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Industrielle Bildverarbeitung Deutsche Bildverarbeitungsindustrie ist weltweit erfolgreich

| Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Die deutsche Bildverarbeitungsindustrie hat 2006 ihren Wachstumskurs fortgesetzt und den Branchenumsatz um 9% auf insgesamt 1,1 Mrd. € gesteigert. „Insbesondere vom Inlandsmarkt gingen 2006 wieder kräftige Wachstumsimpulse aus: Hier konnte unsere Branche um 11% zulegen“, kommentierte Dr. Olaf Munkelt, Mitglied des Vorstandes von VDMA Industrielle Bildverarbeitung und Geschäftsführer von MVTec Software. Für 2007 prognostiziert der VDMA 6% Zuwachs.

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Dr. Olaf Munkelt, Mitglied des Vorstandes von VDMA Industrieile Bildverarbeitung und Geschäftsführer von MVTec Software
Dr. Olaf Munkelt, Mitglied des Vorstandes von VDMA Industrieile Bildverarbeitung und Geschäftsführer von MVTec Software
( Archiv: Vogel Business Media )

Industrielle Bildverarbeitung (IBV) aus Deutschland bleibt international stark positioniert: Lag die Exportquote vor wenigen Jahren noch unter 40%, so wurden 2006 bereits 57% des Umsatzes im Ausland realisiert. Damit nahm das Exportvolumen um 8% zu. Gut ein Viertel des Umsatzes wurde im europäischen Ausland realisiert. Die asiatischen und amerikanischen Märkte waren mit je 15% gleich stark gewichtet, meldet der VDMA.

Den größten Zuwachs erzielten die deutschen Anbieter 2006 im restlichen Europa (ohne Deutschland) mit 15% Plus. Die Lieferungen nach Asien (einschließlich Rest der Welt) stiegen um 8%, während die Exporte nach Amerika (Nord-/Mittel- und Südamerika) insgesamt um 2% zurückgingen – nach sprunghaftem Wachstum im vergangenen Jahr insgesamt jedoch auf hohem Niveau verblieben. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen gehen im laufenden Jahr Wachstumsimpulse hauptsächlich durch Exporte nach Amerika (Prognose: 19%) und Asien (Prognose: 11%) aus. Für Europa insgesamt wird mit einem moderaten Zuwachs von 2% gerechnet.

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Vision-Sensoren verzeichnen 157% Umsatzplus

Besonders dynamisch entwickelten sich die Umsätze bei den Bildverarbeitungskomponenten. Auf dem Vormarsch sind Vision-Sensoren, die erstmals als eigene Produktkategorie erfasst wurden – schlüsselfertige IBV-Produkte, die mit einem CCD- oder CMOS-Chip, einer Recheneinheit und spezifischer Applikationssoftware ausgestattet sind und einen charakteristischen Anwendungsbereich mit weiter Verbreitung haben – etwa Code-Lesen in der Halbleiterfertigung. Diese einfach einsetzbaren und preiswerten Produkte erzielten ein Umsatzplus von 157%.

Intelligente Kameras (Smart Cameras) blieben 2006 mit einem Plus von 19% erstmals unter den Zuwächsen der klassischen Bildverarbeitungskameras (+29%). Weiterhin kräftig zugelegt haben Beleuchtungen mit 43% (2005: 34%), Optiken mit 34% (2005: 10%) sowie IBV-Software mit 30% (2005: 29%). Framegrabber verzeichneten 2006 wieder ein leichtes Plus von 3% (2005: -1%).

Konfigurierbare Systeme liegen weiterhin im Trend

Bei den Bildverarbeitungssystemen liegen Standardsysteme, die sich flexibel einsetzen und einfach konfigurieren lassen, weiterhin im Trend. Ihr Umsatz stieg 2006 um 5% (2005: 45%). Im Gegensatz hierzu verzeichneten applikationsspezifisch erstellte IBV-Systeme 2006 einen Rückgang von 4%. Damit setzt sich die Entwicklung vom Vorjahr (2005: -3%) fort.

Bei den industriellen Anwendungen liegt die Automobilindustrie (einschließlich Zulieferern) weiterhin mit einem Anteil von 29% klar vorne – gefolgt von der Glasindustrie (13%) und der Elektro-/Elektronikindustrie (8%). Ein Fünftel ihres Umsatzes realisierte die Branche mit Applikationen außerhalb der industriellen Massenproduktion – also bei nicht-industriellen Anwendungen. Diese umfassen Aufgaben wie Unterscheiden von Leberfleck und Melanom, automatisches Erkennen von Gegenverkehr auf der Fahrbahn, Lesen von Nummernschildern und Überweisungsträgern oder auch Identifikation von Personen durch Iriserkennung oder Scannen von Fingerabdrücken. Hier gibt es weiterhin gute Wachstumsperspektiven.

Bei den Anwendungen nahm die Bedeutung der Inspektion von Endlos-Materialien weiter zu: Ihr Anteil erhöhte sich von 21% (2005: 27%). Wichtigstes Gebiet bleibt die Inspektion von Teilen (44%). Auch 3D-Verfahren nehmen einen großen Stellenwert ein.

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