Crypto Currency Der Bitcoin rollt... am Alltag der Menschen vorbei

Autor / Redakteur: dpa-AFX / Sebastian Gerstl

Das digitale Zahlungssystem Bitcoin wird gerne gehypt als moderne, weltweite Alternative zu "klassischen" Währungen - doch meist macht es nur durch Negativ-Schlagzeilen wie im "WannaCry"-Ransomware-Fall auf sich aufmerksam. Was ist dran am Krypto-Hype?

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Bitcoins werden hoch gehandelt, besitzen viel Kaufkraft und besitzen geringste Transaktionsgebühren beim internationalen Zahlungsverkehr - dennoch will sich die digitale Währung im Alltagsgebrauch noch immer nicht recht durchsetzen.
Bitcoins werden hoch gehandelt, besitzen viel Kaufkraft und besitzen geringste Transaktionsgebühren beim internationalen Zahlungsverkehr - dennoch will sich die digitale Währung im Alltagsgebrauch noch immer nicht recht durchsetzen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

"Warum nicht gleich in Schweinehälften", schrieb ein Leser ins Kommentarforum von "t3n". Das Online-Magazin mit Sitz in Hannover hatte kurz zuvor mitgeteilt, als erster deutscher Arbeitgeber seine Mitarbeiter zum Teil in Bitcoins auszahlen zu wollen. Keine große Summe, lediglich so viel, dass man es sich einmal im Monat in einem ausgewählten Café oder Burger-Laden gut gehen lassen konnte.

Im Vergleich zum Handel mit Schweinehälften, der schon seit ewigen Zeiten an den Börsen stattfindet, gehört der Bitcoin eher zu den jüngeren Markttrends. 2008 erlebte die Kryptowährung ihre Geburtsstunde, zwei Jahre später soll der erste Handel damit stattgefunden haben. Angeblich hat ein Programmierer damals 10 000 Bitcoins gegen zwei Pizzen getauscht.

Nimmt man den aktuellen Wert, so wären das heute über 20 Millionen Dollar. Denn am Wochenende ist der Bitcoin erstmals über die Marke von 2000 US-Dollar gesprungen. Zum Vergleich: Eine Feinunze Gold kostete zuletzt rund 1250 Dollar. Dass hiermit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist, glauben viele. Gleichzeitig gibt es Stimmen, die vor den starken Schwankungen und der Gefahr eines Einbruchs warnen - in Deutschland nicht zuletzt die Bundesbank.

Als Gründe für den Anstieg werden derzeit vornehmlich Japan und die US-amerikanische Börsenaufsicht ins Feld geführt. Während die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt den Bitcoin Anfang April zu einem offiziellen Zahlungsmittel erklärt hat, steht die SEC womöglich kurz davor, erstmals einen auf Bitcoins basierenden Indexfonds zuzulassen. Es ist bereits der zweite Anlauf der Winklevoss-Zwillinge, die ihre Prominenz hauptsächlich durch die Behauptung erlangten, die eigentlichen Erfinder von Facebook zu sein. Noch im März hatte die Börsenaufsicht ihrem Fonds eine Absage erteilt. Nun ist die Hoffnung in der Kryptogemeinde groß, endlich den lang ersehnten Durchbruch zu schaffen.

Dass dieser bislang ausgeblieben ist, zeigt der enttäuschende Ausgang des t3n-Experiments, das vor gut einem Jahr angelaufen war. Trotz der enormen Kursgewinne mussten die Bitcoin-Zahlungen jüngst eingestellt werden. Der mobile Bezahldienst pey.de, über den die Mitarbeiter einen Teil ihres Gehalts in Bitcoins bekamen, hat den entsprechenden Service mangels Nachfrage aufgegeben.

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