Alternative Antriebe

Dem Elektroauto gehört die Zukunft

21.01.2008 | Redakteur: Thomas Kuther

Der Tesla Roadster mit 248-PS-Elektroantrieb fährt mit über 6800 Mobiltelefon-Akkus rund 400 km ohne Zwischenladung
Der Tesla Roadster mit 248-PS-Elektroantrieb fährt mit über 6800 Mobiltelefon-Akkus rund 400 km ohne Zwischenladung

Mit der Zukunft des Automobils beschäftigt sich Prof. Dr. Hubert Berger, Leiter des Studiengangs Elektronik & Technologiemanagement an der FH Joanneum in einem Vortrag zum Thema „Was treibt Autos von morgen an?“ Seine Antwort: Alle Autos werden mit Elektromotoren fahren.

Laut Prof. Dr. Berger ist Strom aus alternativen Quellen wie Sonne und Wind günstiger als konventionell erzeugter und Elektrofahrzeuge haben prinzipiell einen hohen Wirkungsgrad. Sonnenenergie könnte zum Beispiel in Südspanien oder der Sahara gewonnen und über spezielle Hochspannungsleitungen nach Europa transportiert werden. Um alle Straßenfahrzeuge in Österreich z.B. mit Sonnenstrom aus dem Süden zu versorgen müssten einmalig rund 40 Mrd. € investiert werden. Zum Vergleich: In Österreich gehen jährlich 5 Mrd. € ohne Steuern in den Kauf von Benzin und Diesel.

Notwendiger Umstieg auf Alternativen

Prof. Dr. Hubert Berger: „In Kombination mit der Gewinnung von Strom aus nachhaltigen Energiequellen wird das Elektroauto die beste Alternative zum Verbrennungsmotor sein“
Prof. Dr. Hubert Berger: „In Kombination mit der Gewinnung von Strom aus nachhaltigen Energiequellen wird das Elektroauto die beste Alternative zum Verbrennungsmotor sein“

„Der Umstieg auf alternative Antriebskonzepte ist notwendig“, so Berger, „da das Fördermaximum bei Erdöl wahrscheinlich bereits im September 2006 erreicht war und das Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch sommit nur über einen weiteren Anstieg des Ölpreises gehalten werden kann.“ Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts – den Klimawandel – macht es laut Berger zudem notwendig, alternative Antriebssysteme zu entwickeln: „Die Übergangszeit bis zum ausgereiften Elektroauto mit verbesserten Energiespeichern wird vor allem durch die verschiedenen Varianten von Hybridantrieben geprägt sein. Alternative Kraftstoffe wie Biodiesel und Bio-Ethanol werden dabei nur mäßiges Wachstum verzeichnen.“ Auch wenn Biodiesel sehr schadstoffarm ist, „muss ein hoher Energieaufwand für die Bearbeitung eingesetzt werden“.

Die Belastung durch das Düngen der Anbauflächen bereite zusätzliche Probleme, da der eingesetzte Stickstoff von den Pflanzen teilweise wieder in Form des stark klimaschädlichen Lachgases an die Luft abgegeben wird. Daher seien Biotreibstoffe im Hinblick auf die Klimabilanz keine ideale Lösung. Auch bei von Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen sei mit heutigen Technologien kein vernünftiger Gesamtwirkungsgrad erreichbar.

Elektroantrieb und Strom aus nachhaltigen Energiequellen

Hybrid-Fahrzeuge werden in den nächsten Jahren die höchsten Zuwachsraten erfahren (über 20% jährlich). Sie läuten das neue Stromzeitalter im Straßenverkehr ein und stellen eine durchaus vernünftige Übergangslösung dar. Längerfristig wird dabei die Bedeutung des Elektromotors zunehmen, jene des Benzinmotors hingegen geringer werden.

Ein Beispiel eines vollwertigen Elektroautos ist der Tesla Roadster: Mehr als 6800 Mobiltelefon-Akkus sorgen dafür, dass dieses Auto mit 248 PS rund 400 km ohne Zwischenladung fahren kann. Verbesserungspotenziale für Elektro-Autos sieht Prof. Berger in der Optimierung von Lithium-Ionen-Akkus und sowie der vollständigen Rückgewinnung der Bremsenergie: „In Kombination mit der Gewinnung von Strom aus nachhaltigen Energiequellen“, so Hubert Berger, „wird das Elektroauto jedenfalls die beste Alternative zum Verbrennungsmotor sein!“

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