Suchen

VW Golf GTE Der elektrifizierte GTI vereint das Beste aus zwei Welten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

VW bringt Ende des Jahres den Golf GTE auf den Markt, der zwei Welten zusammenbringt: der Plug-In-Hybrid ist sportlich wie ein GTI oder GTD und fährt auf Knopfdruck rein elektrisch wie ein e-Golf.

Firmen zum Thema

Der neue Golf GTE: Plug-In-Hybrid macht ihn auf Knopfdruck zum E-Auto.
Der neue Golf GTE: Plug-In-Hybrid macht ihn auf Knopfdruck zum E-Auto.
(Bild: UnitedPictures)

Elektroauto mit einer Reichweite von bis zu 50 km und erfolgreichster Kompaktsportwagen der Welt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h und einer Gesamtreichweite von rund 940 km in einem – klingt ein bisschen nach Quadratur des Kreises. Diesen Anspruch erheben die Volkswagen-Ingenieure nicht, doch mit dem zu einem Basispreis von 36.900 € Ende des Jahres in den Handel kommenden neuen Golf GTE bringen sie eines der innovativsten Kompaktmodelle unserer Zeit auf den Markt – sportlich wie der legendäre Golf GTI und Golf GTD, parallel zudem auf Knopfdruck emissionsfrei wie der rein elektrisch angetriebene e-Golf. Das Design, die GT-Ausstattungsfeatures und der agile Charakter wurden direkt vom GTI und GTD adaptiert und in die Welt der elektrifizierten Antriebskonzepte übertragen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 30 Bildern

Für den Vortrieb sorgen ein 110 kW starker Turbobenzindirekteinspritzer (1.4 TSI) und eine E-Maschine mit einer Leistung von 75 kW. Diese zwei Motoren bilden in Kooperation mit einem speziell für Hybridmodelle entwickelten 6-Gang-Doppel-kupplungsgetriebe (DSG) eine ebenso nachhaltige wie dynamische Antriebseinheit mit einer Gesamt-Systemleistung von 150 kW. Im neuen GTE lauern also zwei Antriebe darauf, den Golf entweder in einen dynamischen GTI respektive GTD oder einen lautlosen Zero-Emission-Gleiter im Stile des e-Golf zu verwandeln.

Aufladung erfolgt ohne Probleme

Wer überwiegend auf Kurzstrecken unterwegs ist, kann theoretisch wochenlang im „E-Mode“ (aktivierbar per Taste) rein elektrisch und damit emissionsfrei fahren. Und das mit einem Verbrauch von 1,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer (CO2-Emission: 35 g/km) und 11,4 kWh/100 km Strom. Am Abend wird die Hochvoltbatterie an der üblichen Haushaltssteckdose geladen und in drei Stunden und 45 Minuten sind 100% der Ladekapazität erreicht. Wird die Batterie via Wallbox (für die Garage / das Carport) oder öffentlicher Ladestation „betankt“, verstreichen für die 100%-Ladung zwei Stunden und 15 Minuten.

Emissionsfrei im Stadtverkehr unterwegs

Aber auch auf längeren Strecken kann der Fahrer dank der intelligenten Steuerungsmöglichkeiten des GTE dafür sorgen, dass am Ende der Reise – etwa im urbanen Zielgebiet – ausschließlich der emissionsfrei arbeitende Elektromotor zum Einsatz kommt. Das ermöglichen die fünf verschiedenen Modi, in denen der GTE gefahren werden kann. Nach ersten Testfahrten rund um Zürich kann bestätigt werden, dass sich deren Nutzung intuitiv erschließt.

Fünf verschiedene Betriebsmodi

Wird der Wagen angelassen, startet er automatisch im emissionsfreien „E-Mode“ und verhält sich wie ein e-Golf. Beim Erreichen eines minimalen Ladezustands der Hochvoltbatterie wird in den Mode „Battery Hold“ gewechselt und der GTE verhält sich jetzt wie ein klassischer Vollhybrid, der beim Bremsen/Verzögern via Rekuperation die Batterie lädt und je nach Situation automatisch zwischen dem TSI und dem E,Mode wechselt oder beide Aggregate nutzt. Über die Menuführung des Infotainments kann der Fahrer den Modus „Battery Hold“ ebenso selbst aktivieren wie die Modi „Hybrid-Auto“ und „Battery Charge“. „E-Mode“ und GTE-Mode sind über Tasten links neben dem Schaltknauf aktivierbar.

In 4,9 s von 0 auf 100 km/h

Den nachhaltigen Eigenschaften stehen Fahrleistungen gegenüber, die der Abkürzung GT (für Gran Tourismo) alle Ehre machen: Wird im GTE-Mode die volle Kraft des TSI genutzt, sprintet der Golf GTE in nur 4,9 s auf 60 km/h und in 7,6 s auf 100 km/h; die Geschwindigkeit lässt sich auf bis zu 222 km/h steigern. Und zwar allein mit der Kraft des TSI. Die sogenannte „Vmax“ ist allerdings nur ein zweitrangiger Wert. Interessanter ist die Art und Weise, mit welch souveräner Durchzugskraft die Allianz aus Otto- und Elektromotor den Golf GTE dank eines maximalen Drehmomentes von 350 Nm beflügelt. Sorgt allein der Elektromotor für Vortrieb, ist der Golf GTE bis zu 130 km/h schnell.

LED-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht sind serienmäßig

Der neue Golf GTE ist sportlich und umfangreich ausgestattet. Serienmäßig gehören im Exterieur unter anderem Features wie LED-Scheinwerfer und LED-Tagfahrlicht (letzteres mit C-förmiger Lichtsignatur im eigenständig gestylten Stoßfänger), dunkelrote LED-Rückleuchten und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen (optional bis 18 Zoll) zur Ausstattung. Der für den Golf GTI so typische rote Streifen im Kühlgrill und den Scheinwerfern ist im Fall des Golf GTE in Blau gehalten.

Im Interieur gehören zu den serienmäßigen Ausstattungsdetails Sportsitze im GTI-Stil (GTE: blau kariertes Design der Sitz- und Rückenfläche), ein Multifunktionssportlenkrad, Dachhimmel und Seitenverkleidungen in Schwarz, das Highend-Infotainmentsystem Composition Media mit 6,5-Zoll-Display, eine blaue Ambiente-Beleuchtung, mobile Onlinedienste, der „GTE-Mode“ samt e-Boost und Soundaktor, Pedalkappen in Edelstahl und blaue Kontrastnähte auf den Sitzen sowie am Lenkrad und Schaltknauf.

Alle relevanten Antriebsarten in einer Baureihe

Volkswagen ist damit der weltweit erste Automobilhersteller, der in einer Baureihe alle derzeit relevanten Antriebsarten anbietet. Haben doch Golf-Käufer mit dem Debüt des Golf GTE erstmals die Wahl zwischen Benzin-, Diesel-, Erdgas-, Elektro- und dem Plug-In-Hybridantrieb. Im Hinblick auf die Hybridantriebe gilt, dass Volkswagen nach dem Touareg Hybrid und Jetta Hybrid mit dem Golf GTE bereits das dritte Hybridmodell im Programm hat. Als vierter Hybrid wird der Passat (Limousine und Variant) folgen; hier setzt Volkswagen künftig ein ähnliches Plug-In-Hybridsystem ein, wie es der Golf GTE besitzt.

Rundum ist der GTE also ein sehr überzeugende Angebot. Doch bei der Frage, mit wie vielen Verkäufen man rechnet, halten sich die Wolfsburger zurück. Können sie auch, denn das kann derzeit niemand wissen. Aber man ist vorbereitet: Da alle Varianten Stoßstange an Stoßstange auf demselben Band produziert werden, kann auf jeden Kundenwunsch schnell reagiert werden.

(Quelle: dpp-AutoReporter/Hans H. Grassmann)

(ID:42927328)