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Meilensteine der Elektronik Der geniale INA-Nadelkäfig brachte den industriellen Durchbruch

Redakteur: Johann Wiesböck

Mit Mut und Kreativität begannen die Brüder Schaeffler im April 1946 ihr unternehmerisches Engagement in Herzogenaurach und legten gemeinsam mit ihren Mitarbeitern den Grundstein für die heutige Schaeffler Gruppe. Lesen Sie hier, wie es Schaeffler mit einer bahnbrechenden Idee zum Weltkonzern schaffte.

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Im Jahr 1946 produzierte Schaeffler Gürtelschnallen und Knöpfe aus Holz
Im Jahr 1946 produzierte Schaeffler Gürtelschnallen und Knöpfe aus Holz
(Bild: Schaeffler)

Die Schaeffler Gruppe wird 70. Den Grundstein für die heutige Unternehmensgruppe legten die Brüder Dr. Wilhelm Schaeffler und Dr.-Ing. E.h. Georg Schaeffler 1946 mit der Gründung der Industrie GmbH in Herzogenaurach. Hier befindet sich seither der Hauptsitz der Schaeffler Gruppe. Der rasante Aufstieg des Unternehmens begann, als Dr. Georg Schaeffler 1949 den INA-Nadelkäfig erfand.

Bald darauf produzierte Schaeffler das käfiggeführte Nadellager in großen Mengen insbesondere für die deutsche Automobilindustrie. Heute ist die Schaeffler Gruppe ein global tätiger, integrierter Automobil- und Industriezulieferer mit rund 84.000 Mitarbeitern weltweit

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Die Anfänge: Die Vorgeschichte der Schaeffler Gruppe nahm ihren Anfang in Katscher in Oberschlesien. Dort übernahm Dr. Wilhelm Schaeffler ein Textilunternehmen, das später auch Metallprodukte fertigte. Nach einer Zwischenstation in Schwarzenhammer im Fichtelgebirge kamen die Gebrüder Schaeffler 1946 nach Herzogenaurach auf der Suche nach einem Grundstück mit Gleisanschluss für ihr Unternehmen.

Die Stadt verkaufte den beiden Brüdern ein geeignetes Grundstück gegen die Zusage, innerhalb eines Jahres 120 Arbeitsplätze zu schaffen. Diese wurden in Herzogenaurach dringend gebraucht. Ein Jahr später beschäftigte die neu gegründete Industrie GmbH bereits 193 Mitarbeiter. Zu Beginn fertigte die Industrie GmbH Holzartikel für den täglichen Bedarf: Leitern, Kinderroller, Gürtelschnallen und Knöpfe sowie in Schwarzenhammer als Verkaufsschlager umbaufähige Handwagen.

Bald kamen Metallprodukte hinzu wie Gewindeschneidbacken, Gelenkkreuzbüchsen und Nadellager für den Ersatzteilbedarf. Aus dieser Anfangszeit stammt auch die Markenabkürzung INA für „Industrie-Nadellager“, die Dr. Georg Schaeffler Jahre später auf Nachfrage seiner Mitarbeiter auch als „Immer neue Aufgaben“ übersetzte.

Die geniale Idee zur Erfindung des INA-Nadelkäfig

1949 entwickelte Dr. Georg Schaeffler den INA-Nadelkäfig, in dem die Wälzkörper achsparallel geführt werden. Die neue Bauart war gegenüber den bis dahin eingesetzten Nadellagern kompakter, leichter, zuverlässiger und ermöglichte höhere Drehzahlen.

Diese Vorteile verhalfen dem INA-Nadellager zum industriellen Durchbruch und im Laufe des Jahres 1950 gelang der Schritt vom Prototyp zum serienreifen Wälzlager. Im September 1950 wurde der INA-Nadelkäfig zum Patent angemeldet. Schon bald war das Nadellager aus Herzogenaurach eine unverzichtbare Komponente für den Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbau, ohne die schon 1953 kein neues deutsches Auto mehr fuhr.

Der Erfolg des INA-Nadellagers und seine Weiterentwicklung erforderten eine ständige Ausweitung der Produktionskapazitäten im In- und Ausland. Die Internationalisierung des Unternehmens begann 1951 im saarländischen Homburg, das damals noch zum französischen Wirtschaftsraum gehörte.

1957 nahm das erste Auslandswerk in Llanelli in Großbritannien die Produktion auf. Zwei Jahre später folgte Schaeffler dem Kunden Volkswagen nach Brasilien und eröffnete dort ein neues Werk. Mitte der 60er Jahre erfolgte der Eintritt in den US Markt durch eine Unternehmensbeteiligung, aus der 1969 eine eigene Landesgesellschaft hervorging.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 kamen Standorte in Osteuropa und in Asien hinzu. Heute verfügt Schaeffler mit rund 170 Standorten in über 50 Ländern über ein weltweites Netz aus aktuell 74 Produktionsstandorten, sowie Forschungs- und Entwicklungszentren und Vertriebsgesellschaften.

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