytiker war entscheidend für den Kriegsverlauf. Dennoch wurden sie auch nach dem Krieg lange Jahre nicht öffentlich geehrt.

Die Methoden der britischen Codeknacker wurden noch bis in die siebziger Jahre, als mechanische Verschlüsselungsmaschinen längst von computergestützten Verfahren abgelöst waren, als militärisches Geheimnis eingestuft. Die Krypto-Analyse blieb für die Zeitgenossen ein Buch mit sieben Siegeln.

Auch heute stehen Kryptoanalytiker selten im Rampenlicht, die Arbeit findet aber nicht mehr ausschließlich im Verborgenen statt. Die Kryptoanalyse ist zu einer akademischen Disziplin geworden. Es forschen nicht nur die Geheimdienste, sondern auch Wissenschaftler an Universitäten, Instituten und Prüflaboren.

Wer unter den Codeknackern mit seinen Angriffsmethoden die Nase vorn hat, wird beim „DPA Contest“ (DPA steht für Differential Power Analysis) ermittelt. Dieser internationale Wettbewerb wird von der France Telecom veranstaltet und findet dieses Jahr zum vierten Mal statt. Die Teilnehmer kommen aus Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Israel, Japan, Singapur, Südkorea, USA und Weißrussland.

Da der Wettbewerb zeitlich nicht begrenzt ist, hat er keinen offiziellen Gewinner. Dennoch wird bei der Fachkonferenz COSADE am 14. April in Paris das aktuelle Ranking vorgestellt.

In Führung liegt zur Zeit der deutsche Teilnehmer Frank Schuhmacher aus Bonn. Seine Firma SEGRIDS berät Hardware-Hersteller, die ihr Produkt unter anderem gegen Seitenkanal-Angriffe schützen müssen, in der Spezifikation und Implementierung geeigneter Schutzmaßnahmen. Die Beratung richtet sich vor allem an Hersteller, deren Produkt zwischen Entwicklung und Vermarktung noch ein Zulassungsverfahren überstehen müssen.

Schuhmacher kennt die Schwierigkeiten der Hersteller aus langjähriger Erfahrung: „Wenn Schwächen in der Sicherheit eines Produkts erst während eines Zulassungsverfahrens auftauchen, kann das die Zulassung um Monate bis Jahre verzögern. Wir helfen bei der Auswahl geeigneter Schutzfunktionen und testen deren Implementierung schon während der Produktentwicklung, um dieses Szenario zu verhindern.“

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42635179 / Safety & Security)