Simulation

Dank technischer Simulationen erfolgreich auf der Zielgeraden

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Loten Sie für die Innovation die Grenzen dessen aus, was herkömmliche CFD und andere Simulationssoftware leisten können?

Im Simulationsbereich haben wir zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl, besonders bei der Aerodynamik. Wir haben uns für ANSYS Fluent entschieden, da wir es für das fortschrittlichste Tool halten. Damit können wir alle nötigen Simulationen fahren und verfügen auch über eine ordentliche Anbindung an die Strukturanalyse. Diese Verbindung ist für die Innovation heute sehr wichtig, um Dinge sowohl einzeln als auch auf der Systemebene betrachten zu können. Es spielt nicht nur eine Rolle, ob man über eine gute Software für eine bestimmte Aufgabe verfügt, sondern auch, ob man die Ergebnisse, sowie auch die Eingangsgrößen mit diesem Tool verknüpfen kann. Die Offenheit eines Tools ist für uns sehr wichtig, und Fluent handhabt diese Verbindungen sehr gut.

Ein Automobil ist ein äußerst komplexes System, dessen Konstruktion eine Reihe von Abgleichen mit verschiedenen technischen Disziplinen erfordert. Wie bekommen Sie dies als CEO in den Griff?

Im Grunde genommen geht dies konkret über eine technische Betrachtung auf der Systemebene. Normalerweise ist der Prozess ein Kampf zwischen drei verschiedenen Leuten: dem Leiter der Konstruktion als Verantwortlichem für die konstruktive Gestaltung, dem Aerodynamik-Spezialisten und dem Fahrzeugdynamik-Ingenieur.

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Die Fahrzeugdynamik-Abteilung will ein möglichst flaches Fahrzeug, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Die Aerodynamik wollen den Heckflügel sehr hoch, um ungünstige Luftströmungen an der Karosserie entlang zu verhindern und das Fahrzeug schneller zu machen. Und der Strukturgestalter sagt dann: „Ich weiß nicht, wie ich den Heckflügel am Fahrzeug anbringen soll.“ Manchmal geraten sich diese Leute persönlich in die Wolle, weil sie alle sehr gut auf ihrem jeweiligen Gebiet sind.

Die Software hilft uns, die Fakten zu diskutieren, statt „aus dem Bauch heraus“ zu reagieren. Ich versuche, alle diese Elemente miteinander zu verknüpfen, um die Ergebnisse zu sehen. Um einen guten Rennwagen zu erhalten, reicht es nicht aus, für alle Bestandteile die beste Lösung zu finden, sondern man muss auch den besten Kompromiss auf der Systemebene finden. Und dies kann technisch sehr schwierig zu realisieren sein.

CFD und andere Simulationstools scheinen für Dallara eine Menge Vorteile zu bringen. Wie bestimmen Sie Ihren Return on Investment aus diesen Lösungen?

Letztendlich setzt man Simulationstools ein, um die Entwicklungskosten niedrig zu halten und die Performance des Fahrzeugs zu verbessern. Diese beiden einfachen Dinge behalten wir im Auge. Ohne Simulation kann es Jahre dauern, bis die Entwicklungskosten wieder hereingeholt werden. Aber Unternehmen brauchen eine sofortige Rendite. Performance steht im Zusammenhang mit Kosten, Punkt. So haben wir uns beispielsweise bei dem letzten Fahrzeug, das wir entwickelt haben, die Vorgabe gesetzt, die Kosten um 40 Prozent zu senken und die Performance zu verbessern. Diese Kostensenkung konnten wir nur durch Simulation erreichen. Auf normalem Wege (durch Bauen und Testen) kann man das niemals schaffen. Man könnte vielleicht die Kosten um 5 Prozent senken, aber Sie erhalten nie 40 Prozent Kostensenkung bei besserer Performance.

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