Vernetzte Gebäude

Das Licht spielt im Internet der Dinge eine zentrale Rolle

| Redakteur: Hendrik Härter

Sietze Jongman von Tridonic meint, dass das Licht im Internet der Dinge eine zentrale Rolle einehmen wird.
Sietze Jongman von Tridonic meint, dass das Licht im Internet der Dinge eine zentrale Rolle einehmen wird. (Bild: Tridonic)

Eine auf Licht basierte Infrastruktur ist das Rückgrat und der stärkste Motor für ein möglichst effizientes und effektives Internet der Dinge.

Das Licht spielt im Internet der Dinge eine wichtige Rolle. Tridonic spricht sogar davon, dass es das Rückgrat des IoT sein wird. Realistisch? Wir sprachen mit Sietze Jongman, der bei Tridonic für das R&D zuständig ist. Seiner Meinung nach wird im Jahr 2025 das Licht eine Schlüsselrolle für das Internet der Dinge spielen. Denn Licht ist überall dort vorhanden, wo es Menschen gibt: auf den Straßen und in den Gebäuden. Es gibt Milliarden von Lichtquellen, ein feingranuliertes Netzwerk von Leuchten. Zudem bieten Leuchten in ihren Inneren Platz für Sensoren und Kommunikationselemente. Nicht ganz unwichtig: Die Leuchten sitzen bereits an den für Sensorik und Kommunikation passenden Stellen – an Decken, Wänden oder über den Gehsteigen und Straßen.

In der Leuchte ist die Energieversorgung gleich implementiert, eine separate Verdrahtung entfällt. Die Kommunikation kann sowohl drahtgebunden als auch drahtlos erfolgen. Leuchtdioden werden elektronisch angesteuert: Somit lassen sich weitere Elemente wie Präsenzmelder, Thermostate oder Signalgeber implementieren. Das ist für die Gebäudewirtschaft interessant, da sich Kosten und auch die Komplexität senken lassen. Bereits heute sammeln Gebäudebetreiber über Präsenzsensoren Daten. Diese lassen sich für Heizung, Lüftung, Sicherheit oder das Raummanagement zur Verfügung stellen. Allerdings werden diese Daten mehrfach erhoben, neben Bürogebäuden und dem Einzelhandel wird auch die Industrie mit ihren Lagerhäusern immer mehr auf LEDs umrüsten.

Parameter lassen sich über Mobilgeräte steuern

Ein weiteres Beispiel ist die Ferndiagnose und Fernwartung von Anlagen; auch das Aufspielen von neuer Software ist ein mögliches Beispiel. Wenn die Sensoren und Kommunikationselemente in den LED-Leuchten integriert sind, lassen sich Parameter über Apps auf Mobilgeräten steuern. Möglich ist auch die Navigation innerhalb eines Gebäudes. Ist ein Bluetooth-Signalgeber in die Leuchte integriert, kann dieser Funksender dazu dienen, das Smartphone zu lokalisieren.

In einem Flughafen oder Krankenhaus findet man sich viel leichter zurecht; in Supermärkten oder Einkaufszentren findet beispielsweise der Kunde schneller das, was er kaufen will. Für Gebäudemanager eröffnen sich so völlig neue Dienstleistungen. Davon abgesehen lassen sich die Daten immer wieder nutzen, um Räume kundenfreundlicher zu gestalten.

Die Zumtobel-Gruppe hat mit „net4more“ ein Lichtsystem für das Internet der Dinge entwickelt, mit dem jede Leuchte in ein Gerät mit Internet-Adresse umgewandelt wird und eine Gateway-freie Kommunikation möglich ist. Allerdings werden nur offene Systeme eine Zukunft haben. Zudem muss so ein Lichtsystem internationale Standards einhalten, wie beispielsweise das Internet-Protokoll IPv6. Eine modulare Toolbox aus Hard- und Software-Elementen muss es dem Kunden erleichtern, das System zu migrieren.

Verschlüsselung mit rotierenden Schlüsseln

Auch Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Privatsphäre wird nicht außen vor gelassen. Zum Einsatz kommen aktuelle Sicherheitstechniken, beispielsweise eine Verschlüsselung mit rotierenden Schlüsseln, die sich nur sehr schwer knacken lassen. Außerdem sind die Daten, die im Lichtnetzwerk generiert werden, anonymisiert: Präsenzmelder liefern etwa im Gegensatz zu Kameras keine personalisierten Daten. Zudem lassen sich sämtliche Infrastrukturen und die komplette Datenhaltung in die Hand des Kunden legen. Selbst die Cloud, in der die Daten gespeichert sind und ausgewertet werden, nur als Intranet-Lösung ausgelegt. Externe Experten überprüfen in Security Audits sämtliche Sicherheitsmaßnahmen.

Erste Pilotprojekte mit „net4more“ werden in einem Partnernetzwerk realisiert. Ab Frühjahr 2017 soll das System auf dem freien Markt zur Verfügung stehen. Dabei hat Tridonic viel über Kompetenzen der LED-Allgemeinbeleuchtung, der Elektronik, der Sensorik und der Software, aber auch völlig neue Dienstleistungen, die über Lichtanwendungen hinausgehen, komplett neu lernen müssen.

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posted am 25.11.2016 um 10:53 von Unregistriert


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