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Reaktion auf Manipulationsvorwürfe Daimler bittet drei Millionen Diesel-Kunden in die Werkstatt

| Autor: Christoph Seyerlein

Daimler reagiert auf die vergangene Woche aufgekommenen Manipulationsvorwürfe in der Diesel-Affäre. Nahezu alle Euro-5- und Euro-6-Diesel sollen in die Werkstatt und nachgerüstet werden.

(Bild: Daimler)

Daimler reagiert auf die vergangene Woche aufgekommenen Manipulations-Vorwürfe gegen das Unternehmen in der Abgas-Affäre. Wie der Autobauer am Dienstagabend in einer Pressemitteilung vermeldete, weitet er seine bereits seit Frühjahr laufenden „Servicemaßnahmen“ für Euro-5- und Euro-6-Diesel massiv aus. Hatte der Konzern bislang rund 250.000 Haltern in ganz Europa zu einer Nachbesserung geraten, empfehlen die Stuttgarter nun mehr als drei Millionen Mercedes-Fahrern, am „freiwilligen“ Rückruf teilzunehmen, um den Schadstoffausstoß der Modelle durch Software-Modifikationen zu verringern.

Die Empfehlung gilt dem Autobauer zufolge damit für „nahezu alle EU5 und EU6 Fahrzeuge in Europa“. Man werde die Maßnahmen „in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Zulassungsbehörden“ durchführen. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte: „Die öffentliche Debatte um den Diesel sorgt für Verunsicherung – allen voran bei den Kundinnen und Kunden. Wir haben uns deshalb für weitere Maßnahmen entschieden, um den Dieselfahrern wieder Sicherheit zu geben.“

Anders als im Fall Volkswagen ist die Fahrt für betroffene Daimler-Kunden aber kein Muss: Das Kraftfahrt-Bundesamt hat nach wie vor keinen verpflichtenden Abgas-Rückruf für Modelle der Stuttgarter angeordnet.

Daimler selbst beziffert die Kosten für die „Servicemaßnahme“ auf 220 Millionen Euro. Kunden sollen für die Aktion nichts bezahlen müssen. Der Autobauer will erste Fahrzeuge bereits in den kommenden Wochen umrüsten, es könne aufgrund der großen Anzahl aber einige Zeit dauern, bis alle Autos abgearbeitet sind.

Zetsche: Diesel bleibt fester Bestandteil

Zudem schilderte Daimler in seiner Mitteilung einen „Zukunftsplan für Diesel-Antriebe“, um „das Vertrauen in die Antriebstechnologie zu stärken“. Der Autobauer will seine neu entwickelte Diesel-Motorenfamilie so schnell wie möglich in der gesamten Modellpalette ausrollen. Mit dem Vierzylinder „OM 654“ ist ein erstes Derivat bereits seit 2016 in der E-Klasse verfügbar. Dem Autobauer zufolge erfüllt der Motor alle Emissionsvorschriften der EU. Daimler-Chef Zetsche sagte: „Wir sind davon überzeugt, dass der Diesel nicht zuletzt wegen seiner niedrigen CO2-Emissionen auch künftig ein fester Bestandteil im Antriebsmix sein wird.“

Dieser Beitrag erschien zuerst auf unseren Schwesterportal KFZ-Betrieb.de.

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