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Illegaler Internet-Marktplatz Darknet-Plattform AlphaBay nach internationaler Razzia abgeschaltet

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Strafermittlern aus den USA, Kanada und Thailand ist ein großer Schlag gegen den Handel mit illegalen Waren im Darknet gelungen: AlphaBay, der vermutlich größte Darknet-Marktplatz, wurde nach einer konzertierten Aktion offline genommen, mindestens ein mutmaßlicher Betreiber verhaftet.

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Ermittlungsbehörden aus den USA, Kanada und Thailand haben mit AlphaBay einen der größten und berüchtigsten Marktplatz für illegale Güter im anonymen Darknet abgeschaltet.
Ermittlungsbehörden aus den USA, Kanada und Thailand haben mit AlphaBay einen der größten und berüchtigsten Marktplatz für illegale Güter im anonymen Darknet abgeschaltet.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Seit Anfang Juli war AlphaBay nicht mehr erreichbar, was in einschlägigen Webforen bereits für Panik gesorgt hatte. Nicht zu Unrecht, galt AlphaBay doch seit Abschaltung der berüchtigten "SilkRoad" als der größte Umschlagplatz für Drogen, illegale Waffen, Kreditkartendaten und andere Güter in dem als Darknet bekannten Teil des Internets.

Wie das Wall Street Journal nun meldet, steckt hinter der Abschaltung eine konzertierte Aktion von US-amerikanischen, kanadischen und thailändischen Behörden. Demnach wurde in Thailand einer der mutmaßlichen Betreiber der Plattform, ein kanadischer Bürger, verhaftet. Zu einer Anklage wird es allerdings nicht mehr kommen, da sich der Mann vergangenen Mittwoch im Arrest erhängt habe.

Zuvor hatte es in Montreal, nach Meldungen der lokalen Zeitung Montreal Gazette, zwei Razzien im Zusammenhang mit Geschäften im Darknet gegeben. Ebenso seien in Bangkok mehrere Lamborghinis und drei Häuser des Kanadiers mit einem Gesamtwert von 11,8 Millionen US-$ beschlagnahmt worden, berichtet die Bangkok Post. Viel mehr ist über die Razzia bislang nicht bekannt.

AlphaBay war 2014 entstanden und ein Quasi-Nachfolger der im Oktober 2013 vom FBI geschlossenen, illegalen Handelsplattform SilkRoad. Die Seite war ausschließlich über das nicht durchsuchbare Darknet zu erreichen. Für Transaktionen wurden ausschließlich zwei Kryptowährungen akzeptiert: BitCoins und das weniger verbreitete, aber speziell auf Anonymität ausgelegte Monero. Über das Portal wurden laut Wall Street Journal schätzungsweise täglich zwischen 600.000 bis 800.000 US-$ umgesetzt.

Ermittlungsbehörden gehen hart gegen Betreiber solcher illegalen Handelsplattformen vor. Der Betreiber der Silk Road, der US-Amerikaner Ross Ulbricht, wurde 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt. In Deutschland gelang dem BKA im Juni diesen Jahres ein Schlag gegen eine deutschsprachige, von Karlsruhe aus betriebenen Darknet-Plattform, die Händler und Käufer illegaler Güter miteinander in Kontakt brachte. Die Anonymität des Darknets und sogenannter TOR-Netzwerke macht Ermittlungen gegen diese Art von illegalen Handelsplattformen schwierig. Allein die Existenz von AlphaBay hatte gezeigt, dass die Schließung eines großen illegalen Marktplatzes ein Vakuum erzeugt, dass in kurzer Zeit wieder von einem neuen Angebot gefüllt wird. Bislang haben Ermittlungsbehörden noch keine Strategie gefunden, um dem wirksam zu begegnen.

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