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Naturwissenschaften Deutsche Forscher rekonstruieren Dinosaurier-Wirbel mit 3-D-Drucker

Redakteur: Franz Graser

An der Charité in Berlin ist es Röntgenspezialisten und Paläontologen gelungen, Dinosaurierknochen per Computertomographie zu visualisieren und mit einem 3-D-Drucker wiederherzustellen. Die Knochen befanden sich noch in der Gips-Ummantelung, in die sie von den Ausgräbern verpackt worden waren.

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Röntgenaufnahme des Dinosaurier-Wirbels, der immer noch in seiner Gips-Ummantelung steckte.
Röntgenaufnahme des Dinosaurier-Wirbels, der immer noch in seiner Gips-Ummantelung steckte.
(Bild: Radiology/Radiological Society of North America)

Das Ziel des Forschungsprojekts war es, das Knochenmaterial per Tomographie von dem Umgebungsgestein und sogenannten Gipsmantel zu trennen und den Knochen per 3-D-Drucker zu reproduzieren. Ausgegrabene Fossilien werden in der Regel noch am Fundort mit Gips ummantelt, um sie beim Transport und gegen Umwelteinflüsse zu schützen.

Wenn die Paläontologen dann daran gehen, die Knochen zu präparieren und zu studieren, dann wird diese Ummantelung (das sogenannte Jacket) aufgebrochen. Dabei kann es passieren, dass die Knochen beschädigt werden. Daher suchten die Berliner Forscher nach einer nicht-intrusiven Methode, um die Fossilien identifizieren zu können.

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Die Dinosaurierknochen waren im Keller des Berliner Museums für Naturkunde gelagert worden. Da das Museum im Zweiten Weltkrieg von Bombenangriffen in Mitleidenschaft gezogen wurde, waren die Fossilien unter Schutt begraben worden. Daher hatten die Angestellten des Naturkundemuseums nach dem Krieg große Schwierigkeiten, die Fossilien wieder zu identifizieren und zu ordnen. Durch die Untersuchung an der Charité steht nun fest, dass es sich bei den Dinosaurierknochen um einen Teil eines Fundes handelt, der zwischen 1910 und 1927 in einer Tongrube bei Halberstadt ausgegraben wurde.

„Der wichtigste Vorteil der Methode ist, dass sie nicht destruktiv. Das Risiko, das Fossil zu beschädigen, ist außerdem minimal“, sagte Dr. Ahi Sema Issever. „Die Methode benötigt zudem weniger Zeit als eine konventionelle Präparation.“

Darüber hinaus konnte das Fossil eindeutig einer Dinosauriergattung zugeordnet werden. Es handelt sich demnach um Überreste eines Plateosaurus, eines pflanzenfressenden Dinosauriers, der in der späten Trias (zwischen 217 und 201 Millionen Jahre vor unserer Zeit) lebte. Diese Tiere erreichten eine Länge von maximal 10 Metern und ein Gewicht von bis zu vier Tonnen. Neben den Funden in Halberstadt ist Plateosaurus unter anderem aus Lagerstätten in Trossingen in Baden-Württemberg bekannt, weswegen die Art auch den Beinamen „schwäbischer Lindwurm“ trägt.

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