Automatisiertes Fahren Daimler und Bosch zeigen fahrerloses Parken im realen Verkehr

Redakteur: Franz Graser

Selber parken war gestern. Gemeinsam haben Bosch und Daimler im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart das fahrerlose Parken (Automated Valet Parking) realisiert.

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Das automatische Valet-Parken im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums wird mithilfe der Parkhaus-Infrastruktur von Bosch und dr Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz realisiert.
Das automatische Valet-Parken im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz-Museums wird mithilfe der Parkhaus-Infrastruktur von Bosch und dr Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz realisiert.
(Bild: Daimler AG)

Per Smartphone-Befehl fahren Autos fahrerlos in den zugewiesenen Stellplatz, ohne dass der Fahrer das Manöver noch überwachen muss. Das automatisierte Valet-Parken ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren.

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Die Pilotlösung im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museums gilt weltweit als die erste infrastrukturgestützte Lösung für einen automatisierten Vorfahr- und Einpark-Service im realen Mischbetrieb. Gäste im Museums-Parkhaus können den komfortablen Service ab Anfang 2018 live erleben und sich die Zeit fürs Parken sparen.

„Wir nähern uns dem autonomen Fahren schneller, als viele vermuten. Das fahrerlose Parken im Mercedes-Benz Museum zeigt eindrücklich, wie weit die Technologie bereits ist“, sagte Dr. Michael Hafner, Leiter Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit in der Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

„Durch den Einsatz intelligenter Parkhausinfrastruktur und ihrer Vernetzung mit Fahrzeugen ist es uns gelungen, das fahrerlose Parken deutlich früher als geplant zu realisieren“, sagte Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control.

Der Autofahrer fährt mit seinem Fahrzeug in die „Drop-off Area“ eines Parkhauses. Dort steigt er aus und befielt seinem Auto per Smartphone-App, automatisch zum zugewiesen Parkplatz zu fahren. Nach den Einkäufen in der Innenstadt, dem Geschäftstermin oder dem Theaterbesuch holt er sein Auto dann in der „Pick-up Area“ auf demselben Weg wieder ab – einfach und komfortabel.

Möglich wird das fahrerlose Parken mithilfe einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur von Bosch im Zusammenspiel mit der Fahrzeugtechnik von Mercedes-Benz. Dabei überwachen die installierten Sensoren im Parkhaus den Fahrkorridor und dessen Umfeld und steuern das Fahrzeug.

Die Technik im Auto setzt die Befehle von der Parkhaus-Infrastruktur sicher in Fahrmanöver um und stoppt das Fahrzeug gegebenenfalls rechtzeitig. Die Sensoren für die Parkhausinfrastruktur sowie die Kommunikationstechnik kommen von Bosch. Daimler stellt das private Museums-Parkhaus und Pilotfahrzeuge, definiert zusammen mit Bosch die Schnittstelle zwischen Infrastruktur und Fahrzeug und passt die Sensorik und Software in den Fahrzeugen entsprechend an.

An die Premiere am 24. Juli 2017 schließt sich eine intensive Test- und Inbetriebnahmephase an. Das Projekt wurde von lokalen Behörden – Regierungspräsidium Stuttgart und Landesverkehrsministerium – sowie von Gutachtern des TÜV Rheinlands von Beginn an begleitet, mit dem Ziel, den sicheren Betrieb der Fahrzeug- und Parkhaustechnik zu bewerten.

Bevor Anfang 2018 – als weltweit erste Anwendung – der fahrerlose Kundenbetrieb im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums startet, bedarf es noch der finalen Abnahme durch die Zulassungsbehörde. Damit sind dann die Randbedingungen gegeben, sodass das automatisierte Valet-Parken ab Anfang 2018 im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums für jedermann nutzbar wird. Bosch und Mercedes Benz sammeln auf diese Weise Erfahrungen über den Umgang der Nutzer mit dem automatisierten Valet-Parken. Bestandsparkhäuser können mit der Infrastruktur-Technik nachgerüstet werden.

Für den Parkhausbetreiber bedeutet das fahrerlose Parken eine effizientere Parkraumnutzung: Bis zu 20 Prozent mehr Fahrzeuge passen auf die gleiche Fläche, unter anderem deshalb, weil die Türen zum Ein- und Aussteigen nicht mehr geöffnet werden müssen – die Fahhrzeug-Insassen haben ihr Auto ja bereits in der „Drop-off Area“ verlassen.

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