Keynote von Günther Ohland Das Smart Home ist auf dem Weg in den Breitenmarkt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Intelligent vernetzte Gebäude, so genannte Smart Homes, gibt es seit mehr als 15 Jahren. Heute und in Zukunft sind die smarten Wohnassistenten eine Notwendigkeit. Stichworte sind der demografische Wandel, die Bedrohung der Sicherheit und die Energiewende.

Keynote Smart-Home-Kongress: Das Geschäft mit Smart Home ist im Jahre 2016 Realität. Doch Kunden auf der einen Seite und Handel und Handwerk auf der anderen Seite müssen zusammen finden.
Keynote Smart-Home-Kongress: Das Geschäft mit Smart Home ist im Jahre 2016 Realität. Doch Kunden auf der einen Seite und Handel und Handwerk auf der anderen Seite müssen zusammen finden.
(Bild: Stefan Wisbereit)

Ein Smart Home entlastet seine Bewohner von Routineaufgaben. Es misst Licht, Temperatur, Luftfeuchte und CO2, registriert Bewegung und entdeckt nicht verschlossene Fenster. Diese Informationen fließen in ein von den Bewohnern festgelegtes Regelwerk ein. Als Ergebnis werden Jalousien gefahren, Leuchten geschaltet, Heizkörperventile geöffnet oder Informationsmeldungen per Mail und SMS abgesetzt. Ein richtiges Smart Home arbeitet automatisch. Der Mensch greift nur dann ein, wenn von der vorgegebenen Routine abgewichen werden soll. Rollläden oder Leuchten grundsätzlich mit dem Smartphone zu bedienen, ist nicht smart.

Ergänzendes zum Thema
Günther Ohland live auf dem Smart-Home-Kongress

Am ersten Kongresstag am 5. Oktober wird Günther Ohland, Erster Vorsitzender der Smart Home Initiative Deutschland e.V., wird über den Smart-Home-Markt in Deutschland referieren. Er wird nicht nur auf die technischen Entwicklungen und Lösungen eingehen. Ihm ist auch wichtig, dass Handel und Handwerk enger kooperieren und Kunden sowie die Wohnungswirtschaft besser informiert werden.

Mehr Informationen zu unserem Smart-Home-Kongress am 5. und 6. Oktober erfahren Sie auf unserer Kongresswebseite.

Drei Motive treiben den Smart-Home-Markt

Die Smart-Home-Idee stützt sich auf drei Säulen: Energie-Effizienz, Sicherheit und Komfort. Letztere lässt sich inzwischen auch mit AAL „Ambient Assited Living“ übersetzen, also eine Wohnumgebung, die bei der täglichen Lebensführung unterstützt. Das ist vor allem für ältere Menschen und Personen mit eingeschränkten körperlichen Möglichkeiten interessant. Bisher wurde Senioren, die mehrmals Speisen auf dem Herd vergessen und damit einen Feueralarm aufgelöst haben, empfohlen in ein Heim umzuziehen. Dadurch waren sie gezwungen, ihren gewohnten Lebensraum zu verlassen. Heute verhindert smarte AAL-Technik, dass eine gefährliche Situation überhaupt entstehen kann. Täglich liest man in der Zeitung von Einbrüchen. Preiswerte Smart-Home-Technik schreckt Einbrecher ab, täuscht ein bewohntes Haus vor und sichert per Videokamera Beweise.

Strenge Bauvorschriften haben in Deutschland dafür gesorgt, dass Neubauten und Sanierungen energetisch hochgradig gedämmt sind. Der Verbrauch von Heizenergie pro Quadratmeter sinkt, doch die Energie- und CO2-Ziele der EU lassen sich durch Dämmung allein nicht erreichen. Erst mit smarten Assistenten, die beispielsweise das Heizen zum offenen Fenster hinaus verhindern, oder die Raumtemperatur der Raumnutzung anpassen, lässt sich die letzte Etappe auf dem Weg zum Null-CO2-Haus erreichen.

Es gibt nicht nur den einen Smart-Home-Markt, sondern zwei. Jeder von ihnen hat seine besonderen Eigenheiten, seine Anbieter, Vertriebswege und Zielgruppen. Der klassische Smart-Home-Lösungsmarkt ist schon mehr als 15 Jahre alt, längst etabliert und hat ausgezeichnete Zukunftschancen. Systeme und Standards wie die Klassiker KNX und LCN, aber auch neue Systeme wie Loxone, DigitalSTROM und myHomeControl bestimmen dieses Segment des etablierten Smart-Home-Marktes.

Dem gegenüber steht der Smart-Home-Produktmarkt. Statt individueller handwerklicher Arbeit übernimmt der Käufer selbst die Installation und Konfiguration. Die Produkte sind so gebaut, dass sie leicht überall installierbar sind. Funklösungen dominieren dieses Segment. Hier werden die größten Marketing-Etats eingesetzt. Der Vertrieb erfolgt über das Internet oder den Elektronik-Flächenmarkt. Wichtigstes Wettbewerbsargument ist der Preis: Wie viel Smart Home bekommt man für 100 Euro?

Wie geht es weiter mit dem Smart Home?

Smart Home ist im Jahre 2016 Realität. Alle drei geschilderten Märkte wachsen rapide. Private Bauherren und die Wohnungswirtschaft haben den Nutzen und die Notwendigkeit smarter Techniken erkannt. Leider treffen Kundennachfrage und Angebot oft nicht zusammen. Handel und Handwerk warten oftmals passiv auf den Kundenansturm. Schlimmer noch: Kunden wissen nicht, an wen sie sich wenden sollen, denn es gibt keinen Smart-Home-Shop oder Smart-Home-Handwerker. Auf Seiten des Handel und Handwerk müssen alte gewohnte und in der Vergangenheit bewährte Gewerkegrenzen unbedingt überwunden, es muss mehr kooperiert und die jeweiligen Kompetenzen gebündelt werden.

Kongress will Lösungen im Smart Home aufzeigen

Auf unserem Smart-Home-Kongress am 5. und 6. Oktober in Würzburg wird Günther Ohland, Erster Vorsitzender der SmartHome-Initiative Deutschland e.V., das Thema in seiner Keynote am ersten Kongresstag aufgreifen. Auf unserer Kongressseite erhalten Sie weitere Informationen.

In einer ersten Version des Beitrages spricht der Autor von drei Märkten für Smart Home. Allerdings ist der dritte Markt sehr speziell und wir haben uns entschlossen, hier nur auf zwei Märkte einzugehen.

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