Volle Einsatzbereitschaft erst 2021

Cyberarmee der Bundeswehr nimmt Gestalt an

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Darf die Truppe nur abwehren, oder auch angreifen?

Ja, auch wenn die Bundeswehr darüber nur ungern redet: Auch Cyber-Attacken gehören klar zu den Fähigkeiten der neuen Armee. Die Bundeswehr übt aber seit Jahren Cyber-Attacken in einer geheim agierenden Einheit in Rheinbach bei Bonn. Diese knapp 80 Mann starke Einheit soll bis 2021 auf 200 Mann aufgestockt werden. Die IT-Soldaten könnten etwa in einem Auslandseinsatz Kommunikationskanäle des Gegners stören, um ihn zu isolieren.

Die Opposition kritisiert eine unklare Rechtslage, was die parlamentarische Kontrolle angeht. Denn das Eindringen ins Datennetz eines Gegners müsste – wie Einsätze mit Jets, Schiffen und Panzern auch - vom Bundestag genehmigt werden. «In dem Moment, wo wir aktiv eingreifen wollen, geht das nur unter parlamentarischem Vorbehalt», sagt ein Sprecher des Ministeriums.

IT-Experten sind heißt begeht. Wie kommt die Truppe an den Nachwuchs?

Die Bundeswehr konkurriert im Kampf um die Nerds mit der freien Wirtschaft. Bereits 2016 seien 60 Prozent mehr Informatiker eingestellt worden als im Vorjahr, heißt es aus dem Verteidigungsministerium. 1330 Bewerbungen gingen im IT-Bereich im ersten Quartal 2017 ein, im Gesamtjahr 2016 waren es gut 3000.

Die Bundeswehr braucht trotzdem händeringend noch mehr IT-Fachkräfte. Deshalb will die Truppe auch selbst ausbilden. Von der Leyen eröffnete erst vor einer Woche ein neues Cyber-Zentrum auf dem Gelände der Bundeswehr-Universität in Neubiberg bei München - inklusive eines neuen Master-Studiengangs, der im Januar 2018 mit zunächst 70 Studierenden starten soll.

(ID:44761742)