Human Brain Project

Das menschliche Gehirn im Supercomputer simuliert

| Redakteur: Gerd Kucera

Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Supercomputing Centre und im „Human Brain Project“ verantwortlich für das Höchstleistungsrechnen
Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Supercomputing Centre und im „Human Brain Project“ verantwortlich für das Höchstleistungsrechnen (Bild: Forschungszentrum Jülich)

Über 80 renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen in 23 Ländern wollen das menschliche Gehirn innerhalb der nächsten zehn Jahre möglichst detailgetreu von der einzelnen Zelle bis hin zur Interaktion großer Zellverbände und Hirnareale auf einem neuen Supercomputer der Zukunft simulieren.

Von größter Bedeutung für das Projekt wird die Jülicher Kompetenz und Infrastruktur im Bereich Höchstleistungsrechnen sein. Das menschliche Gehirn durch Simulation verstehen – das ist die Vision im „Human Brain Project“. Forscher aus 23 Ländern bauen dazu gemeinsam eine einzigartige Infrastruktur auf, in der sie Hirnforschung und Informationstechnologie vernetzen und weiterentwickeln werden. Die Europäische Union unterstützt das Vorhaben nun im Rahmen ihrer FET-Flagship-Initiative. Jülicher Wissenschaftler werden ihre Expertise vor allem in den Bereichen Aufbau und Funktion des Gehirns sowie Höchstleistungsrechnen und Simulation einbringen.

„Ich gratuliere den beteiligten Wissenschaftlern im Forschungszentrum Jülich“, konstatiert Thomas Rachel (MdB), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, „mit dem schnellsten Supercomputer Europas finden die internationalen Forscher hier hervorragende Voraussetzungen, um dieses Flaggschiff-Projekt auch in der Realität verwirklichen zu können. Das Human Brain Project ist aber auch eine Auszeichnung für den gesamten Supercomputing-Standort Deutschland.“

Es kooperieren Hirnforscher, Ärzte, Informatiker, Physiker, Mathematiker und Computerspezialisten aus über 80 renommierten wissenschaftlichen Einrichtungen in 23 Ländern. Sie beleuchten das Thema in all seinen Fassetten: von Neurowissenschaften über Genetik, Höchstleistungsrechnen, Informationstechnologie und Robotik bis hin zu sozialwissenschaftlichen und ethischen Aspekten.

Sie wollen das komplette menschliche Gehirn innerhalb der nächsten zehn Jahre möglichst detailgetreu von der einzelnen Zelle bis hin zur Interaktion großer Zellverbände und Hirnareale auf einem Supercomputer der Zukunft simulieren. Ihre Ziele sind unter anderem, das Gehirn besser zu verstehen und dadurch Krankheiten künftig früher diagnostizieren und gezielter therapieren zu können.

Das Forschungszentrum Jülich und seine regionalen Forschungspartner der Jülich Aachen Research Alliance (JARA), der Universitäten Düsseldorf und Wuppertal sowie der German Research School for Simulation Sciences (GRS) beteiligen sich an verschiedenen Forschungsschwerpunkten innerhalb des Human Brain Projects.

Von größter Bedeutung für das Projekt wird die Jülicher Kompetenz und Infrastruktur im Bereich Höchstleistungsrechnen sein. Um die gewaltige, global vorhandene Datenmenge über die menschliche Schaltzentrale zu erfassen und für die Computersimulation aufzubereiten, reichen die Leistungen der derzeitigen Höchstleistungsrechner aber nicht aus. Experten des Jülicher Supercomputing Centre (JSC) entwickeln gemeinsam mit Kooperationspartnern neue Rechnersysteme der Exaflop-Generation mit passender Software.

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