VDE Deutsche Stromnetze sind laut einer neuen Studie europaweit am sichersten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Deutschland ist Europameister bei der Zuverlässigkeit der Stromnetze. Die Stromversorgung stand den Kunden im Jahr 2008 mit einer Zuverlässigkeit von 99,99% der Zeit zur Verfügung. Das hat das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) jetzt mit seiner neuen Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik ermittelt, die rund vier Fünftel des deutschen Stromnetzes erfasst.

Anbieter zum Thema

Laut einer Studie des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) kam es 2008 in deutschen Stromnetzen pro Stromkunden durchschnittlich zu 18,3 Minuten Versorgungsunterbrechungen durch Störungen. Werden die Störungen infolge von höherer Gewalt wie den Orkan „Emma“ berücksichtigt, so liegt der Wert bei 20,7 Minuten.

Die Stromnetze in den neuen Bundesländern sind zuverlässiger geworden

Die Statistik zeigt zudem, dass sich die Versorgungszuverlässigkeit in den neuen Bundesländern stark verbessert hat. Gegenüber 47 Minuten Versorgungsunterbrechungen im Jahre 2007, wurde die Versorgung 2008 in den neuen Bundesländern pro Stromkunden durchschnittlich nur noch 35 Minuten von Störungen unterbrochen.

Bei der Versorgungszuverlässigkeit sind deutsche Stromnetze führend

In den alten Bundesländern traten in 2008 rund 15 Minuten Versorgungsunterbrechungen auf. Dieser Wert ist gegenüber dem Wert aus 2007 von rund 16 Minuten stabil geblieben. Mit rund 18 bzw. 21 Minuten liegt Deutschland deutlich vor den Niederlanden (33 Minuten), Österreich (44 Minuten), Frankreich (58 Minuten), Italien (52 Minuten) und Großbritannien (89 Minuten). Diese hohe Maß an Versorgungsqualität in Deutschland gibt laut VDE nicht nur dem Privatverbraucher Sicherheit, sondern ist auch ein bedeutender Standortvorteil für Deutschland.

Der VDE berücksichtigt auch die Strukturen der Stromnetze und weitere Faktoren

Bei einer Bewertung der Versorgungszuverlässigkeit müssen unterschiedliche Einflussfaktoren wie zum Beispiel historisch bedingte Netzstrukturen, regionale Gebietsmerkmale (städtisch oder ländlich, Ost oder West, Berge oder Flachland) und das Wetter berücksichtigt und als Kriterien für Vergleiche beachtet werden.

„Derzeit führen wir hierzu weitere Untersuchungen durch“, erklärt Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE. So fallen Störungsanlässe von höherer Gewalt gemäß der Definition der Bundesnetzagentur nicht in den Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers und dürfen diesem nicht zugerechnet werden. Höhere Gewalt sind insbesondere außergewöhnliche Naturkatastrophen.

Vielfältige Einflüsse auf die Stromversorgungssysteme sind zu untersuchen

Um die Schwankungsbreite ermitteln zu können, die auf Grund vielfältiger Einflüsse auf das Stromversorgungssystem bestehen, müssen nun mehrere Jahre miteinander verglichen werden. Insofern leistet die Störungs- und Verfügbarkeitsstatistik des FNN einen wichtigen Beitrag zur Lösung der noch offenen Fragen bei der Ausgestaltung der Qualitätsregulierung. Das FNN ist im VDE zuständig für die Erstellung von technischen Regeln für die Netztechnik und den Netzbetrieb.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:334622)