Deutsche Telekom und Vodafone wollen bei Glasfaser zusammenarbeiten

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Sebastian Gerstl

Beim Thema Glasfaseranschlüsse hängt Deutschland im eruopäischen Vergleich deutlich hinterher. Während Anbieter wie Telefonica und die Deutsche Telekom nun stärkeren Wert auf einen Ausbau des Bestandsnetzes legen, hatte Vodfafone seine Bemühungen erst vergangenen Monat gedrosselt. Nun will das Unternehmen mit der Telekom beim Glasfaserausbau stärker zusammenarbeiten.

Bis Ende 2020 will die Telekom den FTTC-Ausbau (Fiber to the Curb) weitgehend abschließen. dann soll FTTH (Fiber to the Home) großflächig ausgebaut werden. Zu diesem Zweck arbeitet der Telekommunikationsanbieter nun mit dem MArktrivalen Vodafone zusammen.
Bis Ende 2020 will die Telekom den FTTC-Ausbau (Fiber to the Curb) weitgehend abschließen. dann soll FTTH (Fiber to the Home) großflächig ausgebaut werden. Zu diesem Zweck arbeitet der Telekommunikationsanbieter nun mit dem MArktrivalen Vodafone zusammen.
(Bild: Uwe Anspach/dpa)

Die Deutsche Telekom und Vodafone wollen künftig beim Thema Glasfaser an einem Strang ziehen. Durch den Zugang zum Telekom-Glasfasernetzwerk könne Vodafone künftig auch dort direkte Glasfaseranschlüsse ins Haus („Fiber to the Home“) vermarkten, wo das Unternehmen bislang noch kein eigenes Netz hat, teilten beide Konzerne am Dienstag in Bonn und Düsseldorf mit. Im Umkehrschluss sichere sich die Telekom eine bessere Auslastung.

Bereits seit 2013 nutzt Vodafone nach eigenen Angaben in einem sogenannten Kontingentvertrag Kupferanschlüsse auf Basis des Glasfasernetzes von der Telekom, die sie an ihre Endkunden weitervermarktet. Nun konnten sich beide Unternehmen einigen und den Vertrag um zehn Jahre verlängern sowie um den Glasfaser-Aspekt erweitern. Im Mobilfunk arbeiten Telekom und Vodafone bereits zusammen.

„Alleine schaffen wir den Strukturwandel nicht“

Im November hatte Vodafone seine Strategie bei Glasfaser-Direktanschlüssen geändert und die eigenen Ambitionen eingedampft. Zu diesem Zeitpunkt brachte es das Vodafone-Glasfasernetz in Deutschland auf eine Gesamtlänge von 160.000 verlegter Kilometer. Statt dessen sollten die Anstrengungen ins eigene Kabelnetz zu dessen Aufrüstung verstärkt werden. Im Gegenzug wollten die Düsseldorfer die Anwerbung neuer Versorgungsgebiete für komplette Glasfaserleitungen in Gemeinden und Gewerbegebieten zurückfahren.

Erst vergangene Woche hatte Telekom-Chef Tim Höttges bei einer Veranstaltung um Glasfaser-Kooperationen geworben, um bis 2030 alle deutschen Haushalte mit Glasfaser versorgen zu können. „Alleine schaffen wir diesen Infrastrukturwandel nicht - das wollen wir aber auch nicht.“ Sein Netz stehe allen Wettbewerbern offen, solange die Telekom auch Zugang zu anderen Netzen zu gleichen Konditionen erhalte. Die Telekom hat nach eigenen Angaben derzeit über 550.000 Kilometer Glasfasernetz verlegt und kooperiert für den Netzausbau deutschlandweit mit kleineren Anbietern. Die Telekom hatte bis Ende 2019 noch vorrangig auf das sogenannte Vectoring für die Verbesserung des Bestandsinternets gelegt, schwenkt aber nun zunehmend auf den Glasfaserausbau um.

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