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Angemerkt Das klassische Lampengeschäft ist viel zu unrentabel

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Begonnen hatte die Geschichte im Januar dieses Jahres, als sich Osram dazu entschieden hatte, sein unrentables Lampengeschäft unter dem Namen Ledvance auszugliedern.

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Hendrik Härter, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Osram soll an seinen Standorten in Deutschland das Licht für morgen entwickeln.“
Hendrik Härter, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Osram soll an seinen Standorten in Deutschland das Licht für morgen entwickeln.“
(Bild: VBM)

Unrentabel deshalb, weil sich mit Neonröhren, Halogen- und LED-Lampen in Deutschland und auch Europa kaum noch Geld verdienen lässt. Dazu sind die Margen zu gering und die großen Stückzahlen von billigen Leuchten-Lösungen aus Fernost überschwemmen förmlich den Markt.

Mit diesem Schritt - das Lampengeschäft als die größte Sparte erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 2 Mrd. Euro mit 12.500 Mitarbeitern - will sich der Mutterkonzern Osram von Ledvance trennen. Geld will Osram künftig nicht mehr am Endkunden verdienen, sondern setzt vor allem auf Entwicklungen für die Industrie.

Aus unternehmerischer Sicht ist es nachzuvollziehen, eine unrentable Geschäftseinheit abzustoßen. Und es standen bereits Investoren aus dem Reich der Mitte bereit, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Doch die Transaktion ruht jetzt - auf unbestimmte Zeit. Denn die Bundesregierung hat ihr Veto eingelegt.

Das ist für ein global agierendes Unternehmen ungünstig und hat leider immer personelle Konsequenzen zur Folge. Richtig ist, dass Osram eine Marke mit einer Tradition von 110 Jahren ist. Richtig ist aber auch, dass es für den Standort Deutschland entscheidend ist, im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Das Endkundengeschäft mit den Lampen haben andere Akteure in der Hand.

Für Osram wäre es daher von Vorteil, die Bundesregierung willigt den Verkauf an die Chinesen umgehend ein, denn dann blieben auch mehr Arbeitsplätze in Deutschland erhalten, als wenn Osram bei seiner noch Tochter Ledvance den Rotstift ansetzen müsste. Vielmehr muss Osram weiter in seine Forschung und Entwicklung investieren: Licht einfach nur ein- und ausschalten genügt nicht mehr. Gefragt sind intelligente und vernetzte Leuchten. Ihnen gehört die Zukunft!

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