Das Risiko von Konsumerprodukten im autonomen Fahrzeug

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Sicherheitsstandards und qualifizierte Komponenten

Die deutsche Elektronikindustrie wird in der Regel weder von Hatch Fonds noch von Joint Venture Capital finanziert: Investitionen und Gewinn sollte in Einklang gebracht werden. Das müssen wir auf einer seriös kalkulierte Entwicklungsbasis betreiben. Auf diese Anforderungen gehen die Automobil- und die Zulieferindustrien in Europa ein.

Es gibt von der EU geförderte Projekte wie TRACE, die sich diesem Thema widmen und Lösungen erarbeiten. Hier diskutieren 40 OEMs, Tier1s, Universitäten und Institute aus ganz Europa, wie sich eine Methode erarbeiten lässt, um Systeme und Komponente zu qualifizieren. Zudem wird diskutiert, welche neuen Standards wir benötigen, um sichere Produkte zu schaffen, die auch im Hinblick auf autonomes Fahren zukunftsträchtig sind.

Ein richtiger Schritt dabei ist teilautonomes Fahren zu realisieren. Hier kann und muss der Fahrer immer im Störfall eingreifen. Autonomes Fahren auf besonderen Strecken ist leicht zu realisieren. Wichtig dabei ist, nach alternativen Lösungen zu suchen, anstatt Konsumerprodukte ins Fahrzeug zu bringen. Denn Sicherheit-Standards dürfen nicht gesenkt werden. Dazu sind bereichsübergreifende Lösungen und die Zusammenarbeit aller Hersteller, vertikal wie parallel, notwendig, da aktuelle Hard- und Software zu komplex ist, um noch von kleinen Gruppen allein ganzheitlich betrachtet werden zu können.

Die Elektronik wird sehr viel teurer, wenn wir die Zuverlässigkeit und robustes Design in den Vordergrund stellen. Denn nicht alle verfügbaren Komponenten eigenen sich für das Auto. Fehlertolerantes Design und Fertigung sind der Ausweg und die einzige brauchbare Alternative zur simplen Null-Fehler-Strategie.

Wir müssen uns von zwei Dingen verabschieden: Konsumerelektronik ist nicht für zehn Jahre Dauerbetrieb unter harten Bedingungen verfügbar. Alle Fertigungsschritte in der gesamten Wertschöpfungskette lassen sich nur gemeinsam optimieren. Häufig liegt die Lösung nicht in der Bereitstellung einer zuverlässigen Komponente, denn deren Schwächen kann man im System ausgleichen. Es gibt Rückkopplungen, wie die Schwachstellen-Analyse bei den Komponenten. Beispielsweise indem gezielt ein Down-Grade im System durchgeführt wird oder Software-Updates eingefordert werden.

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