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Automobilelektronik Das komplett vernetzte Auto steht praktisch schon vor der Tür

Redakteur: Franz Graser

Bei einer Präsentation in Leipzig hat der Automobilzulieferer Delphi sein Konzept „MyFi“ für die Integration von Car-Infotainment mit Sicherheitsfunktionen vorgestellt. Der Fahrer hat zwar Zugriff auf alle möglichen Informationsdienste. Zugleich wird sichergestellt, dass ihn die Info-Flut nicht überfordert.

Der von Delphi und dem berühmten Automobilkonstrukteur Franco Sbarro konstruierte Dreisitzer F1for3 vermittelt den Passagieren nicht nur Formel-1-Feeling, sondern ist auch mit einem integrierten Car-Infotainment-System ausgestattet.
Der von Delphi und dem berühmten Automobilkonstrukteur Franco Sbarro konstruierte Dreisitzer F1for3 vermittelt den Passagieren nicht nur Formel-1-Feeling, sondern ist auch mit einem integrierten Car-Infotainment-System ausgestattet.
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Der moderne Lebensstil ist durch die Vernetzung des Menschen mit Datendiensten aller Art geprägt: Zuhause, bei der Arbeit und auch unterwegs – denn mit einem Smartphone trägt man das Internet immer in der Hosentasche. Im Automobil führt die Vernetzung mit Informationen aller Art jedoch schnell zu einer Überbelastung und Ablenkung des Fahrers. Aus diesem Grund ist es im Auto wichtig, Information und Unterhaltung und den Workload für den Fahrer gegeneinander auszubalancieren.

Einen Ansatz, wie das klappen könnte, hat der Automobilzulieferer und Systemintegrator Delphi nun in Leipzig vorgestellt. Der Prototyp eines dreisitzigen Rennwagens namens F1for3, mit dem die Mitfahrer Formel-1-Feeling erleben können, wurde mit einem integrierten Infotainment-System ausgestattet, das nach den Design-Vorgaben des italienischen Automobilkonstrukteurs Franco Sbarro entwickelt wurde.

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Das Infotainment-System ist in eine geschwungene Konsole eingepasst, deren Form von Sbarro vorgegeben wurde. Es integriert Funktionen wie Navigation, AM/FM-Radio, Musik, E-Mail, TV, Fahrzeugfunktionen wie Heizung und Belüftung sowie Connectivity zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter und bindet last but not least Telefonie-Dienste ein.

Das System wird über ein berührungsempfindliches Display bedient, bestimmte Funktionen können allerdings auch per Gestensteuerung bedient werden.

Die Connectivity mit den diversen Daten- und Informationsdienst wird über einen aerodynamisch verkleideten Antennen-Array am Heck des Fahrzeugs hergestellt. Dieser Array enthält sowohl Antennen für Mobilfunk nach dem GSM-, UMTS- und LTE-Standard, die GPS-Positionsbestimmung sowie das in Nordamerika verbreitete digitale Satellitenradio SDARS.

Dieser Antennen-Array wird idealerweise unter einer stromlinienförmigen Plastikverkleidung auf dem Dach des Fahrzeugs angebracht. Ist das nicht möglich, etwa weil es sich um ein Cabrio-Fahrzeug oder um ein transparentes Sonnendach handelt, ist es auch möglich, einzelne Antennen an einem Spoiler, an den Stoßfängern oder an den Seitenspiegeln des Autos zu montieren.

Für Dr. Gunther Bauer, den Teamleiter der Antennenvorentwicklung bei Delphi, bringt die Antennenmontage auf dem Fahrzeugdach zweifellos die meisten Vorteile. Wie Tests zeigten, können die Dachantennen noch mit Basisstationen Kontakt halten, die knapp vier Kilometer entfernt sind. Bei einem Smartphone im Fahrzeuginneren schrumpft diese Distanz auf 0,8 Kilometer.

In Bezug auf Radio im Fahrzeug deutete der Delphi-Ingenieur an, dass der AM/FM-Empfang noch auf absehbare Zeit Standard im Automobil bleiben wird. Bei der Antennenvorrüstung werde zwar innerhalb der kommenden zwei bis drei Jahre auch Digital Audio Broadcast (DAB) berücksichtigt werden. Die dafür notwendigen digitalen Radiomodule dürften, so die Einschätzung bei Delphi, auch langfristig noch aufpreispflichtig sein und bleiben.

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