Photovoltaik

Deutsche Solarproduktion läuft auf Hochtouren - 15 neue Solarfabriken geplant

03.09.2007 | Redakteur: Claudia Mallok

Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft
Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft

Nach aktuellen Erhebungen des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) wuchs die Solarzellenproduktion in Deutschland im ersten Halbjahr 2007 um 33% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die deutschen olarzellen-Produzenten stellten von Januar bis Juni dieses Jahres Zellen mit einer Gesamtleistung von rund 300 MW her. Bereits jede vierte weltweit installierte Solarzelle stamme damit aus deutscher Fertigung.

International öffnen sich neue Märkte für Photovoltaikprodukte. Der Europäische Dachverband der Photovoltaikindustrie EPIA erwartet eine Verdopplung des Weltmarktes innerhalb der nächsten drei Jahre. Für 2010 rechnet EPIA mit einem Weltmarkt von 5,6 GW. Ein jährliches globales Marktwachstums von 20% sieht die Schweizer Bank Sarasin voraus.

Wichtige Exportländer für Deutschland liegen in Südeuropa und in Nordamerika. Solartechnik entwickelt sich nach Ansicht der Unternehmensberatung Roland Berger zu einer Leitindustrie, die zusammen mit anderen Erneuerbaren Energien von Umsatz und positiven Beschäftigungs-effekten her langfristig klassische Industriebranchen wie den Fahrzeugbau überflügeln kann.

Gute Exportaussichten für deutsche Solarindustrie

„Solarenergie entwickelt sich zum globalen Gigatrend des 21. Jahrhunderts“, betont Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft. „Bis Mitte dieses Jahrhunderts kann ein Drittel des weltweiten Energiebedarfs aus Solarenergie gedeckt werden. Das sind gute Langfristperspektiven und ausgezeichnete Exportaussichten für die deutsche Solarindustrie“, so Körnig.

Um weiter eine dominierende Rolle am Weltmarkt zu spielen, setzt die deutsche Solarwirtschaft auf Expansion: Fünfzehn neue Solarfabriken werden bis 2008 am Standort Deutschland entstehen. Zusammen mit dem Ausbau bestehender Fabriken bedeutet das ein Investitionsvolumen von über einer Milliarde Euro. Die Expansionsgeschwindigkeit, intensive Forschungsaktivitäten und eine enge Zusammenarbeit mit dem solartechnisch führenden deutschen Maschinen- und Anlagenbau tragen dazu bei, den deutschen Technologievorsprung am Weltmarkt gegenüber der Konkurrenz aus Fernost zu sichern.

Allein in diesem Jahr investiert die Photovoltaikindustrie rund 100 Mio. Euro in Forschung & Entwicklung. Bereits heute werden rund 40% der deutschen Solarzellen exportiert. Mittelfristig werden diese Raten wie im Maschinenbau und bei der Windkraft auf über 70% anwachsen, so die Erwartungen deutscher Solarunternehmer.

Solarstrom in zehn Jharen günstiger als konventioneller Strom

Ermöglicht wird das dynamische Wachstum der deutschen Photovoltaik-Industrie und der Ausbau des Technologievorsprungs durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es sichert Betreibern von Photovoltaikanlagen eine kostendeckende und vorrangige Abnahme von Solarstrom durch die Netzbetreiber.

„Das EEG hat Deutschland in den letzten drei Jahren zu einem SolarValley gemacht“, unterstreicht Carsten Körnig und schätzt, „bei Beibehaltung eines verlässlichen Gesetzesrahmens wird Solarstrom vom eigenen Dach in zehn Jahren günstiger sein als konventioneller Strom aus der Steckdose“.

Vom 3. bis 7. September ist Mailand der Laufsteg für aktuelle Produktneuheiten der Photovoltaik. Zum größten Kongress der Photovoltaikbranche, der „European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition“ werden über 3.000 Entscheidungsträger aus Forschung, Industrie und Politik erwartet.

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