Technik-Trends

Das Internet of Things hat mehr als nur ein Image-Problem

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Dazu kommt, dass bestimmte Geschäftsmodelle, die mit dem Internet der Dinge verknüpft sind, bei den betroffenen Kunden nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen. Zahlreiche IoT-basierte Geschäftsmodelle gründen etwa auf der Bereitstellung von Services, so zum Beispiel von Analyse- und Wartungsdiensten. Was aber, wenn die Kunden dies gar nicht wollen, weil sie es gewohnt sind, bei den Maschinen selbst Hand anzulegen?

Das Recht, Maschinen selbst reparieren zu dürfen

Amerikanische Landwirte kämpfen inzwischen für ihr Recht, ihre Traktoren selbst reparieren zu dürfen. Laut einem Bericht des US-Magazins „modern farmer“ sieht nämlich der Traktorenhersteller John Deere die Kunden seiner modernen Landmaschinen zumindest in den USA primär als Lizenznehmer an und nicht als Eigentümer der Maschinen.

Das verpflichtet die Farmer im Fall eines Defekts dazu, die Zugmaschinen zu einem Service-Center zu bringen, anstatt die Schlepper – wie seit jeher üblich – selbst zu reparieren. Ansonsten läge nämlich unter Umständen eine Verletzung des Urheberrechts, etwa an der in den Traktoren enthaltenen Software, vor.

Nicht zuletzt zeichnet sich ab, dass die Formel „Internet of Things“ eine immer dünnere Klammer darstellt, die viele unterschiiedliche Anwendungsgebiete umfasst, darunter das vernetzte Auto, das industrielle Internet, Smart Home oder Smart Healthcare, die in den kommenden Jahren an Eigenständigkeit gewinnen werden. Das könnte bedeuten, dass die momentan noch allumfassende Klammer IoT an Bindekraft verliert und die einzelnen Anwendungsfelder an Bedeutung gewinnen.

Das IoT wird nicht sterben, es wird aber zu Häutungen kommen

Das könnte dazu führen, dass die entsprechenden Applikationen schon sehr bald vor allem aus einer anwendungsspezifischen Perspektive betrachtet werden und nicht mehr so sehr durch die IoT-Brille. Eine mögliche Folge könnte sein, dass nur dort vernetzt wird, wo es sinnvoll ist und Vorteile bringt, und dass dumme Devices, die gut funktionieren, nicht auf smart getrimmt werden müssen.

Dennoch: Das IoT wird im Gegensatz zu der eingangs angeführten „Wired“-Schlagzeile nicht sterben. Wie bei den meisten Technologiewellen wird auf den Höhepunkt des Hypes ein Tal der Ernüchterung folgen, in dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Der Begriff „IoT“ alleine wird vermutlich bald schon nicht mehr als Marketing-Argument taugen. Der Nutzen der mit Hilfe des IoT realisierten Anwendungen wird entscheiden, was sich am Markt behauptet und was nicht.

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