Suchen

Der Stuhl als Werkzeug

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Stuhl ist nicht gleich Stuhl: Die Unterschiede zwischen dem sitzen im Büro und in der Industrie.

Firmen zum Thema

Ebenso unterschiedlich wie die Arbeitsplätze selbst, sind auch die Anforderungen an den jeweiligen Arbeitsstuhl. Wie jedes andere Werkzeug, ist ein industrieller Arbeitsstuhl ein hoch spezialisiertes Arbeitsmittel. Dabei hat ein Arbeitsstuhl mit einem klassischen Bürostuhl nur wenig gemein und eine tätigkeitsgerechte Stuhlwahl ist ausschlaggebend für einen produktiven Arbeitsfluss.
Ebenso unterschiedlich wie die Arbeitsplätze selbst, sind auch die Anforderungen an den jeweiligen Arbeitsstuhl. Wie jedes andere Werkzeug, ist ein industrieller Arbeitsstuhl ein hoch spezialisiertes Arbeitsmittel. Dabei hat ein Arbeitsstuhl mit einem klassischen Bürostuhl nur wenig gemein und eine tätigkeitsgerechte Stuhlwahl ist ausschlaggebend für einen produktiven Arbeitsfluss.
(Bild: Bimos)

Die Arbeit im industriellen Kontext unterscheidet sich grundlegend von der Arbeit im Büro. Ein Arbeitsstuhl muss nicht nur dem Menschen sondern auch seinem Einsatzbereich – etwa in der Produktion, im Labor oder am ESD-Arbeitsplatz perfekt gerecht werden. Dabei muss er eine Vielzahl komplexer Bedingungen erfüllen.

Unterschiedliche Anforderungen an die Ergonomie

Die Unterschiede beim Sitzen beginnen schon bei den verschiedenen Bewegungsabläufen und den daraus resultierenden Sitzpositionen. Denn diese unterscheiden sich in Büro und Industrie grundlegend. Statt gleichförmiger Bewegungen ohne jeglichen Kraftaufwand bestimmen im industriellen Kontext komplexe – teils feinmotorische, teils kraftaufwändige – Tätigkeiten den Alltag.

Diese Tätigkeiten beeinflussen auch die Sitzhaltung: Wird am Schreibtisch vor allem aufrecht oder zurückgeneigt gesessen (etwa beim Telefonieren), so ist für den industriellen Bereich – wie etwa im Labor oder in der Produktion – eine vorgeneigte Sitzhaltung typisch. Um gesundheitliche Schäden des Herz-Kreislauf- und des Muskel-Skelett-Systems zu vermeiden, ist es besonders wichtig, dass die Ergonomie eines Industriestuhls den Körper in seiner jeweiligen Position entlasten.

Variable Einstellungen für Mensch und Arbeitsplatz

Eine weitere Besonderheit in der Industrie ist die hohe Bandbreite an unterschiedlichen Arbeitshöhen. Im Gegensatz zum Büro treten im industriellen Kontext häufig hohe Tisch- und Werkstückhöhen auf, die ein großes Einstellspektrum, hohe Stuhlvarianten und eine zusätzliche Ausstattung wie Aufstiegshilfen notwendig machen.

Hinzu kommt, dass ein Bürostuhl zumeist nur acht Stunden täglich von ein und demselben Menschen genutzt wird. Im Mehrschichtbetrieb, wie er in der Produktion häufig die Regel ist, nutzen dagegen mehrere Personen einen Stuhl. Ein Arbeitsstuhl muss sich also leicht einstellen lassen und für seine 24- Stunden-Nutzung besonders robust sein. Während sich der Bürostuhl lediglich an den Menschen anpassen muss, muss der industrielle Arbeitsstuhl die Brücke zwischen Mensch und individueller Arbeitsplatzanforderung schlagen.

Design und Materialien für das jeweilige Arbeitsumfeld

Nicht zuletzt spielt auch das Arbeitsumfeld eine wichtige Rolle: Ein Büroarbeitsplatz ist relativ sauber. Dem stehen in der Industrie ganz konträre Umgebungen entgegen – einerseits mit viel Ölen, Funkenflug, Fusseln und Staub, andererseits Reinraumarbeitsplätze, bei denen sich keinesfalls Verunreinigungen absetzen dürfen.

In beiden Fällen muss ein Arbeitsstuhl besonders leicht zu reinigen sein und unempfindliche und widerstandsfähige Materialien aufweisen. Bei ESD-Arbeitsplätzen muss das Material zudem ableitend sein, um eine Beschädigung der Werkteile zu verhindern. Auch darf ein Arbeitsstuhl an Maschinen mit Verletzungsgefahr beim Setzen keinesfalls versehentlich wegrollen.

Für die Industrie gemacht

Wie ein Stuhl diesen Anforderungen gerecht werden kann, zeigt das Beispiel von „Neon". Dieser Arbeitsstuhl von Bimos, dem europäische Marktführer für Sitzlösungen außerhalb des Büros, wurde speziell für die Ansprüche des industriellen Sitzes konzipiert. Gleichzeitig bringt er Komfort und Design an den Arbeitsplatz.

Industrie-Ergonomie – was ist das?

Neon verfügt über eine eigens entwickelte Industrie-Ergonomie mit zwei unterschiedlichen Grundmechaniken. Bei einer meist vorgeneigten Sitzhaltung mit geringem Abstand zwischen Werkstück und Augen sorgt die Permanentkontakt-Rückenlehne dafür, dass der Rücken ideal gestützt bleibt.

Für Arbeiten mit häufig wechselnden Sitzpositionen steht alternativ die Synchrontechnik zur Verfügung, bei der Sitz und Rücken die Körperbewegungen begleiten. Zusätzlich ist die Form von Neon so gewählt, dass trotz einer idealen Rückenabstützung maximale Greifräume entstehen. Bei beiden Grundmechaniken halten sich Lehnenwiderstand und Körpergewicht durch die Gewichtsregulierung stets die Waage.

Individuelle Auswahl und Einstellungsmöglichkeiten

Die Höhe von Rückenlehne und Sitz sowie die Sitzneigung und -tiefe lassen sich bei Neon individuell auf Mensch und Arbeitsplatz einstellen. Ergänzend stehen Ausstattungsoptionen wie 4D-Armlehnen oder Aufstiegshilfen zur Verfügung. Um der produktionstypischen Arbeitsplatznutzung durch mehrere Personen gerecht zu werden und die ergonomischen Möglichkeiten des Stuhls optimal ausnutzen zu können, verfügt Neon über eine übersichtliche und klar verständliche Gestaltung der Bedienelemente.

Nachhaltigkeit und Effizienz werden unter anderem durch das 1+1-Wechselpolstersystem sichergestellt: Das Polster kann durch einfaches Ein- und Ausklicken getauscht werden - z.B. wenn mehrere Mitarbeiter am selben Arbeitsplatz arbeiten oder wenn ein Polster einmal beschädigt sein sollte.

Robust und reparaturfreundlich

Die Materialien, die bei Neon verarbeitet werden, sind widerstandsfähig und robust, sodass auch im industriellen Arbeitsumfeld mit starker Belastung ein schneller Verschleiß vermieden wird. Je nach Arbeitsbereich und -umfeld – z.B. Produktion, Labor oder ESD – kann aus vier Polstervarianten gewählt werden. Der modulare Aufbau macht den Arbeitsstuhl darüber hinaus sehr reparaturfreundlich.

Selbstverständlich erfüllt Neon alle notwendigen Industrienormen und verfügt über das GS-Zeichen. Verschiedene Fußvarianten wie Gleiter, Rollen oder Sitz-Stopp-Rollen verhindern ein Wegrutschen im Moment des Setzens.

Gelungenes Gesamtkonzept

Neon ist ein Spezialist für die Arbeit fernab des Schreibtisches. Die technischen Eigenschaften werden durch Umwelt- und Designaspekte ergänzt. Als erster Arbeitsstuhl überhaupt, wurde Neon mit dem Blauen Engel ausgezeichnet. Und Designpreise wie der Red Dot Design Award, der German Design Award oder die Auszeichnung „Gute Gestaltung" des Clubs Deutscher Designer zeigen, dass ein „industrielles Sitz-Werkzeug" auch durchaus schön sein kann.

(ID:45947661)