Zulassungsverfahren für Funksender Das Zulassungsverfahren in den USA und Kanada für kurzzeitig und periodisch aktivierte Funksender

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Wer Funksender in den USA und Kanada vermarkten will, braucht eine spezielle Zulassung. Insbesondere Sendedauer und Feldstärke müssen dabei den regulatorischen Anforderungen entsprechen.

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Typische Funkanwendung: Autoschlüssel senden auf kurzen Entfernungen bis 30 m auf 433,92 MHz (Bild: Claudia-Hautumm, pixelio.de)
Typische Funkanwendung: Autoschlüssel senden auf kurzen Entfernungen bis 30 m auf 433,92 MHz (Bild: Claudia-Hautumm, pixelio.de)

Für die Übertragung von geringen Datenmengen per Funk über kurze Entfernungen von bis zu 30 m hat sich in vielen Ländern die Frequenz von 433,92 MHz etabliert. Typische Anwendungen sind Funkschlüssel für den Zutritt zu Kraftfahrzeugen oder Garagen, Reifendrucksensoren, Alarmanlagen sowie Sensoren, die in Wetterstationen für Privathaushalte die Temperatur oder Luftfeuchtigkeit übertragen.

Zum Einsatz kommen hierbei unterschiedliche Funktechnologien, wobei Puls- oder digitale Modulation, wie zum Beispiel das Frequency Shift Keying, kurz FSK, am häufigsten genutzt werden.

Die Funkübertragung erfolgt in einem festgelegten Zyklus

Die Funkübertragung findet bei diesen Anwendungen nicht dauerhaft, sondern nur kurzzeitig statt. Entweder wird der Sender durch ein Ereignis einmalig aktiviert oder die Übertragung findet kontinuierlich in einem festgelegten Zyklus oder einer Periode statt.

Die regulatorischen Anforderungen für diese Sender sind für die USA durch die FCC im Rule Part §15.231 (Periodic Operation in the band 40,66 bis 40,70 MHz and above 70 MHz) und durch die Industry Canada in der RSS-210 (Licence-exempt Radio Apparatus (All Frequency Bands): Category I Equipment im Annex 1 - Momentarily Operated Devices and Remote Control) festgelegt.

Wie Funksender aktiviert werden können

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Die Zulassungsverfahren für USA und Kanada

Die Zulassungsverfahren und technische Anforderungen werden für den US-amerikanischen Markt von der Federal Communications Commission (FCC) und für den kanadischen Markt durch die Industry Canada (IC) festgelegt und auf deren Internetseiten veröffentlicht. Anträge können direkt bei beiden Behörden eingereicht werden. Inzwischen werden über 95% aller Zulassungen durch private Organisationen erteilt.

Für die FCC ist die Telecommunications Certification Body (TCB) tätig und für die IC die Foreign Certification Body (FCB). Diese sind autorisiert im Ausland Zulassungen für Produkte zu erteilen, die in den beiden Ländern vermarktet werden sollen. Die Bearbeitungszeiten der Zulassungen lassen sich somit von einigen Wochen auf wenige Tage reduzieren. Für die Vermarktung von Produkten mit Funkanwendung ist jeweils eine separate Zulassung für Kanada und die USA notwendig. Zugelassene Produkte sind mit einer eindeutigen Kennzeichnung (FCC ID oder IC Certification Number mit Modellnamen) in Datenbanken aufgelistet, die durch den Zoll bei der Einfuhr von Produkten in die USA oder Kanada abgefragt werden.

Die Datenbanken sind frei zugänglich. Während die FCC-Datenbank die detaillierten Dokumente mit Fotos und Prüfbericht veröffentlicht, beschränkt sich die Datenbank der Industry Canada auf eine Kurzbeschreibung, die Produktkategorie, Frequenzbereich, Sendeleistung, Feldstärke und Emission Designator umfasst. Eine Einsicht in die Dokumente ist nicht vorgesehen. Nur hier gelistete Produkte sind zugelassen und dürfen importiert werden.

Bei den Aktivierungsmethoden wird zwischen manuell aktiviertem Funksender, automatisch aktiviertem Funksender sowie periodischer Aussendung nach einem festgelegten Intervall unterschieden. Manuell aktivierte Sender werden direkt durch Menschen ausgelöst. Dies geschieht entweder durch Tastendruck, Annäherung zum Auto oder das Öffnen einer Tür oder eines Fensters, wie bei einer Einbruchmeldeanlage.

Sensoren, die auf einen Wechsel eines definierten Zustands, wie beispielsweise Helligkeit, Feuchtigkeit, Lautstärke ohne Einwirken des Menschen den Sender aktivieren, werden als automatisch aktivierte Sender definiert. Typische Beispiele für eine periodische Aussendung sind:

  • Alarmanlagen, die regelmäßig Statusmeldungen übertragen,
  • Reifendrucksensoren, die den Reifendruck messen und an das Steuergerät übermitteln und
  • Temperatursensoren, welche die Außentemperatur an die Wetterstation im Haushalt übertragen.

Die Übertragung der aktuellen Daten wie Status, Luftdruck oder Temperatur verbunden mit einer eindeutigen Kennung wird in einem festgelegten Intervall von beispielsweise alle 30 s wiederholt.

Sensoren in der Automobilindustrie stehen in stetiger Kommunikation

Speziell die Automobilindustrie hat sich die Funkübertragung stetig weiterentwickelt und bietet Produkte mit einer Kombination aller oben aufgeführten Aktivierungsmethoden, wie Reifendrucksensoren, die in stetiger Kommunikation mit den Steuergeräten in den Kraftfahrzeugen stehen.

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