Ausfuhr-Aufschwung Deutsche Elektroexporte machen Vorjahresverluste wett

Redakteur: Michael Eckstein

Positive Signale aus der Elektroindustrie: Die Unternehmen konnten ihre Exporte um über ein Viertel steigern – nachdem das Geschäft letztes Jahr um mehr als ein Fünftel eingebrochen war. Allein im Mai legte der Absatz ins Ausland um knapp 30 Prozent zu.

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Container-Kapriolen: Der Export von Elektro- und Elektronikprodukten hat 2021 ordentlich zugelegt. Der Markt hat den Corona-Rückschlag des letzten Jahres mittlerweile wieder ausgeglichen.
Container-Kapriolen: Der Export von Elektro- und Elektronikprodukten hat 2021 ordentlich zugelegt. Der Markt hat den Corona-Rückschlag des letzten Jahres mittlerweile wieder ausgeglichen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die Exporte der deutschen Elektroindustrie sind im Mai 2021 um 26,6 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,1 Milliarden Euro gestiegen. „Vor einem Jahr waren sie bedingt durch die Corona-Pandemie allerdings auch um mehr als ein Fünftel eingebrochen“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Im Gesamtzeitraum von Januar bis Mai dieses Jahres summierten sich die aggregierten Branchenlieferungen ins Ausland auf 89,4 Milliarden Euro, womit sie 11,8 Prozent höher lagen als vor einem Jahr. „Der Zuwachs im bisherigen Jahresverlauf 2021 konnte die Verluste aus dem Jahr 2020 inzwischen wettmachen“, so Gontermann weiter.

Mit plus 25,1 Prozent gegenüber Vorjahr zogen die Einfuhren elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse nach Deutschland im Mai 2021 auf 16,1 Milliarden Euro an. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen sie auf 86,0 Milliarden Euro und übertrafen ihr Vorjahresniveau damit um 17,3 Prozent.

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EU ist wichtiger Absatzmarkt: Hoher Anteil der Ausfuhren geht in EU-Staaten

Die deutschen Elektroexporte nach Europa erhöhten sich im Mai 2021 um 29,5 Prozent gegenüber Vorjahr auf 10,8 Milliarden Euro. Bei den Ausfuhren in die Länder der EU (+ 31,4% auf 8,7 Mrd. €) sowie der Eurozone (+ 30,9% auf 5,4 Mrd. €) lag der Anstieg sogar jeweils über 30 Prozent.

Am kräftigsten fiel das Plus im Mai bei den Lieferungen nach Spanien (+ 41,0% auf 563 Mio. €) sowie nach Frankreich (+ 38,3% auf 1,0 Mrd. €), Italien (+ 36,8% auf 863 Mio. €) und Großbritannien (+ 31,1% auf 656 Mio. €) aus. Die Wachstumsdynamik bei den Lieferungen in die beiden osteuropäischen Länder Polen (+ 29,0% auf 878 Mio. €) und Tschechien (+ 27,8% auf 825 Mio. €) stand dem kaum nach. Kumuliert von Januar bis Mai dieses Jahres sind die zusammengenommenen Elektroausfuhren nach Europa um 15,2 Prozent gegenüber Vorjahr auf 57,5 Milliarden Euro gestiegen.

Zwei Mrd. Euro Umsatz allein im Mai: China erneut größtes Abnehmerland

In das größte Abnehmerland China hat die deutsche Elektroindustrie im Mai 2021 Waren im Wert von 2,0 Milliarden Euro exportiert. Das waren 13,1 Prozent mehr als im Mai 2020. In den gesamten ersten fünf Monaten dieses Jahres kamen die Branchenlieferungen in die Volksrepublik auf 10,1 Milliarden, womit sie um 11,2 Prozent höher ausfielen als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Die Elektroexporte in die – zweitplatzierten – USA machten im Mai einen kräftigen Sprung um 40,3 Prozent gegenüber Vorjahr auf 1,5 Milliarden Euro. „Da sie vor einem Jahr allerdings auch um fast zwei Fünftel eingebrochen waren, konnte der Mai-Wert aus dem Vorkrisenjahr 2019 jetzt noch nicht wieder erreicht werden“, erklärte Gontermann. Von Januar bis Mai 2021 belief sich das Wachstum der Lieferungen in die USA auf 5,2 Prozent; damit erreichten sie einen Wert von 7,5 Milliarden Euro.

Während die deutschen Elektroausfuhren in die USA im vergangenen Jahr um ein Zehntel geschrumpft waren, gab es im Exportgeschäft mit China auch 2020 immer noch ein Plus von knapp sieben Prozent.

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