Suchen

Deutsche Berufsausbildung erlebt in den USA einen Boom

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Trumpf nimmt die Ausbildung in die eigene Hand

Die Ausbildung in die eigene Hand nimmt lieber der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf. „Es ist nicht leicht für uns, qualifiziertes Personal in den USA zu finden. Allein am Standort in Farmington sind rund 80 Stellen offen. Dieser Fachkräftemangel beschränkt uns stellenweise“, sagt Peter Höcklin, CEO von Trumpf USA. Das Unternehmen hat in der neuen Demofabrik in Chicago rund 30 Mitarbeiter (siehe MM 39), einer davon ist ein Auszubildender.

„Für die Ausbildung unseres Azubis sind wir eine Kooperation mit einer lokalen Highschool eingegangen“, erläutert er. Und weiter: „Das Modell der dualen Ausbildung, wie wir es in Deutschland praktizieren, kommt hier in den USA sehr gut an. Sowohl unsere Azubis als auch die lokalen Highschools, mit denen wir dafür kooperieren, sind von diesem System begeistert.“

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Keine Wahl haben deutsche Unternehmen, die ihren US-Standort außerhalb der geografischen Abdeckung dieser beiden Programme haben – sie müssen selbst aktiv werden. So hat der Präzisionsteilehersteller Leipold aus Wolfach im Schwarzwald bei der Erweiterung des Werks in Windsor (Connecticut) angekündigt, auf Fachkräfte aus den USA zu setzen. In einem eigenen Ausbildungsprogramm schult das Unternehmen seine Mitarbeiter nach deutschem Vorbild, zusammen mit dem örtlichen College durchlaufen sie eine Art duale Ausbildung.

Auszubildende können in die USA gehen

Noch weiter geht der Greif- und Spanntechnikspezialist Schunk, der seine Ausbildungsstandards weltweit vereinheitlicht hat. So will es das Unternehmen den Lehrlingen ermöglichen, bereits in der Ausbildung Erfahrungen über Landesgrenzen hinaus zu sammeln. Unter der Federführung des Kompetenzzentrums für Drehtechnik und stationäre Spannsysteme in Mengen im Landkreis Sigmaringen und zusammen mit der IHK Bodensee-Oberschwaben sowie der GACC South sei es gelungen, die duale Berufsausbildung auf das Schunk-Werk in Morrisville zu übertragen.

Am Standort der Schunk Intec USA sind es zwei Auszubildende, die, wie in Deutschland üblich, in Berichtsheften dokumentieren, welche Ausbildungsinhalte vermittelt und welche Tätigkeiten ausgeführt wurden. Bei entsprechenden Leistungen haben sie aufgrund des einheitlichen Ausbildungsrahmenplans die Möglichkeit, einen Teil der Ausbildung an einem deutschen Standort zu verbringen. Umgekehrt können künftig Auszubildende aus Deutschland einzelne Ausbildungsabschnitte in den USA absolvieren.

(ID:45105279)