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Volle Einsatzbereitschaft erst 2021 Cyberarmee der Bundeswehr nimmt Gestalt an

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Cybersoldaten der Bundeswehr fahren die Rechner hoch. 13.500 IT-Soldaten gehören der neuen Einheit ab Juli an. Sie kämpfen nicht gegen Panzer, Soldaten und Schiffe, sondern gegen unsichtbare Feinde.

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Ab Juli 2017 soll die neue Cybereinheit der Bundeswehr ihren Dienst aufnehmen. Eine volle Einsatzbereitschaft wird allerdings erst für das jahr 2021 erwartet.
Ab Juli 2017 soll die neue Cybereinheit der Bundeswehr ihren Dienst aufnehmen. Eine volle Einsatzbereitschaft wird allerdings erst für das jahr 2021 erwartet.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Eine Armee zu Lande, zu Wasser, in der Luft - und nun auch im Internet: Die Cyberarmee der Bundeswehr erlangt ab Juli ihre vorläufige Schlagkraft. Mehr als 13.000 Soldaten werden dann offiziell der neuen Truppe unterstellt. Die IT-Krieger sollen Deutschland im Schlachtfeld Internet verteidigen - sie können aber auch angreifen.

Was steckt hinter der neuen Cybertruppe?

Bei der Cyber-Abwehr hinkt Deutschland den USA, China und Russland hinterher. Die Bundeswehr will sich damit für das Schlachtfeld der Zukunft rüsten. Die neue Organisationseinheit Cyber- und Informationsraum steht auf einer Ebene mit Heer, Marine und Luftwaffe. Das Heer aus Hackern soll künftig die Waffen- und IT-Systeme der Truppe schützen. Die Cyber-Streitkraft gilt als Lieblingsprojekt der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Sie reagiert damit auf zunehmende Attacken auf die Netze der Truppe.

Wie gefährlich sind die Bedrohungen auf dem Cyberschlachtfeld?

Cyberangriffe auf die Bundeswehr sind nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums längst keine Fiktion mehr, sondern bittere Realität. Allein 280.000 Attacken zählten die Streitkräfte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Das Thema wird nach Ansicht von von der Leyen die nächste Dekade beherrschen. Das zeigt auch die hybride Kriegsführung in der Ostukraine oder Fake-News-Angriffe auf die deutschen Soldaten in Litauen.

Aber auch die Systeme und die Infrastruktur der Truppe sind verwundbar: Der Eurofighter allein hat 80 Computer und 100 Kilometer Kabel an Bord. Die zunehmende Vernetzung macht die Truppe angreifbar. Die Abwehr von Angriffen wie die aktuelle Attacke mit einer Erpressungssoftware auf Firmen weltweit fallen aber weiter in die Zuständigkeit des Innenministeriums.

Sind die IT-Soldaten schon voll einsatzfähig?

Noch nicht ganz. Von der Leyen gab den Startschuss für das Cyber-Kommando bereits im April. Am 1. Juli werden der neuen Organisationseinheit offiziell 13 500 Soldaten und zivile Kräfte unterstellt. Dafür werden verschiedene Bereiche zusammengelegt, etwa das Militärische Nachrichtenwesen oder das Geoinformationswesen. Die Bundeswehr bündelt einfach bereits vorhandene IT-Strukturen, für die Soldaten ändert sich erstmal wenig - außer, dass sie einem neuen Chef unterstellt sind: Generalleutnant Ludwig Leinhos ist der erste Inspekteur der Cyber-Streitkraft. Er gilt als Experte für elektronische Kampfführung. Voll einsatzbereit soll die Truppe aber erst 2021 sein - dann mit 15.000 Soldaten und zivilen Kräften.

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