PIN- und Kontodaten

Datenklau an Geldautomaten nimmt zu

| Autor / Redakteur: Jörn Bender, dpa / Sebastian Gerstl

Nachdem die Angriffe Jahrelang zurückgegangen waren, nah die Zahl von Manipulationen an Geldautomaten in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 wieder massiv zu. Mehr als die Hälfte der gemeldeten Vorfälle stammte dabei allein aus Berlin.
Nachdem die Angriffe Jahrelang zurückgegangen waren, nah die Zahl von Manipulationen an Geldautomaten in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 wieder massiv zu. Mehr als die Hälfte der gemeldeten Vorfälle stammte dabei allein aus Berlin. (Bild: dpa - Bildfunk)

Kriminelle haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 240-mal Geldautomaten bundesweit manipuliert, um Kartendaten und Geheimnummer (PIN) von Bankkunden auszuspähen. Insgesamt wurden 124 Automaten manipuliert. Das waren 30 mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Nachdem die Zahlen der Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland jahrelang stetig gesunken waren - was auch dank Milliardeninvestitionen der Bankenbranche in sicherere Technik gelegen hatte - kehrte sich der Trend im vergangenen Jahr: So viele „Skimming“-Angriffe binnen sechs Monaten gab es in Deutschland zuletzt im ersten Halbjahr 2013 (251).

Die Branche sieht die jüngsten Zahlen gleichwohl gelassen. „Die Anzahl der Manipulationen ist zwar enorm gestiegen, das ist aber kein Grund zur Besorgnis“, sagt Margit Schneider von Euro Kartensysteme. „Denn die Einsatzmöglichkeiten der abgegriffenen Kartendaten sind gering.“

Die moderate Entwicklung des Bruttoschadens spricht für die Lesart der Frankfurter Einrichtung, die sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert: Während die „Skimming“-Fälle im Halbjahresvergleich um 155 Prozent nach oben schossen, nahm der Schaden durch den Einsatz von Kartendubletten gerade einmal um 11 Prozent auf 938.000 Euro zu.

Kriminelle müssen weit reisen oder gut vernetzt sein, um in Deutschland gestohlene Bankdaten zum Bezahlen oder Einkaufen zu missbrauchen. Denn die auf dieser Grundlage hergestellten Kartendubletten funktionieren im Grunde nur noch dort, wo Bezahlkarten nach wie vor mit leichter kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden.

Haupteinsatzländer mit Kartenfälschungen auf Basis von in Deutschland geklauten Daten waren im ersten Halbjahr Indonesien (31 Prozent Schadensanteil), die USA (knapp 30%) und Australien (12 Prozent).

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