Meilensteine der Elektronik

Der ADSP-2100 und seine seit drei Jahrzehnten erfolgreiche Prozessorarchitektur

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Eine vollständige Entwicklungsumgebung war vorhanden

Aber auch bei Universitäten war der DSP für Forschung und Lehre sehr beliebt, insbesondere wegen seines äußerst einfachen und dabei extrem leistungsfähigen Befehlssatzes, und seiner vollständigen Entwicklungsumgebung. Standen zu Beginn Assembler, Linker, Simulator und Emulator sowie ein System-Builder zur Beschreibung des Systems zur Verfügung, so kam bald ein ANSI-C kompatibler Compiler hinzu. Alle Entwicklungstools waren nicht nur für IBM Personal Computer unter MS-DOS, sondern auch für VAX-Rechner mit dem Betriebssystem VMS verfügbar, später ebenso für SUN-Workstations unter Solaris.

1988 wurde eine A-Version des ADSP-2100 mit einer 1,0 µm Struktur (statt bisher 1,5 µm) auf den Markt gebracht. Diese erlaubte durch eine höhere Taktfrequenz von 12,5 MHz, statt der bisherigen 8 MHz, die Ausführung einer 1024 Punkte FFT in 3,0 ms. Dem ADSP-2100A folgte 1989 der ADSP-2101, der der bestehenden Architektur ein 1 K großes Daten- und ein 2 K großes Programm-RAM, sowie zwei serielle Schnittstellen mit Companding-Hardware und einen Timer hinzufügte.

Viele Varianten folgten

Im Laufe der Jahre erschienen weitere Derivate. So 1990 der ADSP-21msp50, der als Mixed-Signal Prozessor den Kern des ADSP-2101 mit einem zweikanaligen 16-Bit 8 kSamples/s Sigma-Delta A/D- und einem 16-Bit 1 MHz D/A-Wandler kombinierte. Damit konnte ein vollständig integriertes Signalverarbeitungssystem im Sprachband bis 4 kHz realisiert werden.

Weitere Abkömmlinge des ADSP-2100 sind die Fließkomma-DSPs der 1991 erschienen ADSP-21020 Reihe und deren Weiterentwicklung, den Prozessoren der 1994 eingeführten SHARC-Prozessoren der ADSP-21060 Familie (SHARC = Super Harvard Architecture Computer). Diese war im Audio-Bereich so erfolgreich, dass einige Hersteller sogar mit dem SHARC-Logo auf ihren Produkten warben.

Moderne Varianten der digitalen Signalprozessoren der ADSP-21xx Familie mit höherer Taktfrequenz, erweitertem Speicher, zusätzlicher Periphere und unterstützt von einer modernen Entwicklungsumgebung werden heute noch, über dreißig Jahre nach Einführung des ADSP-2100, von Analog Devices neu in den Markt eingeführt. Die Zeit der DSPs ist noch nicht vorüber, die digitale Signalverarbeitung besitzt weiterhin große Bedeutung.

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