EMS-Industrie Der europäische EMS-Markt in Zahlen

Autor / Redakteur: Dieter G. Weiss, in4ma / Johann Wiesböck

Nach Veröffentlichung der Jahresberichte der großen EMS/ODM-Unternehmen in Europa gibt in4ma nun auch den jährlichen Produktionswert 2020 für die europäische EMS/ODM-Industrie bekannt.

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Licht und Schatten: Im ersten Halbjahr 2021 hat sich die EMS-Branche stark erholt. Doch besonders kleinere EMS-Hersteller werden in den nächsten Monaten zu kämpfen haben.
Licht und Schatten: Im ersten Halbjahr 2021 hat sich die EMS-Branche stark erholt. Doch besonders kleinere EMS-Hersteller werden in den nächsten Monaten zu kämpfen haben.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Die in4ma-EMS-Marktanalysen werden von Dieter G. Weiss durchgeführt und decken mittlerweile rund 85 Prozent aller EMS/ODM-Unternehmen in Europa ab, während einige, primär kleinere Unternehmen, die länger brauchen, bis sie ihre Berichte im Firmenregister veröffentlichen, modelliert werden mussten. Das geschieht jedes Jahr auf gleiche Weise, und die restlichen 15 Prozent werden aktualisiert, sobald die Jahresabschlüsse verfügbar sind.

Während der Recherche der letzten 12 Monate haben wir festgestellt, dass die verbleibenden 15 Prozent im Jahr 2019 viel niedrigere Einnahmen hatten als von uns modelliert wurde. 85 Prozent aller Umsätze in Europa wurden von 290 Unternehmen erwirtschaftet, die restlichen 15 Prozent kommen von 1682 Unternehmen und diese verloren durchschnittlich 5,2 Prozent ihres Umsatzes, 4,5 Prozent mehr als ursprünglich modelliert.

Umsatzrückgang ab 2019

Während von 2014 bis 2018 die Zahl der Unternehmen mit Umsatzwachstum von 75 Prozent auf 80 Prozent stieg, gab es 2019 einen Rückgang auf 63 Prozent. 37 Prozent der Firmen verzeichneten einen Umsatzrückgang gegenüber 2018, hauptsächlich kleinere EMS.

Das hat nun zu einer Reduzierung des jährlichen Produktionswertes 2019 von 44 Mrd. Euro auf 43,7 Mrd. Euro geführt. Die Werte für 2020 beliefen sich auf 41,3 Mrd. Euro, ein Rückgang um 5,4 Prozent.

Top 30 der EMS- und ODM-Unternehmen

Absichtlich werden nur die Top 30 in Europa gezeigt (Bild 1). Top 31 bis 50 ist ein Minenfeld. So gibt es dort Unternehmen, die im Bereich der Verteidigungselektronik tätig sind und der EMS-Anteil nur modelliert werden kann, Unternehmen, die sich mehrheitlich auf die PCBA-Reparatur konzentrieren, OEMs, die auch EMS anbieten, und Hersteller von Flex-Schaltungen, die 95 Prozent dieser Flex-Schaltungen auch bestücken.

Bild 1: Das Ranking der Top 30 EMS/ODM in Europa im Jahr 2020
Bild 1: Das Ranking der Top 30 EMS/ODM in Europa im Jahr 2020
(Bild: in4ma)

Das sind alles Firmen, die werden von den klassischen EMS nicht als Wettbewerb angesehen. Das heißt, man kann sich immer streiten, ob man sie in Betracht ziehen sollte oder nicht.

In4ma hat eine klare Definition, was berücksichtigt wird und was nicht, und diese Definition hat sich in den letzten sechs Jahren nicht geändert.

Im ersten Halbjahr 2021 hat sich die EMS-Branche stark erholt. In4ma und IPC haben 2021 erneut eine Halbjahresumfrage durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf Deutschland, Österreich und der Schweiz, wohl wissend, dass die Werte nicht allzu sehr vom Rest Europas abweichen.

Auch hier wurden die ausgewiesenen Umsätze nach Umsatzgruppen analysiert und mit allen Analyseergebnissen des Jahres 2020 zu einem Gesamtbild kombiniert.

Bild 2: Die Entwicklung der EMS-Industrie in DACH in „Coronazeiten“
Bild 2: Die Entwicklung der EMS-Industrie in DACH in „Coronazeiten“
(Bild: in4ma)

Bild 2 zeigt, dass die dramatischen Auswirkungen von Corona erst im 2. Quartal 2020 einsetzten und sich in den nächsten drei Quartalen nur marginal verbesserten. Die eigentliche Belebung fand im 2. Quartal 2021 statt. Wenn man sich nun die Ergebnisse des 2. Quartals 2021 anschaut und diese mit dem 2. Quartal 2020 vergleicht, wird deutlich, dass es bisher nur die großen (XL) EMS sind, denen es besser geht als 2019.

Die Lage der mittleren und kleinen EMS

Für die mittleren EMS-Unternehmen (L/M) besteht noch die Chance, bis zum Jahresende auf den Umsatz 2019 zu gelangen. Für die kleinen Unternehmen (S/XS) wird es bis 2022 dauern, bis sie die Einnahmen von 2019 wieder erreichen.

Für kleinere Unternehmen, insbesondere solche mit geringem Eigenkapital, wird es jetzt ein harter Kampf, ihr Geschäft am Laufen zu halten. Es gibt Möglichkeiten, ihnen zu helfen zu überleben, bei Interesse wenden Sie sich einfach an in4ma. Vor allem Marketing wird immer wichtiger, gerade für die kleinen (S/XS) Unternehmen. Einige von ihnen leben von drei oder vier Kunden.

EMS-Marktforscher Dieter G. Weiss, in4ma, ist bekannt für genaue Zahlen und klare Worte.
EMS-Marktforscher Dieter G. Weiss, in4ma, ist bekannt für genaue Zahlen und klare Worte.
(Bild: in4ma)

Die Folgen waren im 2. Quartal 2020 sichtbar, als der größte Umsatzrückgang für ein Unternehmen bei 68 Prozent lag und im Durchschnitt sich ein Umsatzrückgang von 23,9 Prozent einstellte. Hoffnung wird in einem solchen Fall nicht helfen, Deutliche Veränderungen der Strategie vielleicht. Mehr Zahlen und Informationen finden Sie unter www.in4ma.de und www.ems-scout.de.

Der EMS-Termin 2022: Bitte merken Sie sich in Ihrem Kalender schon jetzt den 20. EMS-Tag am 8. September 2022 vor: www.ems-tag.de.

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