Erste Quartalszahlen 2022 Deutsche Elektroindustrie weitet Exporte trotz Ukraine-Kriegs aus

Quelle: Pressemitteilung

Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie haben auch im März 2022 – dem ersten vollständig in den Russland-Ukraine-Krieg gefallenen Berichtsmonat – weiter zugelegt. Mit 20,7 Milliarden Euro übertrafen sie ihren entsprechenden Vorjahreswert um 5,1 Prozent, meldet der Branchenverband ZVEI.

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Obwohl sich der erste Monat des Ukraine-Kriegs bereits auf die Zahlen auswirkt kann sich die deutsche Elektroindustrie über einen überdurchschnittlich großen Zuwachs an Exporten im ersten Quartal 2022 freuen. Wie es danach aussehen wird, ist allerdings eher ungewiss.
Obwohl sich der erste Monat des Ukraine-Kriegs bereits auf die Zahlen auswirkt kann sich die deutsche Elektroindustrie über einen überdurchschnittlich großen Zuwachs an Exporten im ersten Quartal 2022 freuen. Wie es danach aussehen wird, ist allerdings eher ungewiss.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie hat im März ihre Exporte trotz des Ukraine-Kriegs ausgeweitet. Zwar gingen die Geschäfte mit Russland und der Ukraine im ersten vollen Kriegsmonat deutlich zurück, wie der Branchenverband ZVEI am Montag in Frankfurt berichtete.

Geschäfte in Europa, China und den USA legten kräftig zu

Auf den wichtigsten Auslandsmärkten wie den USA, China und der EU legten die Ausfuhren aber so stark zu, dass unter dem Strich ein Zuwachs um 5,1 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro blieb. Für das erste Quartal ergab sich ebenfalls ein Anstieg um 5,1 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro.

Die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland entwickelten sich erneut dynamischer als die Exporte. Im März wuchsen sie um 10,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 20,4 Milliarden Euro. Kumuliert von Januar bis März 2022 kamen die Elektroimporte auf 59,7 Milliarden Euro – ein Plus von 12,7 Prozent. „Somit wies die deutsche Elektro-Außenhandelsbilanz im ersten Quartal 2022 ein Defizit aus“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Zuletzt hatte es einen quartalsweisen Importüberschuss vor mehr als 20 Jahren gegeben.“

Die Branchenlieferungen in die USA stiegen im März erneut kräftig um 15,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 2,0 Milliarden Euro. Auch die Ausfuhren nach China – dem größten Abnehmerland vor den USA – zogen mit plus 13,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro wieder deutlich stärker an.

Die Exporte in die Niederlande erhöhten sich ebenfalls um 13,2 Prozent auf einen Wert von 1,1 Milliarden Euro. Im Ausfuhrgeschäft mit Italien und Frankreich gab es Zuwächse von 9,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro bzw. 8,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. In die EU insgesamt nahmen die Elektrolieferungen im März um 4,4 Prozent gegenüber Vorjahr auf 11,2 Milliarden Euro zu.

Die Exporte nach Großbritannien stagnierten mehr oder weniger (+ 0,4 % auf 918 Millionen Euro). Nach Polen gingen sie dagegen um 9,0 Prozent auf 921 Millionen Euro zurück.

Ausfallende Geschäfte in Russland und Ukraine dennoch deutlich bemerkbar

„Erwartungsgemäß ist der Elektro-Außenhandel mit Russland und der Ukraine im März 2022 eingebrochen“, so Gontermann, „Die Exporte nach Russland verfehlten mit 67 Millionen Euro ihren Vorjahreswert um vier Fünftel, und die Lieferungen in die Ukraine gingen mit 23 Millionen Euro um mehr als die Hälfte zurück.“ Die deutschen Einfuhren von Elektroprodukten aus Russland und der Ukraine waren im März um 20,8 Prozent auf 18 Millionen Euro bzw. um 31,8 Prozent auf 41 Millionen Euro rückläufig.

Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres. kamen die Branchenlieferungen nach Russland nur noch auf 647 Millionen Euro und lagen damit um 20,1 Prozent unter Vorjahr. Die Ausfuhren in die Ukraine gaben hier um 16,9 Prozent auf 111 Millionen Euro nach. Dagegen entwickelten sich die Importe sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine zwischen Januar und März noch positiv. Erstere erhöhten sich um 9,1 Prozent auf 59 Millionen Euro und letztere um 1,2 Prozent auf 168 Millionen Euro.

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