Deutsche Elektroindustrie mit durchwachsenem ersten Quartal

| Redakteur: Michael Eckstein

Warnstufe gelb: Stark nachlassende Exporterwartungen werfen für das nächste Quartal ihre Schatten voraus.
Warnstufe gelb: Stark nachlassende Exporterwartungen werfen für das nächste Quartal ihre Schatten voraus. (Bild: Clipdealer)

Die Elektroindustrie bekommt die zunehmenden weltweiten Unsicherheiten zu spüren: Allein im März bestellten ausländische Kunden 4,3% weniger. Das erste Quartal konnten die Unternehmen noch mit einem leichten Umsatzplus abschließen – der Ausblick auf die nächsten Monate ist aber trübe.

Im März 2019 verfehlten die Bestellungen in der deutschen Elektroindustrie ihren Vorjahreswert um 2,8 Prozent. Die Auftragseingänge aus dem Inland gingen um 0,9 Prozent zurück. Wesentlich stärker gaben die Auslandsorders mit minus 4,3 Prozent nach. „Im gesamten ersten Quartal dieses Jahres blieben die Auftragseingänge damit in etwa auf ihrem Vorjahresniveau“, sagte Dr. Andreas Gontermann, ZVEI-Chefvolkswirt. Hier stiegen die Inlandsbestellungen um 2,4 Prozent, während die aus dem Ausland um 2,3 Prozent nachgaben.

Mit minus 3,1 Prozent gegenüber Vorjahr fiel auch die preisbereinigte Produktion im März zurück. Für das gesamte erste Quartal 2019 ergibt sich damit ein Rückgang des aggregierten Branchenoutputs um 2,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Die Kapazitätsauslastung gab zu Beginn des zweiten Quartals um fast zwei Prozentpunkte auf 85,7 Prozent der betriebsüblichen Vollauslastung nach.

Einzelne Fachbereich haben sich stark unterschiedlich entwickelt

Gleichzeitig fiel die Reichweite der Auftragsbestände von 3,8 auf 3,4 Produktionsmonate. Ihre Produktionspläne ließen die Elektrounternehmen nach Informationen des ZVEI im April mehr oder weniger unverändert: 21 Prozent wollen ihren Output in den nächsten drei Monaten steigern, elf Prozent zurückfahren. Der Rest plant mit einem gleichbleibenden Produktionsniveau.

Der Umsatz der deutschen Elektrounternehmen belief sich im März 2019 auf 16,8 Milliarden Euro und lag damit knapp unter Vorjahr (- 0,6%). Die Erlöse im Inland sanken um 2,0 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Dagegen konnten die Auslandserlöse leicht um 0,5 Prozent auf 9,0 Milliarden Euro zulegen. Somit ist für das erste Quartal dieses Jahres ein Umsatzanstieg um 0,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 47,2 Milliarden Euro zu verzeichnen. Hier zogen der Inlandsumsatz um 1,3 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro und der Auslandsumsatz um 0,4 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro an.

Exporterwartungen haben stark nachgegeben

„Alles in allem war das erste Quartal ziemlich durchwachsen“, resümiert Dr. Gontermann. Und betont: „Hinzu kommt, dass sich die Entwicklung in den einzelnen Fachbereichen der Branche zwischen Januar und März sehr unterschiedlich dargestellt hat.“

Nach dem deutlichen Rückgang im März hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im April nochmals leicht eingetrübt. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Lage als auch die allgemeinen Geschäftserwartungen fielen etwas ungünstiger aus. Letztere liegen per Saldo im negativen Bereich. Die Exporterwartungen gaben im April stark nach: Hier fiel der Saldo aus positiven und negativen Antworten von neun auf jetzt nur noch einen Prozentpunkt.

Schwächelnder Halbleitermarkt: So reagieren erfahrene Unternehmen

Schwächelnder Halbleitermarkt: So reagieren erfahrene Unternehmen

06.05.19 - Trübe Aussichten: Schwache Quartalszahlen und zum Teil nachlassende Börsenkurse von Branchenschwergewichten wie Samsung, Intel, TI und ST zeigen, wie sehr die weltweiten Unwägbarkeiten Halbleiterfirmen zusetzen. Jetzt heißt es antizyklisch zu investieren. lesen

Einbruch bei Speichern drückt den Halbleitermarkt nach unten

Einbruch bei Speichern drückt den Halbleitermarkt nach unten

29.04.19 - In den letzten Jahren waren Speicher die Triebfeder der weltweiten Halbleiterumsätze. Die nun bröckelnden Preise werden sich 2019 aber sehr negativ auf das Wachstum des gesamten Chipmarktes auswirken: Der Speichermarkt soll um fast ein Viertel seines Volumens einbrechen. lesen

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
Lieber Forist, vielen Dank für Ihren Beitrag. Der ZVEI unterscheidet zwischen Elektro- und...  lesen
posted am 09.05.2019 um 13:50 von ME-RedaktionEP

Der Begriff Elektroindustrie ist falsch. Richtig wäre Elektronikindustrie.  lesen
posted am 09.05.2019 um 11:51 von Unregistriert


Mitdiskutieren
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 45908442 / Branchen & Märkte)