Datenbrille in Atemschutzmaske hilft Rettungskräften

| Redakteur: Hendrik Härter

Künftig sollen Feuerwehrleute Lagepläne in Gebäuden oder ihre Vitalparameter über eine Datenbrille in der Atemschutzmaske sehen.
Künftig sollen Feuerwehrleute Lagepläne in Gebäuden oder ihre Vitalparameter über eine Datenbrille in der Atemschutzmaske sehen. (Bild: Westsächsische Hochschule Zwickau)

Künftig sollen Feuerwehrleute in ihrer Atemschutzmaske Fluchtwege in Gebäuden oder ihre eigenen Vitalparameter über eine integrierte Datenbrille sehen. Im Schutzanzug integriert ist ein Ultrabreitband-Funkknoten zur Ortung.

In dunklen oder verrauchten Räumen haben Rettungskräfte wie die Feuerwehr oft keine Möglichkeit, sich zu orientieren. Wissenschaftler haben jetzt in einer Atemschutzmaske für den Feuerwehreinsatz eine Datenbrille integriert. Abgerundet wird das System durch eine Ad-hoc-Lokalisierung. Feuerwehrleute bekommen wichtige Informationen wie ein Gebäude- und Fluchtplan, Anweisungen vom Truppenführer oder eigene Vitalwerte in ihr Sichtfeld.

In die Schutzbekleidung der Feuerwehr sind drei leichtgewichtige Ultrabreitband- (UWB-)Funkknoten integriert. Über eine neuartige Kombination aus Ankunftswinkel- und Distanzbestimmung lassen sich drei notwendige, individuelle Signale analysieren und daraus die relative Position berechnen. Mit der geplanten Ad-hoc-Lokalisierung steht die relative Position der Rettungskräfte untereinander im Ausbildungs-, aber auch im realen Einsatzszenario zur Verfügung.

Robuste Technik im rauen Umfeld

Die komplette Optik, Elektronik und Stromversorgung müssen in die Atemschutzmaske integriert werden, ohne den Träger dabei im Sichtfeld zu beeinträchtigen. Die gesamte Technik der Maske ist ach außen luftdicht. Gleichzeitig muss das System hitzebeständig und mechanisch sehr stabil sein. Die Forscher der Fakultät Elektrotechnik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) konnten bei der Entwicklung auf das Know-how von vorherigen Forschungsprojekten zu Datenbrillen im Stahlwerk oder bei Druckereien zurückgreifen.

Damit es im realen Einsatz nicht nur Unfällen mit der Datenbrille in der Atemschutzmaske kommt, testet das Feuerwehr-Institut für Feuerwehr und Rettungstechnologie (IFR) der Stadt Dortmund zukünftig das System im Brandhaus. Dabei handelt es sich um eine Ausbildungs- und Forschungseinrichtung, in der realistische Szenarien wie brennende Räume nachgestellt werden können. Die Ad-hoc-Lokalisierung soll in diesem Gebäude installiert werden, um in Kombination mit der Feuerwehrmaske mit Datenbrille und UWB-Empfänger das System zu evaluieren und optimieren zu können.

Neue Standards in der Brandschutztechnik

Basierend auf den Ergebnissen sollen Standards geschaffen werden, um neue Gebäude neben der Brandmeldetechnik auch mit einer Navigationstechnik für Rettungskräfte ausstatten zu können. Somit können die bisher verwendeten Laufkarten durch digitale Gebäudepläne ersetzt werden, welche automatisch im System der Rettungskräfte eingespielt werden. Die Generierung dieser Daten kann zukünftig über Projektierungs- und Building-Information-Modeling- (BIM-) Systeme automatisiert erfolgen.

Das neuartige System entsteht im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Verbundprojektes CELIDON und wird innerhalb einer Forschungskooperation mit der Stadt Dortmund, Feuerwehr–Institut für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR) und der TU Dortmund–Lehrstuhl für Kommunikationsnetze und entwickelt. Die TU Dortmund wird innerhalb des Projektes die Integration einer drahtlosen Funklokalisierung für eine sichere und effiziente Ausbildung im Brandhaus der Feuerwehr der Stadt Dortmund entwickeln.

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