Der programmierbaren Zukunft auf der Spur – Das war der FPGA-Kongress 2018

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Informieren, Austauschen, Lernen und Netzwerken: Mit 288 Teilnehmern, knapp 100 Vorträgen und Tutorials sowie 25 Partnern war die Fachveranstaltung rund um die Programmierbare Elektronik so umfangreich und gut besucht wie nie zuvor.
Informieren, Austauschen, Lernen und Netzwerken: Mit 288 Teilnehmern, knapp 100 Vorträgen und Tutorials sowie 25 Partnern war die Fachveranstaltung rund um die Programmierbare Elektronik so umfangreich und gut besucht wie nie zuvor. (Bild: Andreas Burkhardt / Vogel Communications Group)

Wissensaustausch auf hohem Niveau, praktisches Training, zugängliche Einstiegstutorials und ein weiter Spielraum möglicher Applikationen: Über 280 Teilnehmer fanden sich vom 12. bis zum 14. Juni auf dem FPGA-Kongress 2018 ein, der inzwischen den europaweit größten Fachkongress rund um die programmierbaren Elektronikbausteine darstellt.

Die Entwicklung in Embedded Systemen und in der Mikroelektronik schreiten mit rasenden Schritten voran. Gerade die Verfügbarkeit schnellen Internets und großen Rechenkapazitäten in der Cloud haben die Tore geöffnet für effiziente, maßgeschneiderte Lösungen in allen Industriebereichen – ob nun in der Fertigung und industriellen Bildverarbeitung oder im Automobilmarkt, ob im Avionik- oder im Messtechnikbereich, ob in den energieeffizienten Lösungen im Embedded System oder in den leistungshungrigen Anforderungen der Rechenzentren. Aber egal, um welches Segment es letztendlich geht: In all diesen Bereichen setzen Hersteller immer stärker auf FPGAs.

Sicher, die Bausteine sind Weiterhin als Grundlage für eine schnelle Prototpyenentwicklung beliebt. Aber ihre Programmierbarkeit – und damit auch ihre Eigenschaft, Systeme für die Zukunft anzupassen und abzusichern – macht sie auch für Lösungen in Endanwendungen immer beliebter. Das war nicht nur den beinahe 100 Vorträgen und Tutorials zu entnehmen, die auf dem dritten gemeinsam von PLC2 und ELEKTRONIKPRAXIS ausgerichteten FPGA-Kongress 2018 geboten waren. Auch ein umfangreicher Ausstellungsbereich mit 25 Partnern und eine rege besuchte Abendveranstaltung samt BBQ-Grillen regten zum fachlichen Austausch und zum Netzwerken an.

Auch das wachsende Teilnehmerfeld lockte erneut Entwicklungsingenieure von Firmen an, die immer mehr beginnen, sich mit dem Potential von FPGAs und programmierbaren SoCs auseinanderzusetzen. Mit insgesamt 288 Teilnehmern aus 15 Ländern erreichte die Veranstaltung einen neuen Rekord – und zeigt, dass das Programm auch über die deutschen Sprachgrenzen hinaus Entwickler nach München zu locken vermochte. Selbstverständlich waren auf der plattformunabhängigen Fachkonferenz auch die größten FPGA-Hersteller der Welt – Xilinx, Intel PSG, Microsemi und Lattice – erneut in Lösungen, Vorträgen und Ausstellungen vertreten.

Interesse an kontinuierlicher Entwicklung besonders hoch

Ganz besonders interessiert zeigte sich ein Großteil der Teilnehmer an der Eigenschaft, FPGA-basierte Systeme durch kontinuierliche Entwicklung nicht nur bereit für den Massenmarkt, sondern auch über die Produktauslieferung hinaus zukunftssicher und nachhaltig zu gestalten. Continuous Development und Continuous Integration sind gerade in einer Zeit schneller technologischer Veränderungen wichtige Schlagworte – und die flexiblen FPGAs ein Schlüsselbaustein dafür, Systeme stets auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Auch am Einsatz von Entwicklungstools, welche die Entwicklung von FPGA-basierten Systemen leichter von der Hand gehen lassen, ist das Interesse der Teilnehmer ungebrochen hoch. Dies spiegelte sich auch im starken Andrang auf entsprechende Tutorials nieder, welche die Anwendung von und das FPGA-Design mit diesen Werkzeugen anschaulich und praxisnah weitergaben.

Um der gestiegenen Bedeutung im wachsenden Automobilelektronikmarkt Rechnung zu tragen, wurde am zweiten Kongresstag erstmals eine eigene Vortragsreihe für Automotive-Anwendungen eingeführt, die regen Zuspruch fand. In diversen Vorträgen wie auch im Ausstellungsbereich schlug sich auch der Trend zu künstlicher Intelligenz nieder: Gleich mehrere Referenten legten die Möglichkeiten maschinellen Lernens unter Zuhilfenahme von FPGAs dar – ob nun in Endanwendungen oder im Datenzentrum für Cloudcomputing – und präsentierten ihre Neural-Network-Lösungen entsprechend im Exponatsbereich.

FPGAs – und FPGA-Entwickler – gestalten die elektronische Zukunft

Kein Wunder, dass das Thema künstliche Intelligenz auch ein wichtiger Bestandteil der Keynote war, in der Chris Dunlap von Xilinx über die Rolle von FPGAs als „Adaptable hardware accelerators for Cloud and Edge applications“ sprach – und gerade die hohe Bedeutung dieses Anwendungsfeldes auch für zukünftige Technologieentwicklungen unterstrich: Tools, Entwicklungsteams und auch harte Rechenleistung verlagern sich zunehmend in die Cloud. Die Rechenleistung von FPGAs habe sich in einem Maße entwickelt, die das Wachstum von herkömmlichen Prozessoren bei Weitem überflügelt. Das allgemeine Datenvolumen ist geradezu explodiert, und wir stehen am Anbeginn des neuen KI-Zeitalters. CPU-basierte Systeme alleine können mit dieser Entwicklung nicht mithalten: Es ist die Aufgabe von Hard- wie Softwareentwicklern, diese Fortschritte mitzumachen und mitzugestalten – um mit deren Hilfe bessere, leistungsfähigere und effizientere Geräte hervorzubringen. FPGAs und programmierbare SoCs, deren Programmierbarkeit und damit verbunden deren Zukunftssicherheit, sind hierfür der Schlüssel.

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