Antriebstechnik

Der WT1800E verbessert die Leistungsanalyse

| Autor / Redakteur: Ugur Gürsoy * / Hendrik Härter

Präzise Leistungsanalyse: Das Modell WT1800E von Yokogawa verspricht eine verbesserte Leistungsanalyse.
Präzise Leistungsanalyse: Das Modell WT1800E von Yokogawa verspricht eine verbesserte Leistungsanalyse. (Bild: Yokogawa)

Bei der Leistungsmessung in der Antriebstechnik wird höchste Präzision und Zuverlässigkeit gefordert. Der neue WT1800E bietet eine höhere Genauigkeit und ist noch flexibler einsetzbar als sein Vorgänger.

Die Historie der 6-phasigen Leistungsanalysatoren mit mechanischer Leistungsmessung hat bei Yokogawa mit dem WT1600 im Jahr 2001 begonnen. Der WT1600 und sein Nachfolger WT1800 haben sich weltweit, und hier vor allem für die Antriebstechnik, etabliert.

Für den Anwender zeichnen sich die Geräte durch hohe Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit aus. Das liegt vor allem daran, dass die Messgeräte eine 6-phasigen Leistungsmessung (3-phasig vor dem Frequenzumrichter und 3-phasig danach) plus der mechanischen Leistungsmessung beherrschen. Somit kann beispielsweise präzise und schnell mit einem Messgerät der Gesamtwirkungsgrad eines Antriebssystems bestimmt werden.

Ein kalibrierter Leistungsanalysator ist unabdingbar

In zahlreichen Prüfständen wie beispielsweise in der Antriebstechnik, Elektromobilität, Pumpensysteme, Bahntechnik, erneuerbare Energien oder bei Stromversorgungen werden die 6-phasigen Leistungsanalysatoren von Yokogawa zuverlässig und vielseitig eingesetzt. In der Industrie und in den Privathaushalten steigt der Energieverbrauch stetig an. Alternative Energiequellen aus Wind und Sonne werden immer wichtiger.

Die Elektromobilität macht große Fortschritte und erlangt weltweit Schritt für Schritt mehr Akzeptanz. Die Entwicklungsingenieure sind sowohl auf der Erzeugerseite als auch auf der Anwenderseite bestrebt, sehr effiziente Systeme zu entwickeln und die vorgegeben Normen einzuhalten. Dabei zählt es, jede kleine Verbesserung nachweislich zu dokumentieren und zu bestätigen. Für die Entwicklungen und Verbesserungen solcher elektrischer Systeme sind dedizierte Leistungsanalysatoren notwendig, die spezifizierte Messgenauigkeiten für die Wirkleistung bei verschiedenen Frequenzen besitzen.

Solche nachweiserfordernde Messungen lassen sich nur mit kalibrierten Leistungsanalysatoren ermitteln. Weder Oszilloskope noch Transientenrekorder inklusive umfangreicher Software-Funktionen eignen sich für solche Abnahmemessungen. Diese besitzen die erforderlichen, garantierten Spezifikationen für die Leistungsanalyse nicht. Der dedizierte Leistungsanalysator des Typs WT1800E bietet direkte Strom- und Spannungseingänge, umfangreiche Genauigkeitsspezifikationen für die Leistungsanalyse, ist flexibel und für den Anwender zuverlässig durch reproduzierbare Messergebnisse.

Ein Vergleich zum Modell WT1800 und was es bietet

Verbesserte Messgenauigkeit: In den unteren Frequenzbereichen von DC bis 66 Hz weist der WT1800E eine verbesserte Leistungsmessgenauigkeit gegenüber seinem Vorgänger auf. Das zeigt auch die Tabelle 1. Hervorzuheben sind die Verbesserungen bei DC und zwischen 45 bis 66 Hz. Diese Frequenzbereiche werden oft zu Vergleichen mit anderen Leistungsanalysatoren herangezogen.

Schon der Vorgänger WT1800 wies in seiner Klasse garantierte Spezifikationen in allen Frequenzbereichen auf. Das Modell WT1800E übertrifft diese nochmals und hebt die Präzision und die Zuverlässigkeit der Leistungsanalysatoren ein weiteres Mal. Folgende wichtige Hinweise sind in diesem Zusammenhang noch zu beachten. Die angegebenen, garantierten Genauigkeiten beziehen sich auf Effektivwert-Messbereiche und gelten bei einer Messbereichsaussteuerung von 1 bis 110 Prozent.

Eine besondere Herausforderung für die Leistungsanalysatoren entsteht, wenn sich die Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung 90° nähert und der Leistungsfaktor λ (Power Faktor PF) gegen Null geht. Bei einer Phasenverschiebung von ϕ = 90° ist die Wirkleistung P = 0 W. Strom und Spannung durchlaufen unterschiedliche Signalpfade. Daraus resultiert eine geringe Abweichung in den Strom- und Stromsignallaufzeiten. Das führt zu der gerätespezifischen, internen Phasenabweichung eines dedizierten Leistungsanalysators. Folglich wird ein P≠ 0 W angezeigt werden.

Beim WT1800E hat sich diese Spezifikation auf ΔP = ±0,07 % of S (S steht für die Scheinleistung) verbessert. Beim Vorgänger betrug der Wert 0,1 Prozent. Der Einfluss der internen Phasenabweichung wird bei Yokogawa Leistungsanalysatoren für alle Leistungsfaktoren λ in den Spezifikationen berücksichtigt.

Solche Spezifikationen zeichnen die dedizierten Leistungsanalysatoren aus. Sind bei einem Messgerät die Strom- und Spannungseingänge nicht aufeinander abgestimmt, kommen sie an ihre Grenzen und besitzen auch keine Spezifikationen bei verschiedenen Leistungsfaktoren.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44299597 / Messen/Testen/Prüfen)