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Projektmanagement Der Blick in den Spiegel – Was gute Projektleiter ausmacht

| Autor / Redakteur: Peter Siwon * / David Franz

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten hat die perfekte Führungskraft? ELEKTRONIKPRAXIS-Kolumnist Peter Siwon geht dieser Frage auf den Grund und betrachtet hierbei die menschliche Seite des Projekterfolgs.

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Selbstreflexion: Beobachten Sie als Führungskraft Ihr eigenes Verhalten und lernen Sie daraus.
Selbstreflexion: Beobachten Sie als Führungskraft Ihr eigenes Verhalten und lernen Sie daraus.
(Bild: foto art Elisabeth Wiesner)

Wer ist eine Führungskraft? Im Mittelalter musste man sich diese Frage nicht stellen, da der Status der Menschen weitgehend als gottgegeben und erblich angesehen wurde. Auch wenn der eine oder andere übergeschnappte Manager diesem Glauben immer noch anhängt, ist die Frage heute weit schwieriger zu beantworten. In jedem Fall ist es wert, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, wenn Sie Führungsverantwortung als Projektleiter übernehmen.

An der Frage „Welche Eigenschaften und Fähigkeiten hat die perfekte Führungskraft?“ knabbern schon seit Jahrhunderten Denker und Forscher, aber natürlich auch die Führungskräfte selbst und ihre Mitarbeiter als unmittelbar Betroffene. Ich befürchte, dass auch die kommenden Generationen an dieser Frage munter weiterknabbern und sich mitunter die Zähne ausbeißen. Wer glaubt, es gäbe irgendwann eine endgültige und allumfassende Antwort, der ist meiner Meinung nach schief gewickelt. Warum? Zum einen sind Mitarbeiter viel zu kompliziert, um sie mit unserem begrenzten Verstand zu erfassen. Ganz zu schweigen davon, dass wir uns schon selbst nicht wirklich verstehen können.

Das gilt auch für die ganz Megaschlauen unserer Spezies, die angeblich zuhauf in den Consulting-Firmen herum hüpfen. Wenn wir zum anderen davon ausgehen, dass Führung innerhalb eines Kontexts von wechselnden Situationen, Kulturen und Personen stattfindet, dann wird es erst richtig kompliziert. Damit nicht genug: Jede Einflussnahme auf dieses komplexe, unüberschaubare Wirrwarr wirkt auf dieses System zurück und verändert es.

Wer wagt es noch, aus dieser Perspektive zu behaupten, er habe den Stein der Weisen in Sachen Führung gefunden? All die vielen Führungstheorien, -modelle und -prinzipien können nur relativ unbeholfene, stark vereinfachende Krücken sein. Sie wurden von unserem Verstand erfunden, um uns die Illusion zu geben oder zu erhalten, wir bekommen das Thema Menschenführung mit ein paar Grundsätzen und Regeln in den Griff.

Ich finde, die erste Lektion aller Führungskräfte und derer, die es werden wollen, sollte es sein, diese Illusion mit einem beherzten Tritt aus Ihren Gedanken zu befördern. Wenn Sie schon gerade beim gedanklichen Ausmisten sind, dann kicken Sie doch gleich noch folgende Simplifikation hinterher: Eine erfolgreiche Führungskraft braucht Charisma.

Abgesehen davon, dass diese Eigenschaft sehr schwer zu greifen ist, gibt es genügend Beispiele von charismatischen Figuren, die ihre Fangemeinde ins Verderben geführt haben. Ich wette, dass es mindestens genauso viele Mauerblümchen (im Sinne von Charisma) gibt, die ihre Führungsaufgabe ohne viel Tamtam mit Bravour leisten.

Das Problem ist nur, dass sie nicht so aus der Menge herausleuchten wie die Gandhis und Kennedys dieser Welt. Gerne werden auch Fähigkeiten wie Inspiration, Motivation und Resilienz genannt. Am besten gepaart mit Demut und Selbstlosigkeit. Klar, das wäre super. Doch wer als angehende Führungskraft den Katalog der Eigenschaften und Fähigkeiten liest, die nun von ihm erwartet werden, wird in den Spiegel blicken und sich fragen, ob er wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit JFK, Gandhi und meinetwegen auch Bruce Willis entdecken kann. Wohl gemerkt: mit allen drei.

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