IDG-Studie

Deutsche Unternehmen verschlafen den Trend zum Internet of Things

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Verschlafen deutsche Unternehmen den Trend zum IoT? Gerade einmal die Hälfte der Unternehmen sieht im IoT eine große Bedeutung. Aufwachen und anpacken ist angesagt!
Verschlafen deutsche Unternehmen den Trend zum IoT? Gerade einmal die Hälfte der Unternehmen sieht im IoT eine große Bedeutung. Aufwachen und anpacken ist angesagt! (Bild: gemeinfrei / CC0)

Über die Hälfte der IT-Verantwortlichen im deutschsprachigen Raum zweifelt an der aktuellen Relevanz des Internet of Things (IoT) für ihr Unternehmen – und lässt damit eventuell die Möglichkeit verstreichen, sich frühzeitig im Wettbewerb zu positionieren.

Ganz anders sieht es für die Zeitspanne der kommenden drei Jahre aus: Rund 72 Prozent der Unternehmen sind davon überzeugt, dass IoT dann für sie wichtig oder sehr wichtig wird. Das geht aus der von der IDG Business Media veröffentlichten Studie „Internet of Things in Deutschland 2016“ hervor, die mit Unterstützung von Dimension Data in Deutschland erstellt wurde.

Je nach Größe des Unternehmens sowie Position und Branche zeigten sich in der Studie deutliche Unterschiede. So maßen 58 Prozent der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern dem Thema IoT derzeit eine große bis sehr große Bedeutung zu, 83 Prozent sehen eine Relevanz in den nächsten Jahren. Bei den kleinen Unternehmen bis 99 Mitarbeitern waren es hingegen nur 27 Prozent (heute) beziehungsweise 53 Prozent (in den nächsten drei Jahren). Auffällig sind zudem die relativ hohen Werte bei CIOs mit 67 Prozent (IoT heute) und 87 Prozent (Zukunft) sowie bei der Pharma- und Chemie-Industrie mit 74 beziehungsweise 87 Prozent.

„Die Studie zeigt deutlich, dass die Mehrheit der Entscheider zwar davon überzeugt ist, dass dem Internet der Dinge die Zukunft gehört“, erklärt Frank Beckereit, Head of Digital Transformation Group bei Dimension Data Deutschland. „Allerdings gehen viele davon aus, dass die Zeit nicht drängt und sie für die Umsetzung der neuen Technologie noch einige Jahre Zeit haben. Dabei wird oft vernachlässigt, dass das Internet der Dinge kein Produkt ist, das man zum gegebenen Zeitpunkt einfach einführen kann. Vielmehr muss die gesamte Organisation frühzeitig auf die Veränderungen eingestellt werden, die eine solch umgreifende digitale Vernetzung mit sich bringt.“

IT-Abteilung und Geschäftsführung treiben die Entwicklung voran

Laut den Ergebnissen der Studie ist das Thema „Internet der Dinge“ in den Unternehmen noch immer mehrheitlich Sache der IT-Abteilung: In sechs von zehn Unternehmen beschäftigt sie sich derzeit am häufigsten mit der Materie. Bei der Umsetzung des ersten IoT-Projekts ergreifen sie folglich auch in rund einem Drittel der Unternehmen (32 Prozent) die Initiative. Dicht darauf folgt jedoch die Geschäftsführung, die in 30 Prozent der Firmen die treibende Kraft hinter dem ersten IoT-Projekt ist. Spezielle IoT-Teams sind hingegen nur in einem von zehn Unternehmen erste Impulsgeber.

Bei der Umsetzung der IoT-Projekte zeigt sich, dass das Thema bei vielen Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt. Befragt nach dem aktuellen Stand der Projekte in Verbindung mit IoT im Unternehmen gaben lediglich rund 15 Prozent der Befragten an, mindestens eines umgesetzt zu haben. In 61 Prozent der Unternehmen sind sie immerhin kurz- oder mittelfristig geplant oder die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen. Knapp ein Viertel der Unternehmen (22 Prozent) plant dagegen gar keine IoT-Projekte. Als Hauptgründe nannten viele Befragte andere Prioritäten (46 Prozent), mangelnde Relevanz (26 Prozent) oder ein fehlendes Geschäftsmodell (25 Prozent).

Chancen und Hürden für das Thema IoT

Die Studie belegt, dass Unternehmen vielfältige Chancen sehen, die sich durch den Einsatz des Internets der Dinge für sie ergeben. Befragt nach den erwarteten positiven Effekten, gab die überwiegende Zahl der Teilnehmer eine gesteigerte Effizienz bereits bestehender Geschäftsprozesse im Unternehmen an. Besonders häufig wurde dabei die Vernetzung aller Prozessketten (27,4 Prozent), eine verstärkte Automatisierung (21 Prozent) oder eine höhere Kundenzufriedenheit (24,1 Prozent) genannt. Darüber hinaus erhoffen sich viele Entscheider neue Geschäftschancen. So sehen jeweils ein Viertel der Befragten neue Serviceangebote oder die Erschließung neuer Kundenpotenziale als Chance für ihr Unternehmen. 21 Prozent versprechen sich dagegen neue Business-Modelle.

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