Deutsche Höchstspannungskarte zeigt bestehende und geplante Netzleitungen

| Redakteur: Johann Wiesböck

Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung: Nachdem neue HGÜ-Leitungen bisher vorrangig offshore in der Nordsee in der Netzkarte ergänzt wurden, konkretisiert sich jetzt die Planung dieser Verbindungen an Land. (Bildquelle: )
Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung: Nachdem neue HGÜ-Leitungen bisher vorrangig offshore in der Nordsee in der Netzkarte ergänzt wurden, konkretisiert sich jetzt die Planung dieser Verbindungen an Land. (Bildquelle: ) (Bild: VDE|FNN)

Die Neuauflage der VDE|FNN-Karte „Deutsches Höchstspannungsnetz“ zeigt neben den bestehenden, im Bau befindlichen und konkret geplanten Leitungen mit 380 und 220 Kilovolt auch erstmals in Gleichstromtechnik geplante Onshore-Leitungen. Die Karte können Sie kostenlos herunterladen.

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) hat die Karte „Deutsches Höchstspannungsnetz“ aktualisiert und darin erstmals geplante Onshore-Leitungen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) veröffentlicht. Nachdem neue HGÜ-Leitungen in den vergangenen Jahren vorrangig offshore in der Nordsee in der Netzkarte ergänzt wurden, konkretisiert sich jetzt die Planung dieser Verbindungen an Land.

Die Karte beinhaltet die Höchstspannungsleitungen der vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission, Amprion, TenneT TSO und TransnetBW. Neben den bestehenden Leitungen mit 380 und 220 Kilovolt werden auch die im Bau und in der konkreten Planung befindlichen Leitungen dargestellt.

Fünf HGÜ-Onshore-Leitungen sind nötig

Um Windenergie verlässlich zu den großen Verbrauchszentren im Süden Deutschlands zu transportieren, sind fünf HGÜ-Onshore-Leitungen notwendig und laut Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber vorgesehen. Die geplanten Leitungen sind nun mit Start- und Endpunkt in der Netzkarte verzeichnet.

Am weitesten fortgeschritten ist das Projekt Ultranet, dessen Trasse voraussichtlich von Osterath in Nordrhein-Westfalen nach Philippsburg in Baden-Württemberg verlaufen wird. Die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant. Das Besondere am Projekt Ultranet ist, dass Gleich- und Wechselstrom mit einer Spannung von 380 Kilovolt auf denselben und Großteils bereits vorhandenen Masten transportiert werden soll.

Thüringer Strombrücke schließt Nord-Süd-Lücke

Neu dargestellt ist die fertiggestellte „Thüringer Strombrücke“. Diese ist 2017 nach 15-jähriger Planungs- und Bauzeit in Betrieb gegangen und schließt eine zentrale Lücke für den Stromaustausch zwischen dem Nordosten und Süden Deutschlands.

Die Karte „Deutsches Höchstspannungsnetz“ mit dem Stand 1. Januar 2018 ist unter www.vde.com/fnn-netzplan als detaillierte Wandkarte (Maßstab 1:600.000, 112 mal 146 cm) oder als Faltplan (Maßstab 1:1.200.000, 60 cm mal 75 cm) erhältlich. Einen aktualisierten Übersichtsplan finden Sie kostenfrei ebenfalls unter www.vde.com/fnn-netzplan. VDE|FNN aktualisiert die Netzkarte alle zwei Jahre. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang 2020.

Forum Netztechnik/Netzbetrieb

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) entwickelt die Stromnetze vorausschauend weiter. Ziel ist der jederzeit sichere Systembetrieb bei steigender Aufnahme von Strom aus erneuerbaren Energien. VDE|FNN macht innovative Technologien in Form von VDE-Anwendungsregeln und technischen Hinweisen schnell alltagstauglich und systemkompatibel. Mitglieder sind über 450 Netzbetreiber, Stadtwerke, Hersteller, Anlagenbetreiber, Behörden und wissenschaftliche Einrichtungen.

Hintergrund zum VDE

Der VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen) und 1.600 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. Die Themenschwerpunkte des Verbandes reichen von der Energiewende über Industrie 4.0, Smart Traffic und Smart Living bis hin zur IT-Sicherheit.

Der VDE setzt sich insbesondere für die Forschungs- und Nachwuchsförderung sowie den Verbraucherschutz ein. Das VDE-Zeichen, das 67 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Hauptsitz des VDE ist Frankfurt am Main: www.vde.com.

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