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Dem Navi zum Trotz – 9,4 Mio. Stunden Umweg pro Monat

Redakteur: Benjamin Kirchbeck

Navigationssysteme im Auto und Navigations-App auf dem Smartphone: Es ist das Zeitalter, in dem die Technik dem Menschen wortwörtlich den Weg weist. Und dennoch verlieren deutsche Autofahrer immer noch über neun Millionen Stunden jeden Monat – weil sie sich verfahren. Warum?

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36 Prozent folgten nicht exakt den Anweisungen des Navigationsgeräts. 30 Prozent weichen gar komplett von der vorgegebenen Route ab.
36 Prozent folgten nicht exakt den Anweisungen des Navigationsgeräts. 30 Prozent weichen gar komplett von der vorgegebenen Route ab.
(Bild: Gemeinfrei / CC0 )

Wir Deutschen sind und bleiben ein stures Volk – zumindest wenn man eine aktuelle Studie von Enterprise Rent-A-Car zur Hand nimmt: Denn obwohl mittlerweile nahezu jeder von uns (95%) eine Navi-App oder gar ein integriertes Navigationssystem besitzt, verfahren wir uns scheinbar weiterhin mit Vorliebe.

Acht von zehn befragten Personen gaben an, sich regelmäßig zu verfahren. Dreiviertel befinden sich nach eigenem Bekunden mindestens alle vier Wochen für eine knappe halbe Stunde (26 Minuten) auf Irrwegen. Überträgt man diese Zahlen auf die laut Kraftfahrtbundesamt ca. 37,5 Millionen registrierten Führerscheine in Deutschland, verschwenden deutsche Autofahrer ca. 9,4 Millionen Stunden pro Monat, weil sie sich verfahren.

Bei dem Thema geben sich die befragten Männer aus Deutschland selbstbewusster als die Frauen: 22 Prozent der Männer sagen, dass sie sich „nie“ verfahren. Bei den Frauen behaupten dies hingegen nur 15 Prozent von sich.

Im internationalen Vergleich fällt der Zeitverlust der Deutschen mit 26 Minuten im Monat vor der Befragung noch relativ gering aus: Die befragten Franzosen kommen auf 36 Minuten, die Iren und Briten jeweils auf 28 Minuten. Die Spanier sind mit durchschnittlich 24 Minuten vergleichsweise kurz auf falschen Pfaden unterwegs.

Die Studie spiegelt auch die fortschreitende Technologisierung wider. Noch vor fünf Jahren hatten fast die Hälfte (46 %) der befragten Deutschen eine Straßenkarte dabei, heute nur noch jeder Dritte (31 %). Und nur noch 17 Prozent (2012: 32 %) drucken sich eine Wegbeschreibung aus.

36 Prozent ignorieren die Navi-Ansagen

Doch was sind die Gründe dafür, dass sich die Deutschen verfahren? 61 Prozent der deutschen Autofahrer waren laut Studie nicht aufmerksam genug und verpassten deshalb eine Abzweigung. 36 Prozent folgten nicht exakt den Anweisungen des Navigationsgeräts. 30 Prozent antworteten, eine andere Route gewählt zu haben, um Stau zu vermeiden.

In den meisten Fällen ist es für die Menschen nur ein Ärgernis und Zeitverschwendung, wenn sie sich verfahren. Aber manchmal können die Konsequenzen auch wesentlich ernster sein: 6 Prozent der deutschen Autofahrer mussten schon einmal den Notruf wählen, nachdem sie die Orientierung verloren hatten. 7 Prozent haben deswegen schon mal eine Hochzeit, einen Flug oder eine Party verpasst. 5 Prozent waren gezwungen, im Auto zu übernachten und 6 Prozent ging der Kraftstoff aus.

Niels Rathsmann, Mitglied der Geschäftsleitung von Enterprise in Deutschland analysiert: „Die Studie zeigt, dass es trotz der vielen Technologie heutzutage immer wieder vorkommt, dass sich Menschen verfahren. Das Risiko steigt natürlich, wenn man mit dem Auto neue Ziele erkundet, wie zum Beispiel im Sommerurlaub.“

Die Studie wurde im Mai 2017 vom Marktforschungsunternehmen Opinium Research im Auftrag von Enterprise Rent-A-Car durchgeführt. Ausgewertet wurden die Aussagen von 1.003 Teilnehmern aus Deutschland, 1.004 Teilnehmern aus dem Vereinigten Königreich, 1.004 Teilnehmern aus Spanien, 1.004 Teilnehmern aus Frankreich und 504 Teilnehmern aus Irland.

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