Multimedia im Auto

Das Testsystem garantiert beste Unterhaltung an Bord

| Autor / Redakteur: Labib Feidy * / Hendrik Härter

Infotainment-System im Auto: Der Fahrer hat Zugriff auf unterschiedliche Funktionen. Damit das Infotainment-System problemlos arbeitet, sind umfangreiche Tests notwendig.
Infotainment-System im Auto: Der Fahrer hat Zugriff auf unterschiedliche Funktionen. Damit das Infotainment-System problemlos arbeitet, sind umfangreiche Tests notwendig. (Bild: © iconimage - Fotolia)

Wer in ein Auto der Ober- und Mittelklasse steigt, den erwartet ein ausgeklügeltes Infotainment-System. Damit alles reibungslos funktioniert, müssen die Systeme genauestens geprüft werden.

Mittlerweile ist die elektronische Bordunterhaltung zu einem immer wichtigeren Merkmal bei einem modernen Auto geworden. Zum Standard gehört bereits ein CD-Radio mit DAB-Tuner und einem Soundsystem. Das Laufwerk sollte MP3-fähig sein und einen Steckplatz für USB-Sticks aufweisen. Eine Bluetooth-Schnittstelle für das Telefon wird ebenso erwartet wie ein Navigations-System mit bereits aufgespieltem Kartensatz für Europa. Zahlreiche Extras kann der Autokäufer per Konfigurator zusätzlich ordern. Natürlich wird erwartet, dass so viel Technik durch elektronische Zuordnung zum Fahrzeug gegen Diebstahl gesichert ist.

Was zunächst der automobilen Oberklasse vorbehalten war, erobert allmählich die Mittelklasse. Das erhöht die Stückzahlen, damit aber auch den Wettbewerbsdruck. Ein namhafter japanischer Hersteller von Infotainment-Systemen stand wie viele andere vor der Aufgabe, seine Produktion zu optimieren. Gesucht wurde unter anderem ein Testsystem, das die komplette Produktion der Geräte unterstützt und die sehr hohen Anforderungen der Automobilhersteller erfüllt.

Das Optimierungspotenzial gerade auf der Testseite ist groß, auch höhere Investitionen in ausgefeilte Testsysteme amortisieren sich schnell. Das Unternehmen wollte ein kostengünstiges und zukunftssicheres System, das für mehrere Tier-1-Lieferanten an unterschiedlichen Standorten in mehreren Ländern eingesetzt werden kann.

Die Consultingfirma des Herstellers kontaktierte auch den Test- und Prüfspezialisten MCD Elektronik aus Baden-Württemberg. Nach Vorgesprächen und ersten Präsentationen kam MCD mit neun weiteren Anbietern in das finale Auswahlverfahren und bekam schließlich den Zuschlag. Nach einem halben Jahr Entwicklungszeit konnte im Februar 2015 die komplette Testlinie in Japan in Betrieb genommen werden. Weitere Linien für andere Produktionsstandorte sind geplant. Die Prüfinhalte waren vom Auftraggeber grob umrissen.

Der Testumfang der Multimediakomponenten

Zum Testumfang gehören der Inline-Test des Mainboards, der Inline-Test der digitalen Tunermodule sowie der Test des Komplettsystems mit DVD-Spieler, Mainboard und digitalen Tuner. Der Testausrüster entwickelte ein Gesamtkonzept und leitete davon Detaillösungen ab. Gemeinsam mit dem Kunden nahm die jetzige Modulstruktur Gestalt an. Bei der Umsetzung und Auswahl der Komponenten hatte MCD viele Freiheiten.

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Man konnte allerdings auch auf eigens entwickelte Standardkomponenten zurückgreifen. Dazu gehören beispielsweise der AudioAnalyzer mit eigenständiger Scriptengine zur parallelen Auswertung der Messwerte und der schaltbare USB HUB, mit dem sich umfangreiche USB-Schnittstellen steuern lassen. Vieles wurde speziell für dieses Projekt neu entwickelt, weil es entsprechende Produkte am Markt bislang nicht gab. Dazu gehört die Programmierung der Geräte über USB mit asynchronem Zugriff und ladbar über PC und das gleichzeitig für 48 Prüflinge. Oder die Spezialplatine, welche die komplexe Verdrahtung innerhalb der Tester ersetzt. Sie trägt zur Standardisierung bei und zu besser reproduzierbaren Ergebnissen. Mechanische Adaptionen wurden im Vorfeld mit 3-D-Drucktechnik simuliert und getestet, damit die Ergebnisse valide sind.

Das 13-köpfige Team, unterstützt von einigen Zulieferfirmen, realisierte die Testlinie innerhalb von 26 Wochen. Zur gründlichen Planungsphase gehörten Versuche mit Boundary-Scan-Lösungen, Fehlerabdeckungsanalysen und zahlreiche Simulationen. Die Testlinie wurde in insgesamt acht modularen Stationen realisiert. Einige davon sind direkt in den Produktionsfluss eingebunden, andere agieren als Offline-Stationen. Jede der Stationen kann eigenständig operieren, ist aber über ein intelligentes Datenhandling in das Management der gesamten Testlinie eingebunden.

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