Kabelkonfektion Der Kabelkonfektionär als Systemanbieter

Redakteur: Kristin Rinortner

Unger entwickelt im Erzgebirge intelligente Anschlusssysteme für unterschiedliche Endgeräte auf vollautomatischen Linien. Qualitäts- und Sicherheitsstandards spielen eine große Rolle.

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Komplettset UACS: Es besteht aus einer Netzanschlussleitung mit Schuko-Winkelstecker und Geräteanschlussdose. Den Geräteanschlussstecker kann man in verscheiden Varianten bestellen
Komplettset UACS: Es besteht aus einer Netzanschlussleitung mit Schuko-Winkelstecker und Geräteanschlussdose. Den Geräteanschlussstecker kann man in verscheiden Varianten bestellen
(Bild: Marcel Drechsler - Mediendesign)

Eine einfache Leitung mit einem Steckverbinder intelligent weiter zu entwickeln ist nicht trivial. Um ein Anschlusskabel zu optimieren, muss man in das Endgerät hineindenken. Es geht darum, die Anforderungen des Endgerätes auf den Netzanschluss zu übertragen. Dabei spielen Energieeffizienz, Kosten- und Materialeinsparung sowie Gerätesicherheit eine bedeutende Rolle. In die Entwicklung müssen deshalb teilweise auch Vormateriallieferanten mit einbezogen werden

Ein Beispiel ist der Produktbereich „Weiße Ware“, für den die Firma Unger ein international einheitliches Geräteanschlusssystem entwickeln sollte. Die Hersteller der Hausgeräteindustrie vertreiben ihre Produkte in großen Stückzahlen weltweit und werden meist mit der Problematik unterschiedlicher Ländervarianten konfrontiert. Das erschwert auch den internen Produktionsprozess.

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Zunächst wurde die Idee verfolgt für Elektroherde ein Anschlusssystem zu entwickeln, das den Montageprozess der Geräteinnenverdrahtung vereinfacht. So entstand das Komplettsystem Unger Appliance Connection System (UACS).

Heute bietet UACS1 aufgrund seiner Ausführungsvarianten Einsatzmöglichkeiten über den Herdbereich hinaus. Das System kann auf zahlreiche Endgeräte wie Spül- und Waschmaschinen, Kühlschränke, Mikrowellen oder Trockner angepasst werden. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Temperaturen (70, 90, 120°C) und Stromstärken (6, 10, 16 A). Den Steckverbinder selbst gibt es als gerade und gewinkelte Variante.

Das Funktionsprinzip erklärt Bild 2. Es gibt einen Ausschnitt am Gerät, in dem der Gerätestecker einrastet wird. Die Anschlussleitung mit passender Anschlussdose kann dann ohne Einfluss auf die innere Verdrahtung mit dem Gerät verbunden und wieder getrennt werden.

Daraus ergeben sich Vorteile für den Gerätehersteller: Die Verbindung zur Innenverdrahtung ist elektrisch und mechanisch gesichert, die Montage wird vereinfacht und eine automatische Prüfung ist möglich. Die Netzleitung kann separat verpackt zum Gerät mitgeliefert werden und ist verfügbar in unterschiedlichen Längen. Zusätzlich steigt die Gerätesicherheit. UACS1 ist VDE approbiert und bereit zur Serienproduktion.

Mehrphasige Systeme für den Hausgerätemarkt

Aber nicht nur einphasige Systeme sind für den Hausgerätemarkt interessant sondern auch mehrphasige Systeme. Aus diesem Grund wurde UACS5 realisiert, welches patentrechtlich angemeldet ist.

Ebenso wie beim UACS1 gibt es auch bei diesem Geräteanschlusssystem verschiedene Lösungsvarianten. Der Schutzkontakt kann beispielsweise geschraubt oder gesteckt werden, je nach Kundenwunsch und Einbausituation. Es gibt sogar Lösungen, bei denen der Schutzleiteranschluss direkt bei der Montage erfolgt. Somit entfällt ein extra Arbeitsgang und zusätzlicher Materialeinsatz auf der Geräteseite des Kunden.

Aktuell gibt es Überlegungen und erste Produkttests dazu, wie man eine Leitung optimal in das Gerät einführen kann. Laut Forderung der VDE-Richtlinien benötigt jedes elektrische Gerät mit Netzanschlussleitung für seine sichere Funktion mindestens eine Leitung mit Knickschutz sowie eine Zugentlastung. Die Leitung durch das Gehäuse zu führen ist jedoch meist Handarbeit und verursacht hohe Kosten und eine schwankende Qualität.

Kabelmontageelement für Zugentlastung und Knickschutz

Ein neu entwickeltes Kabelmontageelement übernimmt die Zugentlastung und den Knickschutz der Netzanschlussleitung (Bild 3). Das erleichtert das Durchführen und Fixieren der Netzanschlussleitung im Gehäuse unter Berücksichtigung von gestalterischen Merkmalen des Gerätes. Dieses System verringert die Kosten bei der Montage und ist entsprechend den Anforderungen für eine vollautomatische Fertigung konzipiert.

Gearbeitet wird ebenfalls an Lösungen auf Basis von Direktkontaktier-Systemen bei der Schutzleiterkontaktierung im Rahmen des Montageprozesses.

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