Redesign Das Rad muss nicht immer ganz neu erfunden werden

Autor / Redakteur: Martin Schleicher * / Franz Graser

Die Entscheidung, ein Produkt durch Redesign zu erneuern, hängt von diversen Faktoren ab. So auch vom richtigen Partner, der Know-how und Expertise in den Redesign-Prozess einbringt.

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Der Wert guter Partner: Redesign-Aufträge können partiell oder vollständig an externe Dienstleister vergeben werden, von Teilaufgaben wie Tests bis hin zur End-to-End-Lösung.
Der Wert guter Partner: Redesign-Aufträge können partiell oder vollständig an externe Dienstleister vergeben werden, von Teilaufgaben wie Tests bis hin zur End-to-End-Lösung.
(Bild: Plexus)

Zum Redesign eines Produkts kommt es häufig dann, wenn der Lebenszyklus eines Produktes verlängert werden soll. In vielen Fällen konzentriert sich das Redesign zielorientiert auf die technische Modernisierung bzw. Anpassung, wobei Komponenten verändert oder komplett ausgetauscht werden. Selbst wenn sich das Design dadurch geringfügig ändert, bleibt das Produkt doch im Kern erhalten – einschließlich der von den Kunden geforderten Funktionen.

Bei der Entscheidung zwischen Redesign und einer kompletten Neuentwicklung spielen handfeste Kosten- und Zeitaspekte eine zentrale Rolle. In der Regel ist das Redesign mit einem deutlich geringeren Aufwand verbunden als die Entwicklung und erfolgreiche Vermarktung eines neuen Produktes. Allerdings setzt eine erfolgreiche Modernisierung eine hohe Expertise auf Seiten der Entwicklung voraus – sowohl beim Hersteller selbst als auch beim externen Dienstleistern. Auch aufwändige Genehmigungsverfahren, Dokumentationen, zeit- und kostenintensiver Entwicklungszyklen sowie Marktakzeptanz, Feedback langjähriger Bestandskunden sollten im Vorfeld berücksichtigt werden.

Oft liegt die beste Lösung genau in der Mitte: Durch eine intelligente Kombination, das heißt: eine perfekte zeitliche Überlagerung von Redesign und Neuentwicklungen, lässt sich ein Produktportfolio in relativ kurzen Zyklen optimieren und die Kurve von Neueinführungen im Markt glätten. Gleichzeitig verharren die Investitionen auf einem überschaubaren Niveau.

Redesign für Health Care und Life Sciences

Für stark regulierte Branchen mit hohen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen wie Health Care und Life Science ist Redesign besonders interessant. Hier sind die Lebenszyklen der Produkte zumeist deutlich länger als in anderen Branchen. Viele Hersteller konzentrieren sich daher auf ihre bestehenden Produkte und bevorzugen neben den Neuentwicklungen ein systematisches sowie wirtschaftliches Redesign – so geschehen bei der Umstellung auf RoHS II.

Hinzu kommt der Trend in der Medizintechnik zu mobilen und vernetzten Geräten, die auch zuhause genutzt werden können. Computer, Tablets und Smartphones sind aus dem Alltag kaum noch wegzudenken und haben die Erwartungen an bequeme, mobile und intuitiv bedienbare Geräte in die Höhe geschraubt. Patienten wollen nicht länger an stationäre Geräte gebunden sein, die ihren Bewegungsspielraum einschränken und über eine Vielzahl an Kabeln mit einem lokalen Ethernetanschluss (LAN) verbunden sein müssen.

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Erfolgsfaktoren beim Redesign

Egal wie umfangreich die Einbindung eines Dienstleisters letztlich ausfällt: für ein erfolgversprechendes Ergebnis des Redesign-Prozesses gilt immer dieselbe Grundregel: Je enger die Entwicklungsgruppen zusammenarbeiten, desto schneller und gezielter kann das jeweils gewünschte neue-alte Produkt realisiert werden.

Das Erfolgsrezept eines gelungenen Redesign-Prozesses ist es, Kompatibilität mit neuen Technologien und Komponenten sicherzustellen und gleichzeitig bewährte und erfolgreiche Eigenschaften beizubehalten. Nur so lassen sich Kundenanforderungen und gesetzlichen Standards erfolgreich erfüllen, ohne das Rad neu erfinden zu müssen.

Um klassische Krankenhausanwendungen am heimischen Bett oder sogar mobil nutzen zu können, sind Mobilität und Konnektivität gefragt und damit die Integration von Drahtlos-Technik. Die Kernanwendungen bleiben jedoch unverändert: Ein klassischer Fall für ein Redesign, mit dem sich für bewährte und zugelassene Geräte neue Einsatzmöglichkeiten erschließen lassen.

Ein typisches Beispiel für den Umbruch im Bereich der Medizintechnik zeigt ein Redesign-Projekt des E2MS-Spezialisten Plexus. Eine bestehende Infusionspumpe wurde mit neuen Funktionen und Technologien ausgestattet, um zum einen Krankenhäuser zu entlasten und zum anderen das Produkt in anderen Märkten anbieten zu können.

Die Infusionspumpe hatte sich seit Jahren bewährt und war im Markt erfolgreich. Um ihre Effizienz jedoch weiter zu steigern und den wachsenden Anforderungen in Gesundheitseinrichtungen nachzukommen, sollte das Gerät drahtlos mit der Krankenhauszentrale kommunizieren können.

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