Aufgedeckt

Der Höchstleistungsrechner SuperMUC

| Redakteur: Franz Graser

(Bild: Leibniz-Rechenzentrum/IBM)

Einen Blick ins normalerweise versteckte Innenleben technischer Geräte und Apparaturen wirft die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS in der Rubrik "Aufgedeckt". Aus aktuellem Anlass betrachten wir den Superrechner SuperMUC.

Am 20. Juli 2012 wurde der SuperMUC, der neue Höchstleistungsrechner des Leibniz-Rechenzentrums, in Garching bei München eingeweiht. Der Name des Computers leitet sich vom Kürzel MUC, dem internationalen IATA-Code des Münchner Flughafens, ab.

Laut der aktuellen Top-500-Liste der schnellsten Computer liegt SuperMUC in Europa an der Spitze und weltweit auf Platz vier. Die Kosten für den von IBM gebauten Rechner belaufen sich auf 135 Millionen Euro.

Der von IBM gebaute Supercomputer gilt insbesondere wegen seiner energiesparenden Warmwasserkühlung als richtungsweisend. Da das Kühlwasser für die Prozessoren und den Hauptspeicher bis zu 40 Grad Celsius warm sein darf, muss das Wasser nicht extra gekühlt werden, bevor es in den Kühlkreislauf gelangt. Bisher ist es üblich, Kühlwasser für Großrechner auf eine Temperatur von etwa 16 Grad Celsius zu bringen. Da die Vorkühlung entfällt, rechnen IBM und das Leibniz-Rechenzentrum mit einer Energieeinsparung von bis zu 40 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Systemen.

Der Computer verfügt über mehr als 155.000 Rechenkerne. In der Spitze sind damit drei Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde möglich. Der Hauptspeicher (RAM) des SuperMUC umfasst über 330 Terabyte. Das NAS-Storage-System von NetApp stellt vier Petabyte zur Verfügung.

Auffällig sind die gelben Kabeltrassen, die die einzelnen Recheneinheiten miteinander verbinden. Die Verbindungen basieren auf der Infiniband-Technik. Die Recheneinheiten sind in 18 Thin Node-Inseln mit je 8192 Intel-Kernen (Sandy Bridge) und eine Fat Node-Insel mit 8200 Intel Westmere-Cores zusammengefasst. Als Betriebssystem dient der Suse Linux Enterprise Server SLES 11 SP2. Für das Systemmanagement wird xCat von IBM benutzt.

Das Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) wurde 1962 unter dem Dach der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gegründet. Heute ist das LRZ Dienstleister und IT-Kompetenzzentrum für 120.000 Wissenschaftler und Studierende der Münchner Hochschulen und für wissenschaftliche Einrichtungen in Bayern. Zusammen mit Partnerzentren in Jülich und Stuttgart bildet es seit 2007 das nationale „Gauss Centre for Supercomputing“ (GCS) und gehört dem europäischen Supercomputer-Netzwerk „Partnership for Advanced Computing in Europe“ (PRACE) an.

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