Home Computer Der C64 kehrt zurück – mit Linux und Vierkernprozessor

Redakteur: Franz Graser

Der Commodore 64, der Kult-Computer aus den achtziger Jahren, wird mit zeitgemäßer Hardware wieder aufgelegt: Ein Quadcore-Prozessor aus Intels i7-Reihe und acht Gigabyte RAM machen den Brotkasten zu einem echten Sprinter.

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Auf den ersten Blick gleicht der neue C64 dem Kultgerät aus den achtziger Jahren bis aufs Haar... (Commodore USA)
Auf den ersten Blick gleicht der neue C64 dem Kultgerät aus den achtziger Jahren bis aufs Haar... (Commodore USA)

Für viele Menschen war der C64 der erste Computer, den sie in den Händen hielten.

Und trotz der für heutige Verhältnisse kargen Rechenleistung war der Veteran im Brotkasten-Design dazu in der Lage, seine Benutzer zum Träumen zu bringen: Mit dem C64 wurden Galaxien und Phantasiewelten erobert und olympische Goldmedaillen gewonnen.

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Und nicht wenige gestandene Ingenieure von heute machten in den achtziger Jahren ihre ersten Programmiererfahrungen mit dem Commodore-Rechner.

Die Firma Commodore USA LLC aus Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida hält die Namensrechte und die Rechte am Ur-Design des Kultrechners. Auf den ersten Blick gleicht der neue C64 dem Original bis aufs Haar.

Doch beim zweiten Hinsehen fallen einige Unterschiede auf: Die Tasten "Run - Stop" und "Restore", mit denen so manches abgestürzte Programm gestoppt und der Ursprungszustand wieder hersgestellt werden konnte, gibt es nicht mehr.

Statt vier grauen Funktionstasten an der rechten Seite besitzt der neue Commodore-Rechner jetzt fünf, denen feste Multimedia-Funktionen wie zum Beispiel die Steuerung der Lautstärke zugeordnet sind.

Die frei belegbaren Funktionstasten sind stattdessen jetzt über die Zifferntasten zu erreichen.

Absolut zeitgemäß ist die Hardwareausstattung des neuen C64. Die Highend-Version C64x Extreme verfügt über einen i7-Vierkernprozessor mit 2,2 Gigahertz Taktfrequenz, die sich per Turbo-Boost auf 3,3 Gigahertz steigern lässt. Unter der Haube stecken darüber hinaus noch acht Gigabyte RAM und eine Festplatte mit zwei Terabyte Speicherkapazität.

Das Gerät ist serienmäßig mit WLAN- und Bluetooth-Fähigkeiten ausgestattet und verfügt über zwei USB-3.0-Ports und vier USB-2.0-Anschlüsse sowie eine Reihe von Speicherkarten-Slots. Auch ein DVD-Brenner ist an Bord.

Als Betriebssystem ist das sogenannte Commodore OS Vision vorgesehen: eine Linux-Distribution, die zahlreiche Programme enthält, die Gebrauch von den Multimedia-Fähigkeiten des Rechners machen. Darüber hinaus verfügt sie über einen Emulator des Commodore-Betriebssystems, so dass die originalen C64-Programme auch auf dem Wiedergänger laufen.

Dieses System befindet sich momentan noch in der Entwicklung. Daher werden die Geräte derzeit mit Linux Mint 11, ausgeliefert, einer Variante von Ubuntu 11.04, die auf den standardmäßigen Unity-Desktop verzichtet und stattdessen den GNOME-Desktop 2.32.1 verwendet.

Falls sie es wollen, können die Benutzer des Gerätes auch Windows installieren. Die nötige Windows-Lizenz muss allerdings separat erworben werden.

Der C64x kommt in zwei Varianten: In der beschriebenen Extreme-Version für 1499 Dollar und einer etwas abgespeckten Ultimate-Variante für 999 Dollar mit einem Intel-Atom-Prozessor mit zwei Kernen, vier Gigabyte RAM und einer Festplatte mit einem Terabyte.

Schöne Erinnerungen an die Frühzeit des Home-Computing wecken allerdings beide Varianten.

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