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Christian Doppler Der Entdecker des Doppler-Effekts wurde vor 212 Jahren geboren

| Autor: Thomas Kuther

Was haben Flugzeuge, schnelle Autos, rote Blutkörperchen, klopfende Herzen, Gase in dichten Rohren und die Sterne am Himmel gemeinsam? Ihre Geschwindigkeit wird mit Hilfe eines physikalischen Prinzips gemessen, das der weltbekannte Naturwissenschaftler Christian Andreas Doppler entdeckt hat.

Christian Doppler: Der Entdecker des nach ihm benannten Doppler-Effeks wäre am 29. November 2015 212 Jahre alt geworden.
Christian Doppler: Der Entdecker des nach ihm benannten Doppler-Effeks wäre am 29. November 2015 212 Jahre alt geworden.
(Bild: Public Domain)

Christian Doppler wurde am 29. November 1803 in Salzburg geboren und starb am 17. März 1853 in Venedig. Wegen seiner schwachen körperlichen Konstitution war der Sohn eines Steinmetzes den Anforderungen im väterlichen Betrieb nicht gewachsen. Auf Anraten des Mathematikers Simon Stampfer besuchte er im Alter von 18 Jahren am Polytechnischen Institut Wien Vorlesungen in Mathematik, Physik und Mechanik. Mit 21 Jahren entschloss er sich, in Salzburg privat das Gymnasium nachzuholen, und schaffte auf Grund seines Alters und seiner Reife alle Prüfungen in viereinhalb Jahren anstatt der vorgeschriebenen acht.

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Ab 1829 arbeitete Doppler als Assistent am Polytechnischen Institut Wien und schrieb seine ersten Publikationen. Ab 1835 lehrte er an einer Realschule in Prag und später am Prager Polytechnischen Institut Mathematik und Physik. 1836 heiratete er Mathilde Sturm. 1840 wurde er außerordentliches Mitglied der Königlich Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften und wurde 1841 zum Ordentlichen Professor für Mathematik und Physik an der Karls-Universität Prag berufen.

Experimentellen Nachweis des akustischen Doppler-Effekts mittels Dampflok

In seiner Zeit als Professor publizierte Doppler in Prag über 50 wissenschaftliche Arbeiten über Physik, Mathematik und Astronomie. Sein Hauptwerk, Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels, verlas er am 25. Mai 1842 vor der Königlich Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Seine Hypothese, die Farbigkeit der Sterne beruhe auf der Entfernungsänderung während der Lichtaussendung, war schon nach dem damaligen Kenntnisstand der Astronomen unhaltbar – dazu ist die Sternbewegung viel zu langsam. Sein Bemühen um Anerkennung führte aber zum baldigen experimentellen Nachweis des akustischen Doppler-Effekts – die Dampfloks waren dafür gerade schnell genug –, sodass sein Name mit dem Effekt verbunden blieb.

Doppler war der erste Professor für Experimentalphysik

Im Zuge der Wirren um die Märzrevolution 1848 zog er mit seiner Familie nach Wien und wurde 1850 von Kaiser Franz Josef zum Direktor des Physikalischen Instituts der Universität Wien berufen. Er war in der stark wachsenden Metropole der erste Professor für Experimentalphysik. Der Familienmensch Doppler wurde stets von seiner hochintelligenten Frau unterstützt.

1853 starb Doppler in Venedig, in dessen mildes Klima er 1852 wegen seines Lungenleidens ausgewichen war, an den Folgen einer Staublungenerkrankung. Am Friedhof von San Michele gibt es gleich beim Eingang eine Gedenktafel, sein tatsächliches Grab auf diesem Friedhof wurde aber bis heute noch nicht aufgefunden.

Doppler und die „Vibrationstheorie“

Doppler hat sich eingehend mit der von Young 1817 aufgestellten und auch von Fresnel vertretenen, in Österreich 1823 bereits von Baumgartner in dessen „Naturlehre“ aufgegriffenen Theorie der Wellennatur des Lichtes, damals „Vibrationstheorie“ genannt, auseinandergesetzt. 1842, also in seiner Prager Zeit, publizierte er die den „Doppler-Effekt“ voraussagende epochale Abhandlung „Über das farbige Licht der Doppelsterne und einiger anderer Gestirne des Himmels“. Daneben publizierte er in seiner Zeit als Professor in Prag über 50 wissenschaftliche Arbeiten über Physik, Mathematik und Astronomie.

Diese und seine Arbeit „Über den Einfluss der Bewegung des Fortpflanzungsmittels auf die Erscheinungen der Äther-, Luft- und Wasserwellen: ein weiterer Beitrag zur allgemeinen Wellenlehre“ von 1847 erregten große Aufmerksamkeit und wurden von Christoph Buys-Ballot, Scott Russell und den in den USA lebenden italienischen Astronomen Benedetto Sestini im Experiment bestätigt, sodass sich Doppler 1850 optimistisch äußern konnte: „Ich lebe mehr als je der Überzeugung, dass der Farbenschmuck, welchen das beobachtende Auge an den Doppelsternen und einigen anderen Gestirnen des Himmels bewundert, uns einstens wohl zu mehr als einer bloßen Augenweide, dass er uns in einer, wenn auch vielleicht fernen Zukunft dazu dienen werde, die Elemente der Bahnen von Himmelskörpern zu bestimmen, deren unermessliche Entfernung uns nur noch die Anwendung rein optischer Hilfsmittel gestattet.“

Die Christian-Doppler-Ausstellung in Salzburg

Eine Christian-Doppler-Ausstellung befindet sich im Haus der Natur in Salzburg (Museumsplatz 5, Tel. +43 662 842653 22). Der Christian-Doppler-Fonds unterstützt wissenschaftliche Untersuchungen und Schriften.

(Quellen: Universität Salzburg, Wikipedia und Austria-Forum)

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