TU Delft

Defibrillator-Drohne wird zum Lebensretter

| Redakteur: Peter Koller

Bei einem Herzstillstand muss schnell reanimiert werden: Die Ambulance Drone mit Defibrillator soll die Reaktionszeit minimieren.
Bei einem Herzstillstand muss schnell reanimiert werden: Die Ambulance Drone mit Defibrillator soll die Reaktionszeit minimieren. ( TU Delft)

Bei einem Herzstillstand kommt es auf Sekunden an. Eine Defibrillator-Drohne der TU Delft soll die Reaktionszeit bis zur Reanimation minimieren.

Die Ambulance Drone ist die Abschlussarbeit des Studenten Alec Momont an der TU Delft. Sie soll in Zukunft eine Reihe unterschiedlicher Nutzlasten für medizinische Notfälle schnell zum Ort des Geschehens bringen. Die Drohne wurde speziell für ihren Einsatzzweck entwickelt und weist daher einige Besonderheiten auf.

Hergestellt mittels Verfahren wie 3-D-Druck kann die Drohne bei einem Gewicht von 4 kg eine ebenso große Nutzlast tragen und dabei eine Geschwindigkeit von rund 100 km/h erreichen. Der erste Prototyp ist mit einem Defibrillator als Nutzlast ausgestattet.

Video: Defibrillator-Drohne im Einsatz

Bei einem Notruf kann die Position des Anrufers über dessen Handy geortet werden und die Drohne autonom ihren Weg dorthin finden. Laut Alec Momont kann die Drohne innerhalb von einer Minute jedes Ziel innerhalb eines Areals von 12 km2 erreichen. Krankenwagen bräuchten dafür bis zu zehn Minuten. Über eine integrierte Kamera und Audio-Verbindung kann geschultes Personal die Situation vor Ort einschätzen und den Helfern vor Ort Anweisungen geben. Momont glaubt, dass sich die Überlebenschance von Opfern eines Herzstillstandes damit von 8 auf 80% steigern ließe.

Die Entwicklung der Drohne wurde von der belgischen Organisation Living Tomorrow mitfinanziert, an der unter anderem Unternehmen wie ABB beteiligt sind. Ebenfalls Mitglied sind die Universität und die Universitätsklinik Gent, wo die Drohne für die weitere Entwicklung getestet werden soll. Laut Alex Momont würde eine Produktionsversion der Drohne etwa 15.000 € kosten. Für ihn selbst hat sich das Projekt schon gelohnt. Seine Abschlussarbeit wurde mit der höchstmöglichen Punktzahl bewertet.

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