Buchvorstellung

Das Schwarze Loch von Genf: Hirngespinst oder Russisches Roulette?

28.07.2009 | Redakteur: Jan Vollmuth

Gefahr durch schwarze Löcher: Die Handlung des auf Tatsachen basierende Roman „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“ dreht sich um die potenzielle Gefahr mikroskopisch kleiner schwarzer Löcher für die Erde
Gefahr durch schwarze Löcher: Die Handlung des auf Tatsachen basierende Roman „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“ dreht sich um die potenzielle Gefahr mikroskopisch kleiner schwarzer Löcher für die Erde

In seinem wissenschaftlichen Tatsachenroman „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“ setzt sich Autor Rolf Froböse aufgrund der Inbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC am CERN in Genf insbesondere mit Thesen über die Stabilität und die Gefahr mikroskopisch kleiner Schwarzer Löcher auseinander.

„In 80 Tagen um die Welt“ lautet der Titel eines Romans von Jules Verne. In ebenfalls knapp 80 Tagen soll es auch am CERN in Genf wieder rund gehen. So ist der Countdown für die Inbetriebnahme des gigantischen Teilchenbeschleunigers gerade angelaufen. Im Oktober soll der auch als „Urknallmaschine“ bezeichnete „Large Hadron Collider“ (LHC) erneut hochgefahren werden.

Parallel zu diesem Ereignis wird es erneut zu lebhaften Diskussionen um mögliche Risiken des Experiments kommen. Erschwerend für die Betreiber kommt hinzu, dass es zwischenzeitlich neue Hypothesen über die Stabilität so genannter Schwarzer Mikrolöcher gibt, die die Risiko-Nutzen-Analyse möglicherweise in ein völlig neues Licht rücken könnte.

Die Forscher am CERN schließen die Entstehung eines Schwarzen Mikrolochs selber nicht aus. Der Chaosforscher Professor Dr. Otto E. Rössler von der Universität Tübingen errechnete die Wahrscheinlichkeit für ein derartiges Ereignis mit etwa 15%, was einem „Russischen Roulette“ gleichkomme.

Kurze Lebenszeit schwarzer Mikrolöcher

Zur Beschwichtigung verweisen die Befürworter des Experiments gerne auf Stephen Hawking. Der legendäre Physiker hat einmal postuliert, dass Schwarze Löcher Strahlung abgeben, die umso stärker sein soll, je kleiner die Masse des Schwarzen Loches ist. Daraus würde sich der Theorie zufolge bei Schwarzen Mikrolöchern eine nicht beobachtbar kurze Lebenszeit ergeben.

Dass dieser „Hawking-Effekt“ einen entscheidenden Schönheitsfehler besitzt, darauf wies jetzt unter anderem der amerikanische Kernphysiker Dr. Walter Wagner hin. Der Wissenschaftler promovierte an der University of California in Berkeley in den Fächer Physik und Biologie und hat sich in der Vergangenheit unter anderem mit der viel beachteten Entdeckung so genannter magnetischer Monopole in der Kosmischen Strahlung einen Namen gemacht.

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