Produktionskonzepte

Daimlers Industrie 4.0 - Schwäbisch pragmatisch

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Der Roboter soll beim Cockpit unterstützen

Der neue Werkleiter Sebastian Streuff kann 150 Mio. Euro in Technik und Prozesse investieren.
Der neue Werkleiter Sebastian Streuff kann 150 Mio. Euro in Technik und Prozesse investieren.
(Bild: Weber)
Der Maschinenbauer Streuff will mit Kuka die Mensch-Maschinen-Interaktion in der Produktion einführen. Der Leichtbauroboter IIWA soll es sein. Er könnte in der Cockpitmontage die Mitarbeiter am Band entlasten, denn das Anbringen von 40 Clipmuttern pro Einheit kostet Kraft. „Das ist unser Einstieg in die Technik“, erklärt Streuff, der mit der BTU Cottbus Senftenberg und dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Ulrich Berger weiter zusammenarbeiten und Ende des Jahres erste Ergebnisse präsentieren will.

Vorgänger Bauer ergänzt: „Es geht uns nicht nur um Effizienz, sondern auch um Qualität, Ergonomie und Sicherheit.“ Das dürfte die Mitarbeiter freuen. Ist Industrie 4.0 also ein Revival für Werk- und Dienstverträge? „Nein, nicht für uns“, erklärt der Daimler-Manager auf Nachfrage.

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Die Qualifikation der Mitarbeiter ist für Streuff und Bauer entscheidend. Auf die jüngere Generation, die mit Smartphones und Tablets groß wird, reagiert das Unternehmen. Ein Projekt ist die papierlose Produktion mittels Touchdisplays und auch Augmented Reality (AR) steht auf dem Wunschzettel von Streuff. Vor allem in der Instandhaltung sieht er, wie viele andere Experten, Potential.

Ob Brille oder Tablet sei aber noch nicht entschieden, so der Werksleiter. Die Google-Brille ist aber kein Thema für das Werk. Daimler spreche mit den Herstellern der Werkzeugmaschinen, denn diese müssten dann ihre Produkte mit AR-Funktionen ausstatten. Am Ende bestimmt die Nachfrage das Angebot. Geld soll auch in optische Prüf- und Messsystem fließen und Smart Data-Projekte das Wissensmanagement neu aufstellen.

Michael Bauer ist stolz auf die Entwicklung des Werks. Ansätze könnten auch in der Pkw-Planung Nachahmer finden. Die Trucksparte war schon öfter zu Besuch in Ludwigsfelde. „Die Prozesse und Ideen aus Ludwigsfelde werden auch in das neue Transporterwerk in Charleston in den USA übertragen“, verkündet Werkleiter Streuff.

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